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nachDRUCK # 5

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CD-Kritik

Der humorvolle

Bach





Bewertung:    



Die Toccata und Fuge in d-Moll von Johann Sebastian Bach wird man niemandem als Entdeckung verkaufen können. Wenn man freilich den satten, majestätischen Orgelklang im Ohr hat, wird man die verschlankte Bearbeitung, die Ferruccio Busoni (neben der der Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur) für das Klavier geschaffen hat, zunächst als befremdlich empfinden. Wenn man sich jedoch in sie hinein hört, kann man ihrer Transparenz und ihrem kammermusikalischen Charakter einen besonderen Reiz abgewinnen. Sie begegnet dem Rezipienten auf Augenhöhe, ohne den einschüchternden Habitus des sakralen Auftrumpfens.

Die in Deutschland lebende chinesisch-amerikanische Pianistin Claire Huangci eröffnet mit ihr ihre Aufnahme von acht Bach Toccatas. In ihrer Gesamtheit ergeben sie ganz nebenbei eine andere, frühe Kunst der Fuge. Die Magie dieser Musikform erfüllt sich als Teil der meisten Toccaten stets aufs Neue. Und wo, wenn nicht bei Bach, sollte man sie in höchster Vollendung finden

Claire Huangci ist eine Meisterin der Differenzierung. Jedes Stück hat bei ihr auf dem 2010 entwickelten Yamaha CFX, der im Handel rund stolze 150.000 Euro kostet, eine besondere Eigenart. Meint man in manchen Tracks die erfahrene Scarlatti-Interpretin zu hören, so klingen die Fuge der Toccata in g-Moll oder das Allegro der Toccata in D-Dur verblüffend mozartisch. Meist forciert die Pianistin das Staccato, dann wieder schwelgt sie im Legato. Claire Hunagci spricht, gegen einen geläufigen Konsens, vom „eher skurrilen, fantasierenden und humorvollen Bach“.

Das Beiheft enthält neben der sehr persönlichen Einleitung von Claire Huangci einen umfangreichen Essay ihres Kollegen Kit Armstrong über die Evolution und den Fortschritt in der Musik (im Gegensatz etwa zur Malerei) und insbesondere der Toccaten vor und bei Bach. Es wäre schade, wenn diese anregenden Überlegungen in einer CD-Packung versteckt blieben. Wie die Dinge liegen, können wir freilich damit rechnen, ihnen in Programmheften bei Konzerten – wohl auch ohne Quellenangabe – wiederzubegegnen.



Thomas Rothschild – 11. September 2021
ID 13138
Berlin Classics-Link zu Bach Toccatas


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