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CD-Kritik

Die Unverwüstlichkeit

von Johann Sebastian Bach





Bewertung:    



65 Jahre ist es her, seit Jacques Loussier Johann Sebastian Bach für den Jazz entdeckt hat. Inzwischen haben unzählige Solisten und Ensembles von den Swingle Singers bis zum Thomas Gabriel Trio Bach in die Sprache des Jazz übersetzt, meist überzeugender als die „Überschreiber“ Tschechow oder Ibsen in das Theater der Gegenwart.

Der Pianist Brad Mehldau kann beides: den großen Barockkomponisten notengetreu interpretieren und ihn mit den Harmonien und dem Feeling des Jazz füllen oder eigene Stücke in dessen Geist erfinden. Auf der CD After Bach II, die auf After Bach von 2018 folgt, spielt Mehldau vier Präludien und eine Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier sowie die Allemande aus der Partita No. 4, sechs eigene Variationen über das Goldberg-Thema, sechs Improvisationen und eine Komposition „After Bach“, darunter eine fast fünfzehnminütige Toccata. Die „jazzigste“ heißt, rätselhaft, „Between Bach“. „Jenseits von Bach“ träfe die Sache genauer. Zugleich aber bleibt Bach bei aller Annäherung an das 20. Jahrhundert der unverwechselbare Bach. Mit keinem anderen Komponisten ließe sich derlei machen, ohne dass es den Charakter der Parodie annähme.

Ausgangspunkt für das Projekt war eine Einladung zum renommierten Verbier Festival, bei dem an einem Abend die Goldberg-Variationen von einigen der größten Pianisten unserer Tage nacheinander gespielt werden sollten: von, unter anderem, Sergei Babayan, Daniil Trifonow, Jewgeni Kissin, Yuja Wang, Richard Goode, Michail Pletnjow, Yefim Bronfman. Brad Mehldau nahm an, bedingte sich aber aus, anstelle von Bachs Vorgabe eine eigene Variation zu spielen. Der Veranstalter stimmte zu mit der alleinigen Bedingung, dass der Auftritt nicht mehr als drei Minuten dauern dürfe. So hat sich der einzige Jazzpianist unter den Klaviergiganten in Verbier durchgesetzt. Mit Selbstbewusstsein und Demut. Als seine Lieblingspianisten nennt Mehldau András Schiff, Murray Perahia, Grigori Sokolow und Richard Goode. Keine schlechte Auswahl. Dass er daneben bestehen kann, belegt After Bach II.



Thomas Rothschild – 9. Mai 2024
ID 14739
Platten-Link zu After Bach II mit Brad Mehldau


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