Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

Unsere Anthologie:
nachDRUCK # 5

KULTURA-EXTRA durchsuchen...

In memoriam

Trauer um

Udo Zimmermann

(1943-2021)



Foto (C) Andreas Birkigt



Die Oper Leipzig, deren Intendant der Verstorbene elf Jahre lang gewesen war, versandt soeben diesen kurzen Nachruf:


"Udo Zimmermann war Intendant der Oper Leipzig in den Jahren 1990 bis 2001. Anlässlich seines Todes widmet das Leipziger Ballett ihm am Sonntag, 24. Oktober 2021, die Vorstellung Lamento, in der auch Udo Zimmermanns Komposition Lieder von einer Insel erklingen wird. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Künstlerinnen und Künstler an der Oper Leipzig kennen ihn noch persönlich, so auch der heutige Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirmer, der heute der Familie von Udo Zimmermann sein Beileid bekundete: 'Udo Zimmermann war für die neuere Musikgeschichte ein wichtiger Inspirator und für die Oper Leipzig ein prägender Fundamentleger.'

Der vielseitig begabte Musiker Udo Zimmermann führte die Oper Leipzig in den Jahren nach der Friedlichen Revolution künstlerisch und vertraglich in eine neue Ära. Er engagierte sich besonders für das Musiktheater des 20. Jahrhunderts und veranlasste zahlreiche legendäre Inszenierungen und Uraufführungen, die bereits 1992/93 die Wahl der Oper Leipzig zur 'Oper des Jahres' im Magazin Opernwelt auslösten. Unter den 62 Opernpremieren, 21 Ballettpremieren und 35 Premieren der Musikalischen Komödie während Zimmermanns Intendanz haben Inszenierungen wie
Herzog Blaubarts Burg, Nachtwache, Eugen Onegin oder Peter Konwitschnys Interpretation von La bohème unvergessliche Erinnerungen hinterlassen. Udo Zimmermann startete die Leipziger Jazztage und holte auch Uwe Scholz an das Leipziger Ballett, das durch Die Schöpfung und viele weitere choreografische Uraufführungen seinen internationalen Ruhm begründete."



Natürlich beschränkte sich die Ära Zimmermann nicht bloß auf ausgerechnet die paar Beispiele, die obig angeführt wurden. Ich wohnte zufälligerweise während der gesamten Leipzig-Intendanz von Udo Zimmermann in Klein-Paris und hatte alle (wirklich: alle) damaligen Premieren im Hause am Augustusplatz besucht; ja und da fallen mir spontan Boris Godunow (Inszenierung: István Szabó), Moses und Aron (Inszenierung: George Tabori) oder Majakowskis Tod. Totentanz von Dieter Schnebel (Inszenierung: Achim Freyer) ein. Warum dann ausgerechnet Dienstag sowie Freitag aus LICHT nicht in der Aufzählung dabei waren, obgleich es schon als Sensation gegolten haben mag, dass Zimmermann den Komponisten Karlheinz Stockhausen zur Uraufführung dieser beiden Teile seines Opus magnus überreden und verführen konnte, kann nur an nachlässigem Vergessen der derzeit Verantwortlichen dieses Hauses gelegen haben; anders kann ich es mir nicht erklären. Zudem hatte der Zimmermann schon immer Größenwahnsinniges vor; er wollte alle (alle!) Rameau-Opern nach und nach auf die Bühne bringen, und als er den nach seiner Meinung nach "besten" Dirigenten, den es hierfür damals gegeben haben mag, nicht kriegte (zu teuer!!), fing er selber an Rameau zu dirigieren. Und den Wagner-RING sollte tatsächlich kein Geringerer als Steven Spielberg inszenieren. Schönste, um nicht gar zu sagen allerschönste Luftschlösser - aber ohne so zündende Ideen funktioniert die Kunst nun einmal nicht.

Nach Leipzig kam eine für ihn nicht allzu glückliche Ära an der Deutschen Oper Berlin, wo er von 2001 bis 2003 Intendant war; das "Nebeneinander" mit Christian Thielemann (der damals Generalmusikdirektor wurde) funktionierte einfach nicht.

*

Aber in allererster Linie hatte Udo Zimmermann - und neben seinen vielen (allzu vielen) "Nebenjobs" - als Komponist gewirkt. In der DDR entstanden die meisten Werke des gebürtigen Dresdners, Levins Mühle (1972), Der Schuhu und die fliegende Prinzessin (1976), Die wundersame Schustersfrau (1982) und seine bis heute weltweit immer wieder aufgeführte Kammeroper Weiße Rose (1967/68, 1986).

Und jammerschade, dass er in den Jahren seit der Wende kaum dann noch zum Komponieren kam. Nein, zweiwas [s.o.] ging und geht nicht immer gut.

Der Komponist und Dirigent und Intendant bleibt unvergessen!!!
Andre Sokolowski - 22. Oktober 2021 (2)
ID 13233
Weitere Infos siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Zimmermann


https://www.andre-sokolowski.de

Konzerte

Musiktheater

Neue Musik

Porträts



Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Unterstützen auch Sie KULTURA-EXTRA!



Vielen Dank.



  Anzeigen:





MUSIK Inhalt:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN

Rothschilds Kolumnen

CASTORFOPERN

CD / DVD

INTERVIEWS

KONZERTKRITIKEN

LEUTE MIT MUSIK

LIVE-STREAMS |
ONLINE

MUSIKFEST BERLIN

NEUE MUSIK

PREMIERENKRITIKEN

ROSINENPICKEN
Glossen von Andre Sokolowski



Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal




Home     Datenschutz     Impressum     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2021 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)

Webdesign und -programmierung by Susanne Parth, bplanprojekt | www.bplanprojekt.de