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Konzertbericht

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nach Italien

RundfunkchorLounge im Heimathafen Neukölln


Bewertung:    


Waren es vor einem Monat hochinteressante "Todesangelegenheiten", die der Rundfunkchor Berlin vor seinen Fans im Radialsystem behandelte (da sang er gar das weltberühmte Adagietto aus der Fünften Sinfonie von Gustav Mahler; hielt man es für möglich?!), wechselte er jetzt und aktuell die Stimmung weg vom Jen- ins Diesseits; und das schöne Thema seines neuen bunten Abends lautete: "Bella Italia – La dolce vita?".

Und wem von den anwesenden und zudem sehr gut gelaunten Zuschauern und Zuhörern im großen Saal des Heimathafens in Neukölln bis da noch nicht das allgemeine Urlaubsfeeling - morgen fangen in Berlin die regulären Sommerferien an - gepackt haben sollte, wurde spätestens nach dem vom Chor geradezu gewalttätig gesung'nen "Nessum Dorma" (frei nach Calàfs weltberühmter Hochschmelzarie aus Puccinis Oper Turandot) eines womöglich Besseren belehrt.

Damit es allerdings nicht ganz so unbeschwert dahinplätscherte, luden sich die Choristinnen und Choristen zwei auf ihren jeweiligen Gebieten profund sich auskennende Sachverständige ein, um mit ihnen gemeinsam diese RundfunkchorLounge zum o.g. Thema sozusagen abzufeiern: Edith Pichler von der Uni Potsdam (mit den Forschungsschwerpunkten zu italienischer Migration in Europa, Erinnerungskulturen und deutsch-italienische Beziehungen) sowie der Bestsellerautor Sandro Mattioli (Die Müll-Mafia) standen der rbb-Moderatorin Boussa Thiam in je einem Interview-Block mit Rede und Antwort zur Verfügung. Wir bildeten uns also hinsichtlich des schönen "Bella Italia"-Klischees sowie zu Fragen des organisierten Verbrechens ein bisschen weiter; das tat unserm Geist dann schließlich auch mal gut.

Die absoluten Highlights dieser spritzig-sommerlichen Aperol-Begegnung waren freilich musikalischer Natur, denn:

Vor der (Aperol-)Pause gab es zunächst den Introitus und das Kyrie aus der Missa pro Defunctis LV 624 von Orlando di Lasso, a-capella gesungen und dirigiert von Justus Barleben. Darauf folgten (in Klein- und Keinstbesetzung) das sog. Magnificat primo aus Salmi a otto voci concertati von Chiara Margarita Cozzolani (1602-1678), Monteverdis Lamento della Ninfa und Rossinis Preghiera; es begleiteten Bettina Pieck (Orgel), Aleke Alpermann (Violoncello) und Arnulf Ballhorn (Kontrabass).

Nach der Pause folgte das Gloria in Excelsis Deo aus den Tre canti sacri von Giacinto Scelsi (1905-1988), dirigiert vom Chorleiter Gijs Leenaars! Und darauf zwei weitere Abräumer, die das Publikum letztendlich außer Rand und Band geraten ließ - zum einen (und wer hätte das gedacht!?) Luciano Berios Quattro Canzoni popolari, gesungen von der phänomenalen Misaki Yoshida, am Klavier begleitet von Philip Mayers - - und schlussendlich swingten Eva Friedrich, Josette Micheler und Judith Simonis drei alte holländische Schlager, die das zwischen 1935 und 1943 umhertingelnde legendäre Trio Lescano (eines der ersten Girl Groups in der neuen Musikgeschichte) berühmt machte; Kay Lübke war hierzu am Schlagzeug, Ballorn/ Mayers ihrerseits am Bass und am Klavier.

Gelöste Atmosphäre, Sommerstimmung halt.



RundfunkchorLounge - im Heimathafen Neukölln | Foto (C) Marlene Pfau

Andre Sokolowski - 13. Juli 2023
ID 14289
"Bella Italia – La dolce vita?" (Heimathafen Neukölln, 12.07.2023)
Orlando di Lasso: Introitus und Kyrie aus Missa pro Defunctis LV 624
Chiara Margarita Cozzolani: Magnificat primo aus Salmi a otto voci concertati
Gioacchino Rossini: Preghiera
Claudio Monteverdi: Lamento della Ninfa
Giacinto Scelsi: Gloria in Excelsis Deo aus Tre canti sacri
Luciano Berio: Quattro Canzoni popolari
Trio Lescano: Tulipan
- Camminando sotto la pioggia
- Il pinguino innamorato
Giacomo Puccini: "Nessun dorma" aus Turandot
Aleke Alpermann, Cello
Arnulf Ballhorn, Kontrabass
Bettina Pieck, Orgel
Philip Mayers, Klavier
Kay Lübke, Schlagzeug
Rundfunkchor Berlin
Dirigenten: Justus Barleben und Gijs Leenaars


Weitere Infos siehe auch: https://www.rundfunkchor-berlin.de/


https://www.andre-sokolowski.de

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