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nachDRUCK # 5

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Video

Jay & Jo auf

der Suche nach

dem Welt- und

Warenausgang



Bildquelle: buehnen-halle.de


Bewertung:    



Im April 2020 - wir erinnern uns, da war gerade der Corona-Lockdown Nummer eins - sollte die szenische Uraufführung von Marc Sinans, Tobias Rauschs und Konrad Kästners Logistik-Oper CHAOSMOS an der Oper Halle [s. Plakatmotiv o. re.] sein. Hatte leider nicht geklappt, zumindest nicht vor live zuschauendem und zuhörendem Publikum.

Das aufwändige Multimedia-Projekt verselbständigte sich und "wanderte" ins Netz - auf nachtkritik.de wurde die Filmpremiere dann am 5. 12. in die große weite Welt hinausgestreamt; nunmehr kann man das einstündige Video auf diversen Plattformen im Internet anklicken, unsereiner hatte es jetzt auf der Website von den Bühnen Halle und/ oder auf dem genial gemachten chaosmos.info entdeckt...



"Der Versuch, Ungeordnetes zu ordnen, bestimmt unser Leben. Wir versuchen, noch im größten Chaos Ordnungsprinzipien zu entdecken und für uns nutzbar zu machen. Wo Durcheinander herrscht, versuchen wir eigene Systeme zu schaffen. Wie auch sollten wir sonst durch den Alltag finden?

Für
Chaosmos beschäftigen sich Komponist Marc Sinan, Autor Tobias Rausch und Regisseur Konrad Kästner mit unserer Angst vor dem Chaos und mit der Natur menschlicher Ordnungssysteme, ihrem Sinn, ihrem Unsinn, mit ihrer Vergeblichkeit und mit der Frage, wem sie am Ende eigentlich dienen."

(Quelle: chaosmos.info)


*

Hat man erst mal die quintessenzielle Schlussformel begriffen - Kaufen und Verbrauchen bis zum großen Gau - , findet man sich in der Geschichte, die uns Jay & Jo (Ulrike Langenbein & Rike Schuberty), die beiden Amazon-Ameisen, nach und nach vermitteln, gut zurecht. Sie sind die Klammer und der Rahmen, worum sich dann alles, quasi mit logistischer Perfektionalität, zu drehen scheint; ja und so wird uns auf der Stelle, fast schon lehrbuchhaft, erklärt, was "es" nun eigentlich mit diesen multilateralen Wirtschaftskreisläufen so auf sich hat, und ich erinnere mich blitzartig an das, was ich als DDR-Kind und -student damals gelehrt bekommen hatte, nämlich dass der Kapitalismus, um hinfortzuexistieren, immer wieder neue Absatzmärkte bräuchte und er sie, falls er sie halt nicht friedlich kriegen würde, mit imperialistischen (sprich kriegerischen) Mitteln und Methoden zu erobern willens wäre - und so zeigt der Film uns auch, als Beispiel nur, ein Schlaglicht, wie das eigentlich damals mit dem Vietnamkrieg der US-Amerikaner unter anderem zusammenhing; am Ende ging es nämlich auch um den zu erobernden bzw. zu "verteidigenden" südostasiatischen Absatzmarkt.

Das CHAOSMOS wäre also auch "eine Oper über das Wesen des Menschen, permanent und zwanghaft Ordnungen zu errichten und zu zerstören", wie es auf der Website von den Bühnen Halle nachzulesen ist, und mehr noch:



"Wir teilen willkürlich auf, ziehen Grenzen, wo keine waren, gruppieren neu. Ordnen Waren, Gedanken, Menschen. Wir ordnen unsere Welt. Und verursachen Chaos. Ganz nebenbei: ohne Ordnung keine Musik. Musizieren repräsentiert, wie Gesellschaft funktioniert: Hierarchie, Anarchie, Demokratie, Totalitarismus, das Diktat der Algorithmen und unendliche Freiheit: Das alles und noch viel mehr ist möglich." (Quelle: buehnen-halle.de)


Und so schloss und schließt sich folgerichtig auch der Kreis, denn:

Die als Androiden-Quartett gedachten und gestalteten Anke Berndt (Sopran), Yulia Sokolik (Mezzosopran), Robert Sellier (Tenor) sowie Andreas Fischer (Bass) sind für den vokalmusikalischen Teil besetzt worden; das machen sie im Übrigen grandios!

Im ersten Filmdrittel erfahren wir zudem - fernab all dieser nachgerade angeleuchteten Zuspitzungen in puncto Welthandel & Wandel - Wissenswertes zur Person Carl von Linnés:



"Er sammelt die absonderlichsten Pflanzen, Fossilien, in Formaldehyd eingelegte Föten, die wie Steine wirken, und andere 'Kuriositäten der Natur'. Dieses Durcheinander muss aufhören! Es braucht ein System, um all das zu erklären. Er, Carl von Linné, zieht los, um endlich Ordnung in diesen Saustall zu bringen." (Quelle: chaosmos.info)


Absolut.

Und absolut als Ganzes.

Sehens-, hörenswert, jaja.

Um Gottes Willen nicht verpassen!!!!!




CHAOSMOS. Der Film | Screenshot d. Streams auf buehnen-halle de


Andre Sokolowski - 18. März 2021
ID 12819
CHAOSMOS. Logistik-Oper von Marc Sinan, Tobias Rausch und Konrad Kästner
Komposition: Marc Sinan
Regie, Kamera, Montage & VFX: Konrad Kästner
Buch & Idee: Tobias Rausch
Mitarbeit Buch: Janette Mickan
Recherche: Nancy Steininger
Film- und Bühnenfassung: Konrad Kästner
Ausstattung: Eylien König | Karina Ferg
Puppenbau: Annemie Twardawa | Ulrike Langenbein
Ton: Martin Müller
Musikmischung: Karsten Lipp
Besetzung:
Jay ... Ulrike Langenbein
Joe ... Rike Schuberty
Das Sopranandroid ... Anke Berndt
Das Mezzoandroid ... Yulia Sokolik
Das Tenorandroid ... Robert Sellier
Das Bassandroid ... Andreas Fischer
Pflanze ... Ulrike Langenbein (Sprecherin)
Kartograph ... Thomas Wehling (Sprecher)
Container ... Georg Böhm (Sprecher)
Oguz Büyükberber, Synthesizer
Marc Sinan, Gitarre
Online-Premiere auf nachtkritik.de: 5. Dezember 2020
Gesehener Stream auf chaosmos.info: 16.03.2021
Chaosmos entstand im Rahmen von NOperas - Eine Initiative des Fonds Experimentelles Musiktheater in gemeinsamer Trägerschaft von NRW KULTURsekretariat und Kunststiftung NRW In Kooperation mit Oper Halle, Oper Wuppertal und Theater Bremen.


Weitere Infos siehe auch: https://www.chaosmos.info/


http://www.andre-sokolowski.de

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