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CD-Kritik

Der Narr

und die

Närrin





Bewertung:    



Die Nuova Compagnia di Canto Popolare war eine der aufregendsten Musikgruppen des 20. Jahrhunderts. Sie existiert noch in wechselnden Formationen, aber sie hat sich außerhalb Italiens rar gemacht. Es hat sich jedoch ein Nachfolger gefunden, der die Tradition im hier vorliegenden Programm weiterführt. Er heißt L’Arpeggiata und wird geleitet von der Theorbistin Christina Pluhar. Das jetzt erschienene prächtige Hörbuch mit zwei CDs bietet „Tarantellen, Folien, Kantaten, Arien und canzone napoletane“ Alla Napoletana, die Ohr und Herz erfreuen. In ihnen ist die Trennung von Volks- und Kunstmusik noch nicht vollzogen. Auch sprachlich gibt es keine strenge Distinktion zwischen Dialekt und Hochsprache, was das Verständnis selbst für Kenner des Italienischen erschwert. Übersetzungen ins Deutsche, Englische und Französischen liegen bei. Die durchweg stilbewussten Sänger sind die Sopranistin Céline Scheen, der männliche Sopran Bruno de Sá, der Mezzosopran Luciana Mancini, der männliche Alt Vincenzo Capezzuto, der Countertenor Valer Sabadus, die Tenöre Alessandro Giangrande und Zachary Wilder und der Bass João Fernandes.

Die Stücke sind teils traditionell, teils von Komponisten des 16. bis 19., vorwiegend aber des 17. Jahrhunderts. La Pazza und Il Pazzo von Pietro Antonio Giramo (1619-1630) zum überlieferten Thema des Liebeswahns erweitern das Material zu Kantaten, die den Charakter eines kleinen musikalischen Dramas aufweisen, wobei das Arrangement von Christina Pluhar in Il Pazzo dem Zink, ganz anachronistisch, ein paar jazzige Phrasierungen gestattet. Das kontrastreich zusammengestellte Programm klingt aus mit einer melancholischen Totenklage. Ein Ruhepunkt nach sehr viel Vitalität.

Wer wissen will, wo Rossini, aber auch Angelo Branduardi oder Werner Schroeter für die Musik seines Films Neapolitanische Geschwister ihre Anregungen geholt haben, sollte sich diese Doppel-CD zu Gemüte führen. Aber es gibt auch in der Artikulation, in der Technik des Patter Songs, in den Tanzrhythmen unerwartete Verbindungen zu mehr oder weniger weit entfernten Folkloren, zur spanischen Sevillana und zur Jota, zu irischen Jigs und Reels, zu den russischen Tschastuschki. Überhaupt, Leute, kauft Alla Napoletana als Weihnachtsgeschenk für euch selbst und für alle Freunde, mit denen ihr es gut meint. Diese Musik sorgt für anhaltende gute Laune.


Thomas Rothschild – 28. Oktober 2021
ID 13250
ERATO-Link zu Alla Napoletana


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