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nachDRUCK # 5

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CD-Kritik

Trauer und

Mitgefühl





Bewertung:    



Henry Purcell ist nicht aus dem Nichts gekommen. Schon im vorausgegangenen Jahrhundert gab es in England eine reiche Musikkultur, zumal des Gesangs. Zu den bekanntesten Namen jener Epoche, wenngleich heute eher von einer kleinen Zahl von Habitués als vom Abonnentenpublikum bewundert und geliebt, zählen Thomas Tallis, John Dowland und Willam Byrd. Eine Generation jünger als Tallis und ein Zeitgenosse Shakespeares gilt Byrd, der achtzig, nach anderen Angaben sogar fünfundachtzig Jahre – zu seiner Zeit ein biblisches Alter – alt wurde, als prägende Figur der englischen Renaissance, des so genannten Elisabethanischen Zeitalters.

Seine Psalmes, Sonets & songs of sadness and pietie von 1588 bestehen aus knapp drei Dutzend Liedern für Solostimme und vier Instrumente. Sie haben den Charakter von Gebeten, aber auch von Liebesliedern oder Wiegenliedern, und ihre Texte stammen außer aus dem Alten Testament unter anderem von Ovid, Ludovico Ariosto und Sir Walter Raleigh. Auf der vorliegenden Doppel-CD werden sie, ganz im Sinne des Komponisten, teils mit Streicherbegleitung, teils a cappella vorgetragen. Vier Stücke erklingen rein instrumental.

Die Aufnahme ist tatsächlich kaum zu toppen. Grace Davidsons glasklarer Sopran, Martha McLorinans warmer Mezzosopran, Nicholas Todds schlanker Tenor und das stilistisch sattelfeste, 2005 gegründete Vokalensemble Alamire unter der Leitung von David Skinner sowie das erfahrene britische Consort Fretwork, das in diesem Jahr sein 35jähriges Bestehen (mit wechselnder Besetzung) feiert, gewährleisten eine interpretatorische Qualität, die ein uneingeschränktes Vergnügen gewährt. Sofern Lieder von Traurigkeit und Mitgefühl Vergnügen bereiten können.

Der volle Titel des Erstdrucks von William Byrds Zyklus jedenfalls dürfte uns Heutigen Vergnügen bereiten. Er lautet, illustriert mit einer allegorischen Grafik, die dem Lordkanzler und Favoriten der Königin Sir Christopher Hatton huldigt:



"Psalmes, Sonets, and songs of sadness and // pietie, made into Musicke of five parts : whereof, some// of them going abroad among divers, in vntrue coppies, are // heere truely corrected, and th'other being Songs very rare // and newly composed, are heere published, for the recreation // of all such as delight in Musicke : By William Byrd one // of the Gent:[lemen] of the Queenes Maiesties // Royall-Chappell // Printed at London by Thomas Este, // dwelling in Aldersgate streete, over // against the signe of the George. //"


Davon kann man lernen. Vielleicht hätte der eine oder andere Komponist oder Schriftsteller mehr Erfolg, wenn er auf dem Umschlag seiner Neuerscheinung ein Porträt von Christine Lambrecht anbrächte?


Thomas Rothschild – 18. Mai 2021
ID 12918
Link zur CD Byrd 1588


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