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CD-Kritik

Cowboy-Songs





Bewertung:    



Dem Vernehmen nach gibt es eine verstärkte Nachfrage nach Vinyl. Einzelne Artikel sprechen von einer Renaissance der LP. Es dürfte sich eher um Fake fürs Sommerloch handeln als um eine empirisch belastbare Tatsache. Jedenfalls mutet es unter dieser Prämisse kurios an, wenn in-akustik einer Neuauflage der LP Gunfighter Ballads and Trail Songs von Marty Robbins eine CD mit den selben Songs und jenen aus der Folge-LP More Gunfighter Ballads and Trail Songs beilegt. Könnte es sein, dass die LP – in einer nostalgischen Kopie der ursprünglichen Hülle – nur zum Anschauen dient, die Musik aber ganz brav auf dem CD-Player wiedergegeben wird?

Die Songs sind das musikalische Gegenstück zum Western. Sie erzählen von zugleich gefürchteten und heroisierten Outlaws, von den Legenden aus der Epoche der Eroberung des amerikanischen Westens und der Gesetzlosigkeit. Sie sind ein Stück nordamerikanischer Heimatkunst und haben mit der tatsächlichen Geschichte so viel zu tun wie Filme und Geschichten über Friedrich den Großen oder über Elisabeth von Österreich, genannt Romy Schneider – Pardon, Sisi.

Marty Robbins (1925-1982) war einer der besten Interpreten des Genres neben Frankie Laine oder Johnny Cash, und die aufbereiteten Aufnahmen von 1959 und 1960 klingen mit ihren unverzichtbaren Backing Vocals heute noch frisch und, wenn man nicht eine grundsätzliche Abneigung gegen diese Musikrichtung hat, verführerisch. Sie konnten sich seinerzeit noch gegen den jungen Rock’n’Roll behaupten, wenngleich sie international deutlich weniger Beachtung einheimsten. Gegenüber dem Rock’n’Roll mangelt es diesen Balladen an rhythmischem Adrenalin. Dafür sind ihre Texte in der Regel reichhaltiger, oft in der Tradition anglo-amerikanischer Volkslieder älteren Datums, wie beispielsweise das vielfach gecoverte Cool Water von Bob Nolan. Ihre Tendenz kann man natürlich ideologiekritisch zerlegen. Man kann sie aber auch als Zeugnisse einer vergangenen, historisch erklärbaren Weltsicht akzeptieren.

Am engsten kommen Film und Musik in dem Song The Hanging Tree zusammen, den Marty Robbins in Der Galgenbaum mit Gary Cooper, Maria Schell und Karl Malden gesungen hat. Am weitesten von den Gunfightern entfernt ist Robbins mit dem ebenfalls als Bonus angefügten The Story Of My Life von Burt Bacharach. Und ganz am Schluss gibt es einen veritablen Rock’n’Roll aus der Feder von Marty Robbins mit dem kennzeichnenden Titel Mean Mama Blues.


Thomas Rothschild – 20. Februar 2022
ID 13473
https://www.in-akustik.de/


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