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CD-Kritik

Von Paris

(Kentucky)

nach Paris

(Frankreich)





Bewertung:    



Der Jazz hat in seiner rund 120jährigen Geschichte mancherlei Wandlung erlebt. Von New Orleans und Dixieland bis zum Free Jazz führt ein weiter Weg. Der Swing hatte seinen Höhepunkt in den dreißiger und vierziger Jahren, ehe er vom Bebop, jedenfalls für die Fans, die sich „auf der Höhe der Zeit“ wähnten, marginalisiert wurde.

Bill Coleman (nicht zu verwechseln mit Ornette Coleman) war ein Trompeter und Sänger des Swing. Eine, technisch übrigens vorbildliche, Doppel-CD versammelt jetzt unter dem Titel An American in Paris, der mit der gleichnamigen Komposition von George Gershwin nichts zu tun hat, 47 Aufnahmen Colemans mit unterschiedlichen Formationen, mit für den Swing charakteristischen Big Bands ebenso wie mit Combos unterschiedlicher Größe. Der aus Paris (!), Kentucky, stammende Bill Coleman hat einen großen Teil seines Lebens in Frankreich verbracht, wo die meisten Aufnahmen der Anthologie gemacht wurden (daher der Titel).

Neben älteren und jüngeren Classics und Evergreens wie Georgia On My Mind, I‘m In The Mood For Love, After You‘ve Gone, Rosetta, Stompin‘ At The Savoy, Indiana, In A Little Spanish Town, 'Way Down Yonder In New Orleans, I Wish I Could Shimmy Like My Sister Kate, What Is This Thing Called Love, St. Louis Blues, Yes, Sir, That‘s My Baby, Caravan, Honeysuckle Rose, I‘ve Found A New Baby enthält das Paket unbekanntere Titel, darunter auch Eigenkompositionen von Coleman. Fast alle Nummern sind im Up-tempo und haben eine Länge von durchschnittlich etwas mehr als drei Minuten.

Zu den Musikern, die man auf dieser Doppel-CD hören kann, gehören solche Giganten des Jazz wie Fats Waller, Teddy Wilson, Lester Young, Django Reinhardt, Freddie Green und Stéphane Grappelli. Es liegt an der langjährigen Dominanz amerikanischer Produzenten, dass die Namen vieler französischer Jazzer weniger bekannt sind. Reinhardt und Grappelli, die ein paar herrliche Soli beisteuern, sind da eher Ausnahmen.

Im Sound erinnert Bill Coleman, wenn man einen Vergleich sucht, an den um ein Jahr älteren Bix Beiderbecke. Er ist noch näher am vorausgegangenen Chicago Jazz als am schneidenden Klang mancher Nachfolger. Aber auch wer Dizzy Gillespie oder Miles Davis im Ohr hat, dürfte dem Drive und der unverschnörkelten Improvisationskunst eines Bill Coleman erliegen. Zwischendurch gibt es eine stilechte Oldtime-Live-Aufnahme von Indiana mit einer New Orleans Gruppe. Den Schlusspunkt setzt ein fünfminütiger Blues. Das kann er also auch, der Amerikaner in Paris.



Thomas Rothschild – 1. Juni 2019
ID 11455
Link zur CD: https://www.naxos.de/neuheiten/0710357435027/


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