Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

Unsere Anthologie:
nachDRUCK # 5

KULTURA-EXTRA durchsuchen...

CD-Kritik

Elegische

Zeitreise





Bewertung:    



Der Konzertmitschnitt aus Budapest mit dem ungarischen Titel Hallgató (deutsch: Hörer) beginnt mit einem Gitarrensolo und macht bewusst, wie sehr die E-Gitarre die Konzertgitarre verdrängt hat. Wo wäre der Andrés Segovia, der Narciso Yepes, der Karl Scheit, die Luise Walker oder der Julian Bream unserer Tage? Es ist der Gitarrist Ferenc Snétberger, Sohn einer Romni und eines Sinto, der ein ungewöhnliches Programm mit einer in sich schon heterogenen Eigenkomposition eröffnet, in der ihm alsbald ein Streichquartett – das ungarische Keller Quartett, zurzeit bestehend aus András Keller, Zsófia Környei, Gabor Homoki und László Fenyő – und der Kontrabassist Gyula Lázár beispringen. Das für das kleine Ensemble transkribierte Concerto für Gitarre und Orchester „In Memory of My People“ ist eine kuriose Melange aus Elementen des Impressionismus, des Jazz und der Folklore in drei Sätzen.

Dann überlässt Snétberger dem Keller Quartett das Podium für das Streichquartett Nr. 8 in c-Moll von Dmitri Schostakowitsch, das dem Gedenken an die Opfern des Faschismus und des Krieges gewidmet ist.

Die Zusammenstellung des Konzerts geht zurück in der Musikgeschichte, um dann schrittweise wieder zur Gegenwart zurück zu kehren. Auf Schostakowitsch folgt John Dowland mit zwei Stücken, arrangiert einmal für Gitarre und Streichquartett, einmal für Gitarre und Violoncello, deren Titel I saw my lady weep und Flow, my tears auch als Motto der CD gelten könnten. Darauf folgt Samuel Barbers vorwiegend in seiner Orchesterfassung bekanntes Adagio für Streicher, ursprünglich der zweite Satz seines einzigen Streichquartetts.

Den Abschluss bilden wieder zwei Kompositionen von Snétberger, Your Smile für Sologitarre und die, wie das Einleitungsstück für Gitarre und Streichquintett eingerichtete, Rhapsodie Nr. 1 für Gitarre und Orchester.

Viel Applaus, keine Pfiffe, keine Jauchzer. Der Hörer (!) hat mit dieser Aufnahme ein ungetrübtes, wenngleich elegisches Vergnügen.



Thomas Rothschild – 12. Februar 2021
ID 12744
ECM-Link zur CD Hallgató


Post an Dr. Thomas Rothschild

CD-Kritiken

ROTHSCHILDS KOLUMNEN



Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Unterstützen auch Sie KULTURA-EXTRA!



Vielen Dank.



  Anzeigen:





MUSIK Inhalt:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN

Rothschilds Kolumnen

BEETHOVEN 250

CASTORFOPERN

CD / DVD

INTERVIEWS

KONZERTKRITIKEN

LEUTE MIT MUSIK

LIVE-STREAMS |
ONLINE

NEUE MUSIK

PREMIERENKRITIKEN

ROSINENPICKEN
Glossen von Andre Sokolowski



Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal




Home     Datenschutz     Impressum     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2021 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)

Webdesign und -programmierung by Susanne Parth, bplanprojekt | www.bplanprojekt.de