Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

Unsere Anthologie:
nachDRUCK # 5

KULTURA-EXTRA durchsuchen...

Konzertkritik

Sehr komisch

dieser

Irrtum

war



Bewertung:    



Im traditionellen Neujahrskonzert der Stuttgarter Kulturgemeinschaft kombinierten die städtischen Stuttgarter Philharmoniker, das dritte Symphonieorchester am Ort neben dem auch für die Oper zuständigen Staatsorchester und dem SWR Symphonieorchester, unter ihrem Chefdirigenten Dan Ettinger, dessen Vertrag 2023 ausläuft, klischeehaft als „leicht“ klassifizierte Werke saisonüblicher Komponisten – Johann Strauss Sohn, Jacques Offenbach – mit der kontrastierenden 4. Symphonie e-Moll von Johannes Brahms. Im Programmheft, das erst in der Pause in der Liederhalle ankam (davor lag an seiner Stelle ein Programm vom April 2022 aus), wurde Brahms’ letzte Symphonie nach c-Moll transponiert. Keine Katastrophe – aber muss das sein?

Die Ouvertüre zur Fledermaus ist mit ihrem Potpourri von süffigen Melodien aus der beliebten Operette auch eine veritable Ouvertüre für ein Neujahrskonzert. Dan Ettinger drückte aufs Tempo und sorgte von Anfang an für gute Laune. Dafür interpretierte er die Annen-Polka eher langsamer, als man es gewohnt ist. Im Lauf des Abends sang die israelische Sopranistin Hila Fahima "Mein Herr Marquis" (im Programmheft: "Mein Herr Marquise") aus der Fledermaus, den Strauss-Walzer Frühlingsstimmen, und bei Jacques Offenbachs Arie aus Hoffmanns Erzählungen deutete sie mit automatischen Armbewegungen und nach vorne zusammensackend, weil das Uhrwerk abgelaufen ist, die mechanische Puppe Olympia an. Macht nichts. Sie kann auch singen.

Nach der Pause demonstrierte Dan Ettinger, dass seine Klangvorstellung jener von Roger Norrington, der versucht hatte, seine Zuhörer mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart zum vibratofreien Spiel zu erziehen, diametral entgegengesetzt ist. Stellenweise würde man sich bei seiner Interpretation mehr Trennschärfe wünschen. Zumal in den ersten zwei Sätzen tendierten die einzelnen Instrumentengruppen zum Verschmieren. Ettingers Stärke lag auch bei Brahms auf der Ausgelassenheit des dritten Satzes. Er wurde gerade elf Jahre nach der Fledermaus und vier Jahre nach Hoffmanns Erzählungen uraufgeführt.

Das Publikum im voll besetzten Beethoven-Saal hat sich vereinzelt zwischen den Sätzen und dann beim Schlussapplaus gründlich ausgeklatscht. Auf den Radetzky-Marsch konnte verzichtet werden.

Thomas Rothschild - 4. Januar 2023
ID 13986
Weitere Infos siehe auch: https://www.stuttgarter-philharmoniker.de


Post an Dr. Thomas Rothschild

Konzertkritiken

Opernkritiken

ROTHSCHILDS KOLUMNEN



Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Unterstützen auch Sie KULTURA-EXTRA!



Vielen Dank.



  Anzeigen:







MUSIK Inhalt:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN

Rothschilds Kolumnen

BAYREUTHER FESTSPIELE

CASTORFOPERN

CD / DVD

INTERVIEWS

KONZERTKRITIKEN

LEUTE MIT MUSIK

LIVE-STREAMS |
ONLINE

NEUE MUSIK

PREMIERENKRITIKEN

ROSINENPICKEN
Glossen von Andre Sokolowski



Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal




Home     Datenschutz     Impressum     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2023 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)

Webdesign und -programmierung by Susanne Parth, bplanprojekt | www.bplanprojekt.de