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Konzertkritik

Die Frau

ihres

späteren

Mannes



Clara Wieck 1835, im Jahr des ersten Kusses, Lithografie von Julius Giere. Die Noten stammen aus ihrem Klavierkonzert a-Moll op. 7. | Bildquelle: Wikipedia

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Clara Schumann (1819-1896) assoziiert der Musik- und sonstige kulturinteressierte Laie meistens als die klavierspielende Frau ihres Mannes (Robert Schumann), etwas näher ist sie ihm womöglich aus dem schönen alten Film Peter Schamonis vertraut, wo insbesondere dann ihre und die Jugend ihres späteren Gatten behandelt worden war. In Frühlingssinfonie (so hieß nämlich die damalige deutsch-deutsche Gemeinschaftsproduktion) wurde sie von Nastassja Kinski verkörpert, Rolf Hoppe war da als ihr Vater Friedrich Wieck besetzt, und Herbert Grönemeyer sah man als den jungen Robert; sogar André Heller wurde in dem Film gecastet, er trat kurz als junger Felix Mendelssohn Bartholdy auf...


"Sie begegnen einander erstmals in einem Salon in Paris. Es ist das Jahr 1832. Sie: eine pianistische Frühbegabung, kaum dreizehn Jahre jung. Er: zehn Jahre älter und bereits ein gefeierter Komponist. Zu diesem frühen Zeitpunkt kann Clara Wieck, die spätere Clara Schumann, allenfalls vermuten, dass der freundliche, weltgewandte Mann in ihrem weiteren künstlerischen Leben noch eine wichtige Rolle spielen wird. Er heißt Felix Mendelssohn Bartholdy.

Als Clara im September 1835 ihren 16. Geburtstag feiert, spielen sie gemeinsam Felix Mendelssohns
Capriccio brillant und einige Werke, die Clara komponiert hat. Im Herbst stehen sie zusammen auf der Bühne des Leipziger Gewandhauses. Es ist der 9. November, ein Montag. Seit gut einem Monat ist Felix Kapellmeister des Orchesters, Clara präsentiert an diesem Tag ihr neuestes Werk, ein Konzert für Klavier und Orchester. Dass ihr späterer Mann, Robert Schumann, sechs Jahre später ebenfalls die Arbeit an einem Klavierkonzert in dieser Tonart beginnen wird, ebenfalls in drei Sätzen und mit weiteren versteckten Anspielungen an ihr Konzert, konnte Clara am Abend der Uraufführung nicht ahnen."

(Christoph Vratz; Quelle: Programmheft)



Die Berliner Philharmoniker, bei denen die "Jahrhundertfrau" (wie sie von Benedikt von Bernstorff im Porträt auf der Orchester-HP treffend tituliert ist) zwischen 1883 und 1889 immerhin fünf Auftritte als Pianistin absolvierte, setzten nun ihr eigenes Klavierkonzert - und erstmals überhaupt (!) - auf das Programm.

Es ist durchkomponiert, wird allerdings im zweiten Satz "nur" mit Klavier und Cello (Solist: Bruno Delepelaire) bestritten und nervt mit seinen grade mal 19 Minuten Spieldauer [habe es selbst gestoppt] gottlob nicht allzu lang - will sagen, dass es irgendwie, mit Ausnahme des schönen Cello-und-Klavier-Satzes, belanglos auf mich wirkte.

Claras einstiger Noch-nicht-Gatte ließ sich seiner Zeit recht generös herab, um es in seiner Neuen Zeitschrift für Musik wie folgt zu rezensieren:


"Das erste, was wir hörten, flog wie ein junger Phönix vor uns auf, der nach oben flatterte. Weisse sehnende Rosen und perlende Lilienkelche neigten hinüber, und drüben nickten Orangenblüthen und Myrthen, und dazwischen streckten Erlen und Trauerweiden ihre melancholischen Schatten aus."


Kritischer meinte er dann allerdings:


"Ich sah oft Kähne kühn über den Wellen schweben, und nur ein Meistergriff am Steuer, ein straffgezogenes Segel fehlte […] so hört’ ich hier Gedanken, die oft nicht die rechten Dolmetscher gewählt hatten, um in ihrer ganzen Schöne zu glänzen."


Robert & Clara anno 1835 - er war damals 25, sie erst 16 Jahre jung.

So war das halt mit ihrem einzigen Klavierkonzert.

*

Die italienische Pianistin Beatrice Rana (31) war die Solistin.

Und Yannick Nézet-Séguin (49), seines Zeichens unter anderem Musikdirektor der New Yorker MET, dirigierte.



Die italienische Pianistin Beatrice Rana spielte das Klavierkonzert von Clara Schumann - begleitet von den Berliner Philharmonikern (Dirigent: Yannick Nézet-Séguin) am 23. Mai 2024
in der Philharmonie Berlin | Foto (C) Monika Rittershaus


* *

Nach der Pause gab's dann noch die Leningrader Sinfonie von Schostakowitsch.
Andre Sokolowski - 24. Mai 2024
ID 14764
BERLINER PHILHARMONIKER (Philharmonie Berlin, 23.05.2024)
Clara Schumann: Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 7
Dmitri Schostakowitsch: Symphonie Nr. 7 C-Dur op. 60 Leningrader
Beatrice Rana, Klavier
Berliner Philharmoniker
Dirigent: Yannick Nézet-Séguin


Weitere Infos siehe auch: https://www.berliner-philharmoniker.de


https://www.andre-sokolowski.de

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