Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

Unsere Anthologie:
nachDRUCK # 5

KULTURA-EXTRA durchsuchen...

CD-Kritik

Ein halbes

Jahrhundert

nach Walter Carlos





Bewertung:    



Vor 53 Jahren veröffentlichte Wendy Carlos unter dem Namen Walter Carlos eine LP, auf der sie Werke von Johann Sebastian Bach auf dem Synthesizer interpretierte. Der Klang des Synthesizers war damals noch unvertraut, und die Platte wurde, wie man heute sagt, Kult. Jetzt haben Constanze Hochwartner und Peter Steiner bekannte Melodien mit Orgel und Posaune aufgenommen und sich damit als Anwärter für den Preis für die überflüssigste CD des Jahres ausgewiesen. Was bei Carlos Switched-On hieß, heißt heute Binary. Allerdings sind Hochwartner und Steiner, andes als Carlos, Österreicher. Da hätt’s das Wort „Binär“ vielleicht auch getan. Die tiefere Bedeutung eies binären Sterns bleibt eh verborgen.

Mit der nicht alltäglichen Besetzung ist, anders als etwa beim Zusammenspiel von Gheorghe Zamfir an der Panfllöte mit dem Organisten Marcel Cellier, für keinen der acht Titel etwas gewonnen. Bei der Zusammenstellung waren die beiden nicht zimperlich. Ein Fragment aus Gustav Mahlers 2. Symphonie platzieren sie zwischen John Williams’ Auftragsarbeit für die Olympischen Spiele 1996 und Andrew Lloyd Webbers Monumentalkitsch aus The Phantom of the Opera. An den Anfang stellen sie Also sprach Zarathustra – Sie wissen schon: jene Fanfare, die Richard Strauss aus Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum entlehnt und mit der Elvis Presley seine späten Konzerte eröffnet hat –, darauf folgen fünf Sätze aus Gustav Holsts Planeten und das Largo aus Dvořáks 9. Symphonie. Am Ende scheint Peter Steiner diesen Quatsch nicht auszuhalten, und er desertiert mit seiner Posaune aus dem zum Studio umfunktionierten Kirchenraum, um ihn für Samuel Barbers Adagio der Orgel zu überlassen.

Als Klammer für diesen Mischmasch dienen „die unendlichen Welten des Kosmos“. Mit dem Weltall freilich hat diese „galaktische Werkauswahl“ so viel zu tun wie Tschaikowskis Schwanensee mit Suchards Milka oder Beethovens Rasumowsky-Quartett mit Marcel Reich-Ranicki.



Thomas Rothschild – 30. Mai 2021
ID 12942
Berlin Classics-Link zu Binary Star


Post an Dr. Thomas Rothschild

CD

ROTHSCHILDS KOLUMNEN



Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Unterstützen auch Sie KULTURA-EXTRA!



Vielen Dank.



  Anzeigen:





MUSIK Inhalt:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN

Rothschilds Kolumnen

BAYREUTHER FESTSPIELE

CASTORFOPERN

CD / DVD

INTERVIEWS

KONZERTKRITIKEN

LEUTE MIT MUSIK

LIVE-STREAMS |
ONLINE

MUSIKFEST BERLIN

NEUE MUSIK

PREMIERENKRITIKEN

ROSINENPICKEN
Glossen von Andre Sokolowski

YOUNG EURO CLASSIC


Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal




Home     Datenschutz     Impressum     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2021 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)

Webdesign und -programmierung by Susanne Parth, bplanprojekt | www.bplanprojekt.de