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DON GIOVANNI an der Wiener Staatsoper


Kyle Ketelsen als Don Giovanni an der Wiener Staatsoper | Screenshot des Live-Streams v. 05.12.2021 auf play.wiener-staatsoper.at

Bewertung:    



Barrie Kosky, der gefühltermaßen seinem Intendanten-Ende an der KOB entgegenfiebernde Hans Dampf in allen Gassen, musste heute Abend seinen von ihm absolvierten Don Giovanni, den die Wiener Staatsoper bei ihm in Auftrag gab, ohne erhoffte Bravi aus dem Saal erdulden und war daher auch gleich mal beim Schlussvorhang nicht anwesend; wegen des noch bis 11. 12. andauernden Lockdowns für ganz Österreich fand diese Vorstellung vor leeren Sitzen statt.

Der Schweizer Philippe Jordan (mit dem Kosky seiner Zeit die hochgrandios gemachten Meistersinger auf dem Grünen Hügel stemmte) dirigierte die als Auftakt eines neuen Mozart-Da Ponte-Zyklus zu verstehende Premiere - und wir konnten alles das per Livestream aus dem Haus am Ring verfolgen:

Katrin Lea Tags entworf'nes Bühnenbild könnte am Fuße eines schon seit Ewigkeit erloschenen bzw. ruhenden Vulkans, auf deren abgekühlter Lava in der Handlungsmitte jede Menge Grünpflanzen gedeihen, die gleichsam als Elfengarten aus Shakespeares Ein Sommernachtstraum dienen, angedacht gewesen sein. Geraume Möglichkeiten also, um den sexuellen Trieben - nicht bloß des völlig zu Unrecht wegen seiner sexuellen Zügellosigkeit verfolgten Giovanni - ausgiebig zu frönen, was dann auch gottlob in aller Zügellosigkeit geschieht; ja und der Titelheld treibt es dann derart zügellos, dass er urplötzliche Verkrampfungen im Brustbereich verspürt, was auf 'nen Herzinfarkt hindeuten sollte. Sowieso: Kyle Ketelsen (als Don Giovanni) ist nicht nur dann eine Augenweide, nein, er spielt und singt den Sexomanen derart feurig also überzeugend, dass den Zuschauenden/ Zuhörenden fast schon schwindlig wird. Genialer Superman!

Kosky lässt auch die drei "zentralen" Frauen in dem schönen Sex-Stück von Mozart-Da Ponte voll auf ihre (sexuellen) Kosten kommen, und obgleich vielleicht die eine von dem Trio etwas weniger von dem Globalbefriediger Giovanni hatte als die andern beiden Konkurrentinnen: Kate Lindsey (als Elvira) und Patricia Nolz (Zerlina) gehen da aufs Volle, während Hanna-Elisabeth Müller (als Anna) die ein bisschen Biederere aus sich rauszukehren meint.

Herausragend auch Stanislas de Barbeyrac (als Don Ottavio) oder Peter Kellner (als Masetto). Und nicht zu vergessen der phänomenale Leporello des Philippe Sly!

Jordan pflegt ein ziemlich rasches Tempo und will eine unbreiige Ausführung; das alles wird mit großem Einverständnis und gewollter Musizierlust vom Orchester der Wiener Staatsoper erwidert.

Schöne Produktion - mit schönen Menschen und noch schöneren Momenten!!!




Patricia Nolz (Zerlina) und Kyle Ketelsen als Don Giovanni an der Wiener Staatsoper | Screenshot des Live-Streams v. 05.12.2021 auf play.wiener-staatsoper.at

Andre Sokolowski - 5. Dezember 2021 (2)
ID 13346
DON GIOVANNI (Wiener Staatsoper, 05.12.2021)
Musikalische Leitung und Hammerklavier: Philippe Jordan
Inszenierung: Barrie Kosky
Bühne und Kostüme: Katrin Lea Tag
Kostüm- & Bühnenbildassistenz: Theresa Gregor
Licht: Franck Evin
Besetzung:
Don Giovanni ... Kyle Ketelsen
Komtur ... Ain Anger
Donna Anna ... Hanna-Elisabeth Müller
Don Ottavio ... Stanislas de Barbeyrac
Donna Elvira ... Kate Lindsey
Leporello ... Philippe Sly
Zerlina ... Patricia Nolz
Masetto ... Peter Kellner
Chor und Orchester der Wiener Staatsoper
Premiere (in der leeren Wiener Staatsoper): 5. Dezember 2021
Weitere Termine (mit Publikum): 14., 17., 20.12.2021 // 03., 06., 08., 10., 15.06.2022
Live-Stream auf play.wiener-staatsoper.at v. 05.12.2021
Bildregie: Ella Gallieni


Weitere Infos siehe auch: https://www.wiener-staatsoper.at/


https://www.andre-sokolowski.de

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