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Kuhle Wampe-Suite

von Hanns Eisler

mit Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner
Philharmoniker


Filmplakat Kuhle Wampe aus dem Jahr 1932 | Bildquelle: Wikipedia

Bewertung:    



Die Berliner Philharmoniker streamen (noch bis zum 27. Februar) ihr Online-Festival Die Goldenen Zwanziger auf DIGITAL CONCERT HALL. Insbesondere an Werke von Kurt Weill wird da gedacht, aber auch Hindemith, Schreker und Strauss stehen auf dem Programmen, die von Petrenko, Søndergård und Thielemann geleitet werden; und selbst Dagmar Manzel wird mit Liedern dort zu sehen und zu hören sein...

Unsereiner fokussierte sich zunächst auf die von Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker (Dirigentin: Marie Jacquot) musizierte Kuhle Wampe-Orchestersuite von Hanns Eisler:

Dieses 1931/32 komponierte viersätzige Stück dauert nicht mal zehn Minuten und "erinnert" sozusagen an die Filmmusik, die Eisler zu dem gleichnamigen Streifen Slatan Dudows [s. historisches Filmplakat re. o.] beisteuerte. Es ist also eine Art zusammenfassendes Best of.



*

Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt ist DER Klassiker des sog. proletarischen Films aus der Weimarer Zeit. Gedreht (und mehrfach zensiert, zuletzt 1933 durch die Nazis) wurde er vor 89 Jahren. Hertha Thiele, Ernst Busch und Marta Wolter spielen die Hauptrollen; auch Erwin Geschonneck (als Arbeitersportler) konnte man hier schon mal sehen. Die Geschichte, die erzählt wird, liest sich eigentlich ganz einfach: Einer Berliner Arbeiterfamilie wird die Wohnung gekündigt, sodass sie in der alternativen Zeltkolonie Kuhle Wampe (am Berliner Müggelsee) Unterschlupf sucht und findet.

"Anni, die Tochter der Familie und das einzige Familienmitglied, das noch Arbeit hat, wird schwanger und verlobt sich mit ihrem Freund Fritz, der schon am selben Abend erklärt, dass ihm die Verlobung aufgrund von Annis Schwangerschaft aufgezwungen wurde. Anni verlässt ihn nach dieser Erklärung und zieht zu ihrer Freundin Gerda. Sie nimmt später an einem Arbeitersportfest teil, wo sie wieder auf Fritz trifft, der zuvor seine Arbeit verloren hat. Sie finden daraufhin wieder zueinander.

Höhepunkt des Filmes bildet die Heimfahrt mit der S-Bahn (diese Szene wurde von Bertolt Brecht geschrieben). In dieser streiten sich Anni, Fritz sowie einige Arbeiter mit bürgerlichen und wohlhabenden Männern und Frauen über die Situation der Weltwirtschaftskrise. Einer der Arbeiter bemerkt, dass die Wohlhabenden die Welt sowieso nicht verändern werden, worauf einer der Wohlhabenden fragend erwidert, wer denn stattdessen die Welt verändern könne. Gerda antwortet: 'Die, denen sie nicht gefällt.'

Der Film endet mit dem Singen des Solidaritätsliedes."


(Quelle: Wikipedia)



Marie Jacquot dirigierte die Stipendidaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, die im Rahmen des Online-Festivals Die Goldenen Zwanziger unter anderem auch Hanns Eislers Kuhle Wampe-Orchestersuite aufführten | Screenshot des Livestreams auf DIGITAL CONCERT HALL v. 17.02.2021


Ich erinnerte mich schlagartig daran, dass ich als ein heranwachsender Jugendlicher dieses hämmernde "Vorwärts und nicht vergessen" oftmals auf dem Plattenteller drehen hatte und beim "Auf ihr Völker dieser Erde" erstmals überhaupt den Namen und die Existenz Ernst Buschs verinnerlichte. Was ich nicht mehr weiß, weswegen ich die Platte (es war eine Single) überhaupt dann hatte. [Hatte ich sie mir gekauft, oder lag sie vielleicht gratis in der damaligen Kinder- und Jugendzeitschrift Frösi; keine Ahnung.] Und vielleicht auch bloß, weil ich die Eisler'sche Musik an dem konkreten Beispiel ungeheuer geil und aufputschend empfand, so herrlich revoluzzerisch.

* *

Noah Bendix-Balgley, einer der drei Konzertmeister des Orchesters, geleitet durch das Online-Festival und geht dann auch auf jedes der fünf stattfindenden Golden-Twenties-Konzerte einzeln ein.

Zirka eine Viertelstunde vor dem jeweiligen Livestream gibt es historische Filmaufnahmen aus dem von Architekt Gustav Knoblauch ursprünglich als Rollschuhbahn entworfenen und später als Alte Philharmonie Berlin (abgerissen 1952) verwendeten Gebäude in der Bernburger Straße im Stadtteil Kreuzberg zu sehen; seine Trümmer wurden seiner Zeit, mit noch anderem Kriegsschutt, zum sog. Teufelsberg aufgeschichtet. Auf den Filmschnipseln, allesamt in der Zeit vor 1933 entstanden, sind z.B. Furtwängler und Klemperer und Strauss und Bruno Walter und und und zu sehen. Man bekommt einen authentisch unterfütterten und umso lebendigeren Eindruck davon, wie divers und weltoffen das hauptsädtische Konzertleben, allein in der Philharmonie, damals gewesen sein muss; die Einblendung von zig Besetzungszetteln mit den Titeln der gespielten Werke und den Namen ihrer Ausführenden belegt, was alles in den Zwanzigern so auf den Notenpulten lag und wer das alles musizierte. Eine so nicht wiederkehrende Musik-Ära, in allem beispiellos!

Das Online-Festival über die Goldenen Zwanziger diente und dient gewiss nicht nur zum besseren Geschichtsverständnis des Orchesters sowie seiner Stadt - nein, es bereitet schlicht und einfach eine hörerische Freude und Genugtuung, so viele Werke dieser Zeit (bekannte und auch weniger bekannte) vorgespielt zu bekommen.

Anklicken und anhören!!

Andre Sokolowski - 17. Februar 2021
ID 12755
BERLINER PHILHARMONIKER (Philharmonie Berlin, 16.02.2021)
Hanns Eisler: Suite für Orchester Nr. 3 op. 26, Kuhle Wampe
Kurt Weill: Konzert für Violine und Blasorchester op. 12
- Symphonie Nr. 2
Kolja Blacher, Violine
Stipendidaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker
Dirigentin: Marie Jacquot
Live-Stream auf Digital Concert Hall v. 17.02.2021


Weitere Infos siehe auch: https://www.digitalconcerthall.com/


http://www.andre-sokolowski.de

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