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Konzertkritik

Bach und

Butterworth



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Das im Herbst 1989 im Geiste der Wiedervereinigung gegründete Deutsche Kammerorchester Berlin (seit 2008 wird es von Gabriel Adorján, dem 1. Konzertmeister des Orchesters der Komischen Oper Berlin, künstlerisch geleitet) stellte und stellt seine sechs jährlichen Abo-Konzerte unter jeweils ein Thema; in dieser Saison waren/ sind es "Reise um die Welt", "Vom Menschsein - HUMAN", "Bassissimo", "Silberklänge" oder "Glanzlichter" - gestern, in seinem vierten Abo-Konzert, lautete die Überschrift: "Seelenbilder".

Benjamin Appl, dem man seine 42 Jahre partout nicht ansieht, wurde hierzu eingeladen. Er ist im Kreis der internationalen Bariton-Elite, ob auf der Bühne oder dem Konzertpodium, längst angekommen, insbesondere als Liedsänger hat er sich weltweit einen Namen gemacht; ich selbst erlebte ihn zum ersten Mal bei einer Schubertiade mit den holländischen Pianistenbrüdern Jussen.

Seine sehr schöne Stimme klingt nicht überlaut, ist also alles andere als aufdringlich. Sie hat was Anheimelndes, Kultiviertes, und seine Textverständlichkeit muss als superb bezeichnet sein.

Für die "Seelenbilder" des DKO steuerte Appl zunächst zwei Bach-Arien ("Willkommen, werter Schatz" aus der Kantate BWV 36 sowie "Mache dich, meine Herze, rein" aus der Matthäuspassion BWV 244) bei - da hatte ich das leiseweinende Gefühl, dass das Orchester (7 Violinen, 3 Bratschen, 2 Celli, 1 Kontrabass plus 1 Erzlaute) im Verhältnis zu seiner Stimme vielleicht etwas zu laut zu mir herüberkam; kann aber auch an der Akustik im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin gelegen haben, keine Ahnung.

Ganz anders wirkte es im Falle der Six Songs from A Shropshire Lad von George Butterworth (1885-1916):


"Verzweiflung und Traurigkeit durchziehen die Verse, die Alfred Edward Housman 1896 in seiner Sammlung A Shropshire Lad (Ein Bursche aus Shropshire) publizierte. Immer wieder suchen dort junge Männer ihren allzufrühen Freitod oder fallen im Krieg. Entsprechend melancholisch fielen um 1911/1912 die kunstvoll schlichten Vertonungen einiger dieser Gedichte durch George Butterworth aus", schreibt Oliver Binder im Programmheft.


Die sechs Lieder sind durchkomponiert, was mir Ersthörer, auch wegen des Fehlens der Liedtexte, quasi zum Mitlesen, beim Auseinandersortieren einige Schwierigkeiten bereitete. Nichts desto trotz erreichten sie durch Appls differenzierte Interpretation emotionale Wirkung. Ich wusste zwar nicht, was er (also textlich) sang, aber das Wie war letzten Endes mehr als überzeugend. Zudem wurde er von einem Streichquartett (2 Violinen, 1 Bratsche, 1 Cello) begleitet.

Instrumental wurde das DKO-Konzert von Bachs Konzert für zwei Violinen d-Moll BWV 1043 (Solisten: Gabriel Adorján und Melinda Watzel) sowie Brittens Variations on a Thema by Frank Bridge eingerahmt; und zwischen den zwei Appl-Blöcken gab es außerdem Barbers mehr oder weniger abgedroschenes Adagio for Strings, welches sich allerdings bei mir relativ spurlos in ein Nichts verlor.
Andre Sokolowski - 7. März 2024
ID 14651
"Seelenbilder" mit dem DKO (KMS Philharmonie Berlin, 06.03.2024)
Johann Sebastian Bach: Konzert für zwei Violinen d-Moll
- „Willkommen werter Schatz“ (Arie aus: Schwingt freudig euch empor, BWV 36)
- "Am Abend, da es kühle war / Mache dich, mein Herze, rein“ (Rezitativ und Arie aus: Matthäus-Passion, BWV 244)
Samuel Barber: Adagio for Strings
George Butterworth: Six Songs from A Shropshire Lad
Benjamin Britten: Variations on a theme by Frank Bridge
Melinda Watzel, Violine
Benjamin Appl, Bariton
Deutsches Kammerorchester Berlin
Violine & Leitung: Gabriel Adorján


Weitere Infos siehe auch: https://dko-berlin.de/


https://www.andre-sokolowski.de

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