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LES TROYENS
an der Oper Köln


Mirko Roschkowski und Veronica Simeoni (als sich umarmende Äneas & Dido) in Les Troyens von Berlioz an der Oper Köln | Foto (C) Matthias Jung

Bewertung:    



Gestern war die zweite Vorstellung von Berlioz' Les Troyens an der Oper Köln - was schon mal auffiel, dass (wenn ich großmütig hochrechne) gerade mal zwei Drittel der vorhandenen Platzkapazität im Staatenhaus besetzt gewesen war, was sicher weniger an dem prinzipiellen Interesse nicht nur "französisch liebender" Opernenthusiasten gelegen haben mag, sondern vielleicht eher an der Ansetzung an sich: Eine fast vierstündige Oper mitten in der Woche mit einer Endzeit so ab 23 Uhr den liebenswerten Kölnerinnen und Kölnern anzubieten, halte ich dann schon für kühn. I.d.R. werden beispielsweise die vom Zeitmaß ähnlich langen Wagner-Opern an den Wochenenden gespielt; dass das jetzt ausnahmsweise mal die Staatsoper Berlin ein bisschen anders praktiziert, wenn sie ab nächster Woche ihren neuen RING auch wochenmittig wuchtet, steht auf einem völlig andern Blatt geschrieben, denn die zuschauende/ zusehende Klientel dortselbst setzt sich zu einem Großteil hin und her jettender und halbirrer Wagneriannerinnen oder Wagnerianer zusammen; aber das nur kurz am Rande, mehr satirisch, angemerkt.

Also:

Les Troyens von Berlioz.

Unter den Berlioz-geübten Händen von Pultstar François-Xavier Roth macht diese aufwändige Produktion (Inszenierung von Johannes Erath, Bühnenbild von Heike Scheele und Kostümdesign von Norman Heinrich) den allerschönsten also eigentlichen Sinn. Roth befähigt das Gürzenich-Orchester - wahrscheinlich eines der besten Opernorchester oberhalb der Alpen, wenn nicht sogar weit darüber hinaus! - zu einem transparenten also durch und durch dann "durchschaubaren" Klang, wie ich ihn so in puncto Berlioz vielleicht das letztemal unter John Eliot Gardiner, der vor drei Jahren mit "seinem" Orchestre Révolutionnaire et Romantique Benvenuto Cellini in Berlin aufführte, live erlebte. Auch legt Roth gesteigerten Wert auf die musikalische Mitnahme sämtlicher Balletteinlagen und Zwischenmusiken, die an andern Häusern oftmals, um Troyens nicht unnötig in die Länge zu zerren, dem dirigentischen Rotstift zum Opfer fallen; ich glaube, dass ich sie dann überhaupt bisher noch nie gehört hatte, von daher also auch: merci.

Sensationell auch, wie Roth sowohl Orchester wie auch Fernorchester und den Chor und Extrachor der Oper Köln, der seinerseits dann ebenfalls oft aus der Ferne hörbar ist, zusammenhält, wie das in Anbetracht des wahrlich ziemlich ausgiebigen Saalmaßes im Staatenhaus synchronisch funktioniert - die müssen das ja noch und noch geprobt haben; Respekt!

*

Szenisch überzeugt es allerdings mitnichten.

Das ringförmige Laufband ist einfach zu schmal, um auf ihm auch nur annähernd glaubhafte Interaktionen der Protagonisten möglich werden zu lassen - alle geben sich zwar rührendst Mühe, dass das dann so aussieht wie "Gefühle", doch es bleiben schlussendlich nur notdürftig Behauptungen.

Mirko Roschkowski (Äneas), Isabelle Druet (Kassandra) und Veronica Simeoni (Dido) sangen die drei Hauptpartien - mein heimlicher Liebling war dann allerdings Adriana Bastidas-Gamboa als Anna, die Schwester von Dido.




Les Troyens von Berlioz an der OPer Köln | Foto (C) Matthias Jung

Andre Sokolowski - 29. September 2022
ID 13827
Les Troyens (Staatenhaus, 28.09.2022)
Musikalische Leitung: François-Xavier Roth
Inszenierung: Johannes Erath
Bühne und Kostüme: Heike Scheele
Co-Bühnenbildner: Norman Heinrich
Video: Bibi Abel
Licht: Andreas Grüter
Dramaturgie: Stephan Steinmetz
Chorleitung: Rustam Samedov
Besetzung:
Énée (Äneas) ... Mirko Roschkowski
Ascagne (Ascanius) ... Giulia Montanara
Panthée ... Lucas Singer
in Troja:
Cassandre ... Isabelle Druet
Chorèbe ... Insik Chom
Priam ... Matthias Hoffmann
Hécube ... Dalia Schaechter
Helenus ... Seungjick Kim
in Karthago:
Didon ... Veronica Simeoni
Anna ... Adriana Bastidas-Gamboa
Narbal ... Nicolas Cavallier
Iopas ... Dmitry Ivanchey
Hylas ... Young Woo Kim
Chor und Zusatzchor der Oper Köln
Gürzenich-Orchester Köln
Premiere an der Oper Köln: 24. September 2022
Weitere Termine: 01., 03., 06., 09., 12., 15.10.2022


Weitere Infos siehe auch: https://www.oper.koeln/


https://www.andre-sokolowski.de

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