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"Gipfeltreffen 2022" des Bundesjugendorchesters mit Mitgliedern des Orchestre Français des Jeunes und dem Bundesjugendballett

Strauss´

Der Bürger

als Edelmann
,

vertanzt

Choreografie: John Neumeier


Mirabelle Seymour und João Vitor Santana vom Bundesjugendballett bei den Hamburger Proben für das "Gipfeltreffen 2022"
Foto (C) Kiran West

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Am Sonntag begann in Essen die als so genanntes "Gipfeltreffen 2022" angesetzte Tour des Bundesjugendorchesters mit dem Bundesjugendballett und Gastmusikerinnen und -musikern des Orchestre Français des Jeunes. Sie wird auch noch nach Lille, Paris und Hamburg führen, und das alles "anlässlich des 30. Jubiläums der Unterzeichnung des Vertrages über die Europäische Union, dem Vertrag von Maastricht, sowie des dritten Jahrestages des deutsch-französischen Vertrags von Aachen".

Deswegen gab es gestern auch - vor Vorstellungsbeginn in der Berliner Philharmonie - drei ausschweifende Reden von Andrea Zietzschmann (Intendantin der Berliner Philharmoniker), Anne Spiegel (Bundesfamilienministerin) und Claudia Roth zu hören, wobei die der Kulturstaatsministerin gefühltermaßen noch am meisten mitzureißen in der Lage war; knapp eine halbe Stunde dauerte die arg bemühte gute Festaktlaune, ehe es dann endlich mit Ravels La Valse so richtig losging und man wieder einmal konstatieren musste, dass in puncto Bundesjugendorchester eine exemplarische Elite-Förderung auf allerhöchstem Niveau besteht - und wüsste es der klassikgeübte Hörer nicht von vorn herein, wer vor ihm auf dem Podium saß, hätte er sicherlich (geschlossnen Auges) festgestellt, dass das, was er da "augenblicklich" hörte, auch von den Berliner Philharmonikern, den Patentanten als wie -onkeln dieser professionellen Jugendtruppe, gleichsam in dergleichen Qualität hätte erbracht sein können.



Das Bundesjugendorchester unter Leitung von Alexander Shelly musizierte zu Beginn
La Valse von Maurice Ravel | Foto (C) Stephan Rabold


Freilich: Die jungen Musikerinnen und Musiker (unter Leitung von Alexander Shelley) können und konnten außer laut & großorchestrig auch noch leis' & kammermusikalisch:

Strauss' Der Bürger als Edelmann war angezeigt, und kein Geringerer als John Neumeier, der Gründer und Intendant des Bundesjugendballetts, schuf hierzu die Choreografie, die von Lormaigne Bockmühl, Justine Cramer, Pepijn Gelderman, Lennard Giesenberg, Thomas Krähenbühl, João Vitor Santana, Mirabelle Seymour und Anna Zavalloni getanzt worden war - auch diese acht jungen Menschen erbrachten den Beweis, dass die Elite-Förderung in Deutschland einen ziemlich guten Ruf genießt; ja und so lesen wir:


"Sie wollen für den Tanz begeistern und ihn stärker in der Gesellschaft verankern: die acht jungen Tänzer*innen des Bundesjugendballetts. Nicht jünger als 18 Jahre und nicht älter als 23 Jahre dürfen sie sein, während sie am Ballettzentrum Hamburg für zwei Jahre gefördert werden. [...] Das kleine Ensemble ohne feste Spielstätte erfindet den Tanz ständig neu und trägt ihn auch an ungewöhnliche Orte: Arabesquen im Seniorenheim, Grands jetés im Gefängnis, Pirouetten auf dem Pausenhof! Workshops in Schulen tragen dazu bei, ein junges Publikum fürs Ballett zu begeistern. Die Ausbildung im Bundesjugendballett, die sich auf der Grundlage des klassisch-akademischen Balletts auch neuen Ausdrucksformen öffnet, ist universell, denn die jungen Tanztalente sind gleichermaßen Solist*innen, Gruppentänzer*innen und Choreograf*innen. Künstlerischer und pädagogischer Direktor ist der Tänzer, Choreograf, Ballettpädagoge und Ballettmeister Kevin Haigen, der 1976 zum Hamburg Ballett kam. Nach Stationen unter anderem beim Nederlands Dans Theater, bei den Ballets de MonteCarlo und beim English National Ballet kehrte er 1991 nach Hamburg zurück, wo er heute Erster Ballettmeister des Hamburg Balletts und Ballettpädagoge der angegliederten Schule ist." (Quelle: Bundesjugendballett)



Pepijn Gelderman und Lennard Giesenberg in John Neumeiers Choreografie Der Bürger als Edelmann - beim "Gipfeltreffen 2022" des Bundesjugendorchesters mit Mitgliedern des Orchestre Français des Jeunes und dem Bundesjugendballett in der Philharmonie Berlin
am 17. Januar 2022 | Foto (C) Stephan Rabold


Man konnte sich wohl ziemlich sicher sein, dass in der Tat dann kaum einer der Zuhörer und Zuschauer gewusst haben dürfte, worum es eigentlich in Hofmannsthals Bürger als Edelmann, worauf sich Strauss' Orchestersuite bezog, gegangen sein dürfte. Und so blieb ihnen zumindest die Lektüre der entsprechenden Satzüberschriften, um sich halbwegs eine Vorstellung der etwaigen Handlung zu verschaffen.

Damals ging Strauss'/Hofmannsthals interdisziplinäres Großprojekt, bestehend aus besagtem Bürger-Schauspiel mit Balletteinlagen und der Oper Ariadne auf Naxos mit einer Gesamtspieldauer von weit über 4 Stunden, ja völlig in die Hose; aber das nur nebenbei bemerkt.

Andre Sokolowski - 18. Januar 2022
ID 13407
GIPFELTREFFEN 2022 (Philharmonie Berlin, 17.01.2022)
Maurice Ravel: La Valse
Richard Strauss: Der Bürger als Edelmann, Orchestersuite op. 60
- Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28
Ravel: Trio (orchestriert von Yan Pascal Tortelier)
Bundesjugendorchester
Orchestre Français des Jeunes
Bundesjugendballett
Choreografie: John Neumeier
Dirigent: Alexander Shelley
Weitere Termine: 19.01. (Le Nouveau Siecle), 20.01. (La Seine Musicale), 22.01. (Hamburgische Staatsoper)


https://www.bundesjugendorchester.de/

https://www.bundesjugendballett.de/


https://www.andre-sokolowski.de

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