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Chinesische

Musik



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Von heute bis zum Sonntag gibt es in Leipzig zum ersten Mal das ENSEMBLEFESTIVAL FÜR AKTUELLE MUSIK, eine Initiative des Forum Zeitgenössischer Musik Leipzig [FZML] und des Ensemble Tempus Konnex.


"In der ersten Auflage der Biennale richtet sich der Blick nach Osten: Die bedeutendsten Ensembles der zeitgenössischen Musik aus China (Ensemble ConTempo Beijing), Japan (Ensemble NOMAD) und Russland (Moscow Contemporary Music Ensemble [MCME]) kollaborieren in der Musikstadt Leipzig mit zwei Ensembles aus Deutschland (Ensemble Musikfabrik, Ensemble Tempus Konnex). Das Festival möchte diskursiv und offensiv eine musikalische Gegenwartsbeschreibung in den Mittelpunkt stellen.

Zahlreiche Uraufführungen sowie europäische und deutsche Erstaufführungen stehen auf einem Programm, das immer wieder auch die Grenzen zu elektronischer Musik und Medienkunst ausleuchtet. Darüber hinaus ist die Förderung des künstlerischen Nachwuchses wesentlicher Bestandteil des viertägigen Festivals."


(Quelle: ensemblefestival.de)



Geplant war eine Mischung aus Live-Konzerten und digitalen Angeboten - die aktuellen Pandemieverordnungen vereitelten das ursprünglche Vorhaben, sodass das Festival jetzt ausschließlich im Internet erlebbar sein wird. Die vorgesehenen Konzerte des Leipziger Ensembles Tempus Konnex, darunter eine Uraufführung von Oscar Bianchi, werden (falls es die Pandemielage erlauben sollte) live im kommenden Frühjahr nachgeholt - als zweiter Teil des Festivals. Bis dahin wird es außerdem diverse Workshops, Vorträge und kleinere Konzertformate online zu sehen geben.



Con Tempo Beijing | Foto (C) LI Yanwen


*

Das Ensemble Con Tempo Beijing eröffnete das Festival mit acht zeitgenössischen Kompositionen chinesischer Komponistinnen und Komponisten, darunter drei Uraufführungen - gestreamt wurde das Konzert aus der Musikhochschule Peking.

Dreamland von Chenchen Zhong (36) ist ein Stück für acht Instrumente (Bambusflöte, Sheng, Pipa, Zhongruan, Zheng, Yangqin, Erhu und Zhonghu); es dauert zirka neun Minuten, und sein Hörer will sich freilich auch, getreu der vorgegebenen Erwartung lt. des Titels, in das nebulöse Traumland seiner Komponistin mit hinein versetzen lassen; es gelingt allein schon daher, weil das etwas fremde, dafür allerdings umso "exotischere" Instrumentarium, auf dem Dreamland musiziert wird, seine Klangvielfalten nicht verfehlt. Und außerdem konnte man auf der Festival-HP eine sehr schöne Stückbeschreibung Chenchen Zhongs nachlesen:



"In einem dunkelroten Korridor war in der Ferne ein kleiner Ausgang zu sehen. An der Wand hingen Reihen von Gemälden, die lebendig waren mit sich frei entfaltenden Linien. In der Ferne war das Licht vom Ausgang zu sehen. Zwei Reihen von Zwergen standen an der Wand, kaum kniehoch… Am Ausgang war eine Fahne zu sehen. Zuerst war es nur ein flackernder Schatten, eine Kraft, die mich vorwärts drängte… Ehe ich mich versah, konnte ich die Farbe der Fahne sehen. Es war eine riesige rote Fahne und ein Zwerg kam hinter dieser hervor. Das ferne Licht blinkte und hüpfte und der dunkelrote Korridor schien aus tausend Farben zu bestehen… Meine tiefe Neugierde führte mich zum Zwerg, zur Fahne, zum Ausgangslicht und langsam wachte ich aufgeregt auf."


Chen Yao (44) komponierte eine etwa fünf- bis sechsminütige Nostalgia für Bambusflöte, Sheng, Sahnxian, Yangqin, Zhonghu und Banhu; und sie hört sich irgendwie traditionell und folkloristisch an, d.h. dass man als Hörer unschwer dieses (morgenländisch) Ostasiatische vernimmt, ja und "nostalgisch" meint womöglich in der Tat Traditionelles oder Folkloristisches, woran der Komponist sich zu erinnern meinte.

Besonders atmosphärisch (und im wahrsten Sinne des Wortes) ging es schließlich während des romantischen Spektakels Sitting Together Among the White Clouds von Peng Liu (34) zu. In etwa wie "auf Wolke sieben" oder so. Auch als ein teilweise wild auftrumpfender und aus sich heraus rasender Hymnus an das Wunder der gewaltigen Natur fast zehn Minuten lang erhörbar...

Inspirierendes Konzert.


Andre Sokolowski - 19. November 2020
ID 12610
DIGITALES KONZERT ENSEMBLE CONTEMPO BEIJING (19.11.2020)

Chenchen Zhong: Dreamland (2020, UA)
für Bambusflöte, Sheng, Pipa, Zhongruan, Zheng, Yangqin, Erhu und Zhonghu

Guoping Jia: Whispers of a Gentle Wind (2011)
für Banhu, Sheng, Pipa, Zheng

Yang Song: The Wind of the Prairie (2014)
für Bambusflöte, Sheng, Erhu, Pipa und Zheng

Binyang Li: Breath II (2011)
für Bambusflöte, Sheng, Erhu, Yangqin und Pipa

Jing Sun: Wind’s Breath (2014)
für Bambusflöte, Sheng, Zhongruan, Sipa, Zheng, Erhu und Zhonghu

Quanyi Fang: Nong XianII (2019)
für Erhu und Zheng

Chen Yao: Nostalgia (2017/2019, UA)
für Bambusflöte, Sheng, Sahnxian, Yangqin, Zhonghu und Banhu

Peng Liu: Sitting Together Among the White Clouds (2020, UA)
für Bambusflöte, Sheng, Pipa, Zhongruan, Zheng, Yangqin, Erhu und Zhonghu

Ensemble ConTempo Beijing
Dirigentin: Chen Bing

Live-Stream v. 19. November 2020 auf ensemblefestival.de /small>

Weitere Infos siehe auch: https://www.ensemblefestival.de/


http://www.andre-sokolowski.de

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