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Premierenkritik

Liebt mich oder

liebt mich nicht

oder liebt mich

doch oder liebt

mich doch

nicht...



Isabelle Druet (re.) und Paul Appleby als Béatrice et Bénédict von Hector Berlioz an der Oper Köln | Foto (C) Hans-Jörg Michel

Bewertung:    



Ich hätte liebend gern gewusst, warum der Kölner Generalmusikdirektor François-Xavier Roth - einer der gegenwärtig wohl gefragtesten, beschäftigtsten und interessantesten Dirigentenpersönlichkeiten weit und breit - sich ausgerechnet für Hector Berlioz' komische Oper Béatrice et Bénédict begeisterte also interessierte, und zwar so begeisterte also interessierte, dass er sie jetzt konsequent und allumfassend (inkl. einer Inszenierung) für sein Haus bestimmte; im Programmheft war da jedenfalls nichts aufzufinden, was das mir erklärt oder bestätigt haben würde; schade eigentlich. Wobei: Ich konnte mir natürlich und schlussendlich denken, warum Roth es so entschied:

Mit welcher zuckerwatteschwerelosen Leicht- ja Luftigkeit "sein" Gürzenich-Orchester Berlioz' Musik ausführte und behandelte, ließ in der Tat nicht eine Frage offen, noch am wenigsten dann die, ob Béatrice et Bénédict womöglich gar eine der Lieblingspartituren Roths ist - ich vermute, schon!

Ja und trotz dass meine wegen der zwischendurch'en Dauerquatscherei der auf Französisch mitgesprochenen und mehr als ellenlangen Dialoge überstrapazierte Aufnahmebereitschaft fast hätte Gefahr laufen können, dass ich unfreiwillig aus der Oper resp. ihrer Opernhandlung ausgestiegen wäre, hielt ich allertapferst bis zum Ende durch und freute mich anhaltend über Berlioz' Musik und seine lichtalbene Darreichung - auch durch den spiel- und sang"wütigen" Chor der Oper Köln (Choreinstudierung: Rustam Samedov) und das nicht minder spiel- und sang"wütige" sängerische Personal des zweieinhalbstündigen Opernabends [alle Namen s.u.].




Béatrice et Bénédict von Hector Berlioz an der Oper Köln | Foto (C) Hans-Jörg Michel


"Die Experimentierfreude von Hector Berlioz, was das Beschreiten neuer musikalischer Wege betrifft, fand insbesondere im Falle seiner Musiktheaterwerke zu seinen Lebzeiten nie den gebührenden Widerhall. Im August 1862 anlässlich der Eröffnung des Neuen Theaters in Baden-Baden uraufgeführt, war auch Béatrice und Bénédict nur eine kühle Aufnahme vergönnt. Dabei zeichnet sich diese Partitur, ganz abgesehen von der inspirierten Ouvertüre, durch eine Vielzahl kostbarer musikalischer Parts aus und ist dabei – analog dem Shakespeareschen Text [Viel Lärm um nichts, Anm. d. Red.] – auf eine so subtile Art geistreich-witzig, dass sie von vielen Kennern heute als eine Erweiterung des Genres der opéra-comique genommen wird." (Quelle: oper.koeln)

*

Die vom Tanz kommende britische Regisseurin Jean Renshaw hatte den eigentlich (wegen der Dauerquatscherei, wie schon bemerkt) ersticken könnenden und wollenden Stückfluss mit sensationellem Drive versehen und den Ausführenden, in Errettung sozusagen, ein Bewegungstheater der Superklasse als Geschenk beschieden.

Christof Cremer war fürs Bühnenbild und die Kostüme zuständig.

Und dass die - nach zweijähriger Corona-Unterbrechung mehrfach verschobene - Premiere überhaupt dann gestern Abend stattfinden konnte, verdankte sich der kurzfristig herbeigezauberten Mitwirkung von Bariton Thomas Dolié, der für Miljenko Turk (als Claudio) - singend von der Seitenlinie - eingesprungen war.

Andre Sokolowski - 1. Mai 2022
ID 13602
BÉATRICE ET BÉNÉDICT (Staatenhaus Saal 2, 30.04.2022)
Musikalische Leitung: François-Xavier Roth
Inszenierung: Jean Renshaw
Bühne und Kostüme: Christof Cremer
Licht: Andreas Grüter
Chorleitung: Rustam Samedov
Dramaturgie: Birgit Meyer
Besetzung:
Don Pedro ... Luke Stoker
Leonato ... Sébastian Dutrieux
Hero ... Jenny Daviet
Béatrice ... Isabelle Druet
Claudio ... Thomas Dolié (singend) und Charlotte Wulff (spielend) sowie Joël Soichez (sprechend)
Bénédict ... Paul Appleby
Somarone ... Ivan Thirion
Ursule ... Lotte Verstaen
Chor der Oper Köln
Gürzenich-Orchester Köln
Premiere an der Oper Köln: 30. April 2022
Weitere Termine: 05., 08., 11., 13., 15.05.2022


Weitere Infos siehe auch: https://www.oper.koeln/


https://www.andre-sokolowski.de

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