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Konzertbericht

Sanft schimmernde Lichtpunkte, schwebende Harmonien



Angus und Julia Stone am 20. Mai 2024 in der Kölner Philharmonie | Foto © Ansgar Skoda

Bewertung:    



Kontemplative Akustikgitarrenklänge untermalten eindringlich intime Bekenntnisse.

Ab 20 Uhr heizte am Montagabend Harrison Storm dem Publikum in der Kölner Philharmonie ein. Sanft und kraftvoll verlieh der australische Singer-Songwriter nachdenklichen, gitarrengetriebenen Folk-Songs wie „Run“, „Feeling you, a sense of home“ oder „Be slow“ mit hellem und hohem Gesang Nachdruck. Seine persönlichen Lyrics handelten von Hoffnung, Sehnsucht, Selbstzweifeln, Schmerz oder auch Trost.

Ab 21 Uhr wurde das Licht abgedunkelt. Angus & Julia Stone betraten lässig im Anzug respektive Kleid mit umgehängten Gitarren die Bühne von der linken Seite. Die Geschwister positionierten sich aufmunternd lächelnd einander gegenüber. Eine Bühnenbeleuchtung mit über zwanzig von der Decke hängenden, in unterschiedlichen Farben angeleuchteten Laternen sorgte für eine intime und sanfte Stimmung. Schattenhaft versammelten sich drei weitere Körper hinter ihren Instrumenten.

Das Duo stimmte atmosphärisch hinter ihren jeweiligen Mikrofonen neue Song aus ihrem im Mai erschienen, sechsten Studioalbum an. Cape Forestier (2024) ist benannt nach einem Boot, das eine wichtige Rolle im Leben der Geschwister aus Australien gespielt hat. Der Song, der live andächtig performt wurde, handelt von einem alten Fischtrawler, der wildesten Wetterlagen trotzte. Von Anfang an zogen die Geschwister ihr Publikum in der voll besetzten Philharmonie mit poetischen Texten und sphärischen Klangteppichen in den Bann.

Die Stones veröffentlichten seit 2006 Platten. Schon ihre Eltern waren Folk-Musiker. Das Bruder-Schwester-Duo wird heute eher als Indie-Pop-Band betrachtet. Sie harmonierten miteinander gut. Eine dreiköpfige Band beteiligte sich solide am pulsierenden und komplexen Sound der zärtlich-zurückhaltenden Folk-Songs. Schlagzeugerin Loren Benson, Bassistin Cass Mitchell und Gitarrist Ben Edgar unterstützten dabei oft die Backing Vocals. Benjamin Edgar produzierte einige der Songs mit. Die Stones selbst überraschten an den Percussions, Vintage-Gitarren, mit verträumten Synthesizerklängen oder Julia dramatisch mit elegischen Trompetensoli. Angus setzte an der Mundharmonika stimmungsvoll Akzente.

Julia drehte tänzerisch Hände und Finger in der Luft bei Songs, bei denen sie nicht Gitarre spielte oder sich am Klavier begleitete. Die Songs haben oft eine direkte und einfache Erzählweise. Julia erzählte, dass sie in einem kurz danach dargebotenen Song, „For you“, eine Trennung verarbeitete. Anders als ihr zurückhaltenderer Bruder, genoss sie sichtlich die Performance. Julias zerbrechliche, krachende, oft hauchende Stimme hinterließ einen starken Eindruck, während Angus mit seinem wohltemperierten Gesang für Gänsehaut-Momente sorgte. Basstöne wanderten, Gitarren pulsierten, Drums swingten.

Den eindringlich vorgetragenen „Wedding Song", hätten sie, wie Julia erklärte, ursprünglich für die Hochzeit eines Freundes geschrieben. Auf der Hochzeit ihrer über 60jährigen Mutter hatten sie ihn dann auch gespielt, die Anspielung auf „making babies on the beach“ augenzwinkernd einschließend. Das melancholisch-nachdenkliche „Losing You“ erzählte hingegen vom Verlust der Liebe.

Ein eindringliches, elektrisierendes Konzert, bei dem neben Neuem auch Hits wie „Big Jet Plane“ und das beschwingte „Chateau“ nicht fehlen durften. Das Publikum wippte mit und passte sich den unterschiedlichen Stimmungen an. Auf stehende Ovationen folgte als Zugabe ein Cover von „Harvest Moon“ von Neil Young, bei dem auch Loren Benson nuanciert eine Gesangslinie beisteuerte.



Angus und Julia Stone am 20. Mai 2024 in der Kölner Philharmonie | Foto © Ansgar Skoda

Ansgar Skoda - 25. Mai 2024
ID 14765
https://angusandjuliastone.com/


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