Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

Unsere Anthologie:
nachDRUCK # 5

KULTURA-EXTRA durchsuchen...

Konzertbericht

„It´s just us.“



Eine Ben-Videoanimation wiederholt sich während der Wartezeit auf Macklemore im Sparkassenpark Mönchengladbach | Foto © Ansgar Skoda

Bewertung:    



Die Vorfreude des Publikums ist bereits bei der Vorgruppe, Schmyt, gegen 19 Uhr deutlich zu spüren. Die Altersspanne im Publikum reicht von jungen Kindern bis hin zu Mittfünfzigern.

Gegen 20:30 betritt der Hip-Hop-Star Macklemore in Bomberjacke mit nicht weniger als acht Künstlern, einer Reihe von Sängern, Tänzern, einer Band mit Posaune und Trompete und DJ-Decks, die Bühne. Der Singer-Songwriter rappt im lockeren Flow mit unverstellter Stimme; Backgroundsängerinnen und -sänger bieten dazu euphorische Bridges und Refrains dar.

Viele der etwa 16.000 Besucher der Freiluftbühne des Sparkassenparks Mönchengladbach tragen vor bedrohlicher Wolkenkulisse vorsorglich wasserdichte Regencapes; doch glücklicherweise hält sich das Wetter. Trotzdem werden einige Zuschauer nass, denn der Star des Abends bespritzt ausgelassen mit einer Super-Soaker-Wasserpistole ausgewählte Zuschauer der vorderen Reihen. Der mehrfache Grammy-Preisträger beginnt den Konzertabend zu seinem dritten Studioalbum Ben mit dem vom Gospel inspirierten „Chant“, einem Stück, bei der die Vocals der australischen Singer-Songwriterin Tones and I von einer anderen Sängerin wiedergegeben werden.

Macklemore fordert zu Beginn seine Zuschauer auf, ihre Handys wegzulegen und die Show zu genießen, als er am Samstagabend die Bühne des Sparkassenparks Mönchengladbach betrat. Das Bild von erhobenen, leuchtenden, ablenkenden Handys, die Teile der Show filmen, nervt nicht nur andere Konzertbesucher bei modernen Gigs. Auch die Künstler selbst blicken oft auf mehr filmende Handys, als in die Gesichter ihrer Fans. Gleich zu Beginn predigt der in in Seattle geborenen US-amerikanische Rapper: „There is a lot of cell phones, get a couple of pictures and videos, put that on Instagram and then put your phones away. This is human-to-human interaction. It’s just us. I want to be here with you and live in the present moment. If I’m going to be staring at phones I’m going to be pissed off. This a mother f--ing hip hop show, so please stand up.”

Tatsächlich werden die Zuschauer nicht nur zum rhythmischen Klatschen und Mitgrölen animiert.

Für den Refrain-Gesang der Upbeat-Nummer „Downtown“ holt Macklemore eine Zuschauerin auf die Bühne; Lotta hält sich gesanglich wacker. Später holt Macklemore zwei weitere Fans auf die Bühne, die in ihrem eigenen Stil in einer Art Battle auf dem Laufsteg der Bühne vortanzen dürfen. Ein herzliches Lob an die beiden jungen Damen, die auf der Bühne unter anderem Räder schlugen.

Zwischen jedem Song spricht und und scherzt Macklemore mit den Zuschauern über seine Musik, die Stadt und das Leben im Allgemeinen. Er habe in Deutschland in den letzten Tagen bereits sieben Schnitzel gegessen, schwärmt Macklemore, ungeachtet, dass auch Vegetarier unter seinen Besuchern sein könnten. Es kommt eine Reihe von Pyrotechnik mit theatralischen Feuerfontänen zum Einsatz. Auch Videoprojektionen mit Texteinblendungen erweitern das Gesamtbild.

Der mit einem Grammy ausgezeichnete „Thrift Shop" lässt die Menge toben, wenn Macklemore in seiner Pelzjacke zusammen mit seiner Tanzcrew lässig synchrone Schrittfolgen performt. Macklemore rappt auch bewegt zu „Same Love“, in dem es um LGBTQ-Rechte und die Liebe, die sowohl geduldig als auch freundlich ist, geht. Während dieses Auftritts liegen sich einige Besucher harmonisch in den Armen und viele halten mit Händen und Fingern geformte Herzen hoch.

Der 40-Jährige scheut schwierige politische Themen nicht und spricht über seine Unterstützung für die Notlage der Palästinenser in Gaza und den Krieg zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas: „When I say free Palestine, it’s not against anyone. It actually means we should protect everyone.” Der nun performte Protestsong „Hind's Hall“ fordert einen Waffenstillstand im Krieg zwischen Israel und Palästina. Er bezieht sich auf die Umbenennung der Hamilton Hall der Columbia University zu Ehren von Hind Rajab, einem 6-jährigen Mädchen, das von israelischen Soldaten in Gaza getötet wurde. Macklemore verpflichtete sich, alle Einnahmen aus dem Track an die UNRWA zu spenden, ein Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina.

Mit Umhang, Stirnband, Jeansjacke und Perücke trägt Macklemore „1984“ aus seinem 2009er Album The Unplanned Mixtape vor. Der dreifache Familienvater kleiner Kinder, mit bürgerlichem Namen Benjamin Hammond Hagerty, begeistert sein Publikum mit mitreißenden Rhythmen und zum Nachdenken anregenden Lyrics. Als Zugaben beenden gegen 22:15 energiegeladene und dynamische Performances von „Good Old Days“ und dem frenetisch gefeierten „Can't Hold Us“ den Konzertabend.



Macklemore mit „Hind's Hall“ im Sparkassenpark Mönchengladbach | Foto © Ansgar Skoda

Ansgar Skoda - 3. Juni 2024
ID 14779
Weitere Infos siehe auch: https://macklemore.com/


Post an Ansgar Skoda

skoda-webservice.de

Ballett | Performance | Tanztheater

Bücher

Konzerte



Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Unterstützen auch Sie KULTURA-EXTRA!



Vielen Dank.



  Anzeigen:







MUSIK Inhalt:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN

Rothschilds Kolumnen

BAYREUTHER FESTSPIELE

CASTORFOPERN

CD / DVD

INTERVIEWS

KONZERTKRITIKEN

LEUTE MIT MUSIK

LIVE-STREAMS |
ONLINE

NEUE MUSIK

PREMIERENKRITIKEN

ROSINENPICKEN
Glossen von Andre Sokolowski



Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal




Home     Datenschutz     Impressum     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2024 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)