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nachDRUCK # 5

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CD-Kritik

Weltersteinspielung

des dritten

Streichquartetts

von Gerald Resch

(* 1975)



Bewertung:    



attacca heißt das neue Streichquartett des österreichischen Komponisten Gerald Resch; es sollte eigentlich bereits im vorvorigen März (Beethovenjahr!) im Wiener Musikverein, dem Auftraggeber des besagten Stücks, zur Uraufführung gelangen - die anhaltende Pandemie vereitelte das Vorhaben, sodass sich die vier Musikerinnen und Musiker des rennomierten Aris Quartett [s. Brahms-CD], für das attacca komponiert wurde, entschlossen hatten, es auf CD zu veröffentlichen, und zwar genau dasselbe Programm (ergänzt mit Beethovens siebtem Streichquartett), das es dann auch in Wien musiziert hätte.

Die nunmehr vorliegende CD-Weltersteinspielung erfolgte in der Festeburgkirche in Frankfurt am Main zwischen dem 14. und 16. Juli 2020. Und der Komponist steuerte gleich höchstselbst eine sehr lesenswerte und v.a. allgemeinverständliche Werkeinführung per Booklet bei; in seinem Text gelang es ihm sowohl auf sein attacca als auch auf das auf ihm sich direkt und indirekt beziehende Beethoven'sche Quartett erklärend und "vermittelnd" einzugehen, einen Bogen zwischen ihm und dem im letzten Jahr wegen Corona mehr oder weniger unstattgefunden habenden Großjubilar zu schlagen.



Von Nachbargrundstücken, Puzzles und heimlichen Herzen hat Resch seinen schönen Aufsatz überschrieben, und da lesen wir z.B. das hier:

"Noch ganz ohne Plan, wie mein zukünftiges Stück klingen solle, traf ich das Aris Quartett vor Beginn der Komposition, um abzutasten, wo die persönlichen Vorlieben, Abneigungen und Stärken der vier MusikerInnen liegen. Auf Basis zahlreicher 'Sager' dieses Gesprächs ('Vorsicht mit Abbrüchen: nicht zu oft! - rhythmische Konsistenz beibehalten - Ohr soll etwas zum Verfolgen haben - Sog entsteht, wenn alle gleich ticken' usw.) habe ich versucht, eine Musik zu entwickeln, die diesen Wünschen entspricht und sich gleichzeitig eng auf das 'Nachbargrundstück' Beethoven bezieht."


Der Komponist als harmoniebedachter und zugleich vollkommen autonomer "Lieferer" von Noten, die dem gleichsam harmoniebedachten, autonomen Typus derer, die sie nachher spielen würden, weitgehend entspräche - die zwei Geigerinnen Anna Katharina Wildermuth, Noémi Zipperling sowie der Bratscher Caspar Vinzens und der Cellist Lukas Sieber werden es ihm ohne jeden Zweifel gern gedankt zu haben wissen!



Der österreichsche Komponist Gerald Resch | Foto: Maria Frodl; Bildquelle: geraldresch.at

*

Dem attacca-Streichquartett (mit einer Einspieldauer von ca. 23 Minuten) zu lauschen, tut den Geist und das Gefühl zu gleichen Teilen inspirieren.

Ich hatte es mir (ungelogen!) fünfmal nacheinander angehört - zuvor schon fokussierte ich mich auf den 3. und den 2. Satz, wo Resch einen Bezug zu Beethoven, konkret zu dessen Streichquartetten op. 18/1 und op. 59/2, herstellte; auf der Komponisten-Website wie auch in dem Booklet konnte ich seine Erläuterungen diesbezüglich nachlesen, ja und so war ich angehalten, mir jene konkreten Sätze oder Stellen aus den zwei Originalen Beethovens, also fast zwangsläufig, gesondert anzuhören, um infolgedessen "festzustellen", wie der Resch mit ihnen dann verfuhr; im Fall von op. 18/1, also dem allerersten Streichquartett von Beethoven, griff ich auf eine 1987er Aufnahme mit dem Guarneri Quartet zurück. Das war sehr spannend und verstärkte wie von selbst meine ab da noch mehr von Sympathie für Resch und sein attacca-Streichquartett getragene "Vergleichsarbeit"...

Sehr gern verweise ich, gewissermaßen neugierstiftend, auch auf den "Gesang einer singenden Säge" (attacca, 4. Satz)!

Und überflüssig zu erwähnen, dass die Interpretation jenes besagten Opus 59/1 von Beethoven (mit einer Einspieldauer von ca. 39 Minuten), unbedingtes Referenzniveau besitzt; das Aris Quartett weiß sich dann also auch mit ihm vorzüglich zu empfehlen!!


Andre Sokolowski - 7. Mai 2021
ID 12896
Attacca | Aris Quartett

Gerald Resch: Streichquartett Nr. 3, attacca (2019)
UA in der Paul Sacher Stiftung Basel, am 17.09.2020

Ludwig van Beethoven: Streichquartett Nr. 7 in f-Moll op. 59 Nr. 1
Aris Quartett
Anna Katharina Wildermuth, Violine
Noémi Zipperling, Violine
Caspar Vinzens, Viola
Lukas Sieber, Violoncello

Label: GENUIN classics (GEN 21736)
Erstveröffentlicht am 7. Mai 2021


Weitere Infos siehe auch: https://www.arisquartett.de/


http://www.andre-sokolowski.de

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