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Konzertkritik

Rondo

in A-Dur



Daniel Barenboim dirigierte die Berliner Philharmoniker am 20. Dezember 2023 | Foto (C) Monika Rittershaus

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Im Internet triffst du, wenn du als Suchbegriff "Schubert Rondo A-Dur vierhändig" eingibst, an vorderster Stelle auf ein zirka 13-minütiges Video, das Martha Argerich & Daniel Barenboim (wo genau, ist leider nicht vermerkt) bei einer Konzert-Zugabe zeigt. Sie agieren in einem voll besetzten Saal, und die Kameraeinstellungen (links oben ist das arteCONCERT-Logo zu erkennen) sind auf die zwei neben- und beieinander Sitzenden vor einem Steinwayflügel gerichtet, als Nahaufnahme dient zumeist die von vier Händen gespielte Klaviatur. Das Stück, das sie bei der Gelegenheit zum Besten geben, ist als Schubert ziemlich eindeutig erkennbar, es ist - wie man so schön sagt - schlicht, einfach und ergreifend. 2014 wurde dieses Bild-Ton-Dokument veröffentlicht; ich recherchierte das, nachdem ich gestern Abend von dem sentimental mich ergriffen habenden Berliner Philharmoniker-Konzert nach Hause fuhr...

Die beiden wählten also Schuberts Opus D.951 - wie vor neun Jahren, und womöglich hatten sie es früher oder später bei ganz ähnlichen Gelegenheiten auch in dieser Art getan - als neuerliche Referenz an das sie geradezu anhimmelnde Publikum.

*

Aus gesundheitlichen Gründen musste Daniel Barenboim (81) die Nordamerika-Tournee mit der Staatskapelle Berlin (ding- und vertragsfest gemacht weit vor Bekanntwerden seiner tragischen Krankheit und dem darauffolgenden Rücktritt als Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden) absagen; wahrscheinlich sollte es die letzte große Tour mit "seinem" Orchester, das er über 30 Jahre leitete, sein. Es klappte leider nicht.

Mittlerweile scheint es ihm wieder etwas besser zu gehen, und so konstatiere ich auf seiner Homepage paar Terminankündigungen für 2024 - unter anderem wird er drei Mal mit dem Orchester der von ihm mitgegründeten Barenboim-Said Akademie im Berliner Pierre Boulez Saal sowie der Filharmonica della Scala in Mailand (29. Januar), den Berliner Philharmonikern bei ihrem Europakonzert im Amphitheater Tsinandali (1. Mai) oder dem West-Eastern Divan Orchestra beim Waldbühnenkonzert (9. August) auftreten.

Und - weil niemand punktgenau vorherzusagen wagt, wie er, wenn die Konzerte jeweils anstehen, gesundheitlich so drauf ist - wird es jedesmal ein Glück sein ihn erneut (heißt: live!) erlebt haben zu dürfen.

So wie aktuell, als er Beethovens zweites Klavierkonzert - mit seiner langjährigen argentinischen Freundin Martha Argerich (82) als Solistin - und die Dritte Sinfonie von Brahms am Pult der Berliner Philharmoniker dirigierte.

Beide Werke wird man so in dieser manischen, fast todessüchtigen Ausgebreitetheit, wobei nicht nur die jeweils langsamen Sätze ("Adagio" beim Beethoven, "Andante" beim Brahms) langsamer als langsam übers Podium in den Saal hinein verströmen, nie zuvor derart gehört haben. Und das Orchester lässt sich auf die Altersweisheitslaunen des sie an- und fortleitenden Maestros widerstandslos ein. Der eigenwillige Spirit, der den ganzen Apparat - und nicht allein die Philharmoniker, sondern auch mich den Zuhörenden als wie Zuschauenden - zu vereinnahmen droht, hat etwas Magisches; und nein, du kannst dich diesem Zauber einfach nicht entziehen.

Standing ovations, lang anhaltende.




Martha Argerich und Daniel Barenboim spielen (als Zugabe) Franz Schuberts Rondo in A-Dur D.951 - im Konzert der Berliner Philharmoniker am 20. Dezember 2023
Foto (C) Monika Rittershaus

Andre Sokolowski - 21. Dezember 2023
ID 14535
BERLINER PHILHARMONIKER (Philharmonie Berlin, 20.12.2023)
Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 19
Johannes Brahms: Symphonie Nr. 3 F-Dur op. 90
Martha Argerich, Klavier
Berliner Philharmoniker
Dirigent: Daniel Barenboim


Weitere Infos siehe auch: https://www.berliner-philharmoniker.de/


https://www.andre-sokolowski.de

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