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nachDRUCK # 5

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Konzertkritik

Östlich

des Balkan



Bildquelle: fisfuez.de

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In der an unscharfen Begriffen reichen Terminologie aus dem Bereich der Musik dürfte „Weltmusik“ einer der wackeligsten sein. Was, wenn nicht Dvořáks Aus der neuen Welt, der Jazz des Globe Unity Orchestra oder die Songs der Weavers, wäre Weltmusik? Seit ein paar Jahrzehnten bezeichnet man damit alles, was nicht in die traditionellen Kategorien zu passen scheint, auch wenn Jazz, Folklore oder Populärmusik in vielen Fällen durchaus angebracht wäre, und was aus (uns!) fremden Kulturen stammt oder Einflüsse aus mehreren Kulturen amalgamiert. Er hat den Unterton von Aufgeschlossenheit und Kritik am Nationalismus.

Das türkisch-deutsche Ensemble FisFüz sollte in der FILharmonie in Filderstadt, einer durch Zusammenlegung mehrerer Orte in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstandenen Gemeinde südlich von Stuttgart, eigentlich gemeinsam mit dem Camerata String Quartet auftreten. Aus den Gründen, die niemanden mehr überraschen, musste dieses absagen. So blieb FisFüz allein zurück, was freilich kein Problem darstellte. Das Quintett, bestehend aus Annette Maye (Klarinette), Murat Coşkun (Perkussion), Muhittin Kemal (Kanun), Yaschar Coşkun (Perkussion) und Malika Coşkun (Akkordeon, Perkussion), musiziert auch sonst ohne Streichquartett. Schade ist es dennoch. Die Crossover-Begegnung versprach, interessant zu werden.

Das eineinhalbstündige Konzert stand unter dem Motto "Traces of the Black Sea" ("Spuren des Schwarzen Meers" tät’s auch). Es führte durch Tänze mit ungeraden Rhythmen und modalen Tonleitern von Rumänien über Georgien und Odessa bis in die Türkei. Es faszinierte mit der Vielfalt der Perkussionsinstrumente mit bestimmbarer und unbestimmter Tonhöhe, darunter Rahmentrommeln in allen Größen, durch das Verschwinden der Grenzen zwischen Geräusch und Melodie und auch durch den Klang des Kanun, einer orientalischen Zither-Variante.

Auf dem Weg ums Schwarze Meer begegnet das Ensemble einem russischen Lied, das als Kosakentanz angesagt wird. Gerhard Bronner dichtete einst zu der Melodie, und Helmut Qualtinger sang den Dialektischen Materialismus-Rock. Weltmusik!

Thomas Rothschild – 20. Dezember 2022
ID 13971
TRACES OF THE BLACK SEA (FILharmonie Filderstadt, 18.12.2022)
Sulchan Zinzadse. Miniaturen für Streichquartett
Oriental Jazz
FisFüz
Annette Maye
Murat Coşkun
Muhittin Kemal
Yaschar Coşkun
Malika Coşkun


Weitere Infos siehe auch: https://www.fisfuez.de/


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