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Konzertkritik

"...wo die

Zitronen

blühen"



Bewertung:    



"Ohne Italien wäre das Leben ein Irrtum: Das hat Friedrich Nietzsche zwar nicht ganz so gesagt; aber er liebte die Sonne des Südens und die Musik, die von ihr inspiriert ist. Das Land, das die Kunstform Oper hervorgebracht hat, in dem die berühmteste Liebesgeschichte der Welt spielt und das als Sehnsuchtsziel immer wieder die aus nördlicheren Gefilden stammenden Komponisten inspiriert hat, ist das Thema des Silvesterkonzerts 2022. Die Berliner Philharmoniker feiern den Jahreswechsel mit Musik aus und über Italien, geschrieben von fünf italienischen Komponisten und von zwei russischen, deren Herz für das Land schlug, wo die Zitronen blühen." (Quelle: berliner-philharmoniker.de)

*

Und weil sich Jonas Kaufmann und Kirill Petrenko auch mit Oper ganz gut auskennen, lag es - wegen des festgelegten Themas für das 2022er Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker - ganz nah sich für den diesjährigen medialen Jahresendhype zusammen zu tun und schön der Reihe nach drauf los zu schmettern und zu musizieren.

Kaufmann sang vier Arien (von Verdi, Zandonai, Giordano, Mascagni), und Petrenko dirigierte darüber hinaus auch "Außeritalienische", und zwar Prokofjews so genannten Tybalt-Tod aus der ersten Romeo und Julia-Suite sowie Tschaikowskis Capriccio italien - da kriegte man mal wieder eine Ahnung davon, wie mediterran und anheimelnd es stimmen mag, wenn Russen sich am Mittelmeer, und sei es nur inspirativ, erwärmten anstatt irgendwelche Angriffskriege zu führen oder sowas gutzuheißen (was aus deutscher Perspektive kritisch anzumerken, rein historisch betrachtet, sicherlich nicht unanmaßend ist; aber egal).

Das für meinen Geschmack Interessanteste und Hörenswerteste dieser Estrade war dann allerdings der kleine Nino-Rota-Block:



"Von Koryphäen wie Ildebrando Pizzetti und Alfredo Casella in der klassischen Musik ausgebildet, war er [Nino Rota, A.S.] viele Jahre lang selbst Kompositionsprofessor und Konservatoriumsdirektor, schrieb Solokonzerte ebenso wie Symphonien. Berühmt aber wurde er durch sein Filmschaffen, ob für Francis Ford Coppolas Der Pate, für Luchino Viscontis Der Leopard oder Franco Zeffirellis Romeo und Julia. Eine besonders fruchtbare Zusammenarbeit verband ihn mit Federico Fellini, der in seinen Filmen ein ungeschöntes und dafür umso wahrhaftigeres Italien schildert. Ihre dritte gemeinsame Arbeit war Fellinis frühes Meisterwerk La strada (1954): die herzzerreißende Geschichte eines grobschlächtigen Schaustellers – dem sprichwörtlich gewordenen 'großen Zampanò' – und der kleingewachsenen, eigenwilligen Gelsomina. Zehn Jahre später wurde Rota von der Mailänder Scala beauftragt, eine Ballettsuite über dasselbe Sujet zu schreiben. Natürlich benutzte der Komponist dabei die Filmmusik aus La strada, griff aber auch auf andere seiner Soundtracks zurück und schrieb zusätzlich neue Musik. (Quelle: dto.)


Und ebenfalls von Rota: "Parla piu piano" aus Der Pate (als Zugabe Nr. 1) - Kaufmann überzeugte hier am meisten, weil es halt, wie's so schön heißt, schlicht und ergreifend war; bei den vier Opernarien vorher wirkte seine Sangeskunst höhengepresst, was wiederum der Mehrheit des Publikums gut zu gefallen schien.

Außerdem gab es (als Zugabe Nr. 2) das mehr als turbulente und beinahe überhetzte "Volksfest" aus der Filmmusik-Suite Die Hornisse von Schostakowitsch, das Petrenko schlussendlich als musikantischen Rausschmeißer erkor.

Tosender Applaus.



Jonas Kaufmann sang italienische Arien beim 2022er Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker (Dirigent: Kirill Petrenko) | Foto (C) Monika Rittershaus
* *

Nach dem Konzert verabschiedete das Orchester den Geiger Stephan Schulze in den wohl verdienten Ruhestand.


Andre Sokolowski - 30. Dezember 2022
ID 13981
SILVESTERKONZERT (Philharmonie Berlin, 29.12.2022)
Giuseppe Verdi: Ouvertüre zu La forza del destino
- "La vita è inferno all'infelice ... Oh, tu che in seno agli angeli", Arie des Alvaro
Riccardo Zandonai: "Giulietta! Son io!", Arie des Romeo aus Giulietta e Romeo
Sergej Prokofjew: Tybalts Tod aus der Romeo und Julia-Suite Nr. 1
Umberto Giordano: "Un di all' azzurro", Arie des Andrea aus Andrea Chénier
Pietro Mascagni: Intermezzo aus Cavalleria rusticana
- "Mamma, quel vino è generoso", Arie des Turrido
Nino Rota: Nozze in campagna – "È arrivato Zampanò" aus der Orchestersuite La strada
- I tre suonatori e il "Matto« sul filo"
Peter Tschaikowsky: Capriccio italien op. 45
Jonas Kaufmann, Tenor
Berliner Philharmoniker
Dirigent: Kirill Petrenko


Weitere Infos siehe auch: https://www.berliner-philharmoniker.de/


https://www.andre-sokolowski.de

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