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Dokumentarfilm

Mit Stepan

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Reise nach Anatolien. Stepan Gantralyan nachdenklich auf dem Nachhauseweg | (C) Les Films du Balibari


Stepan Gantralyan, der Schauspieler, Sänger und Barde, ist Armenier und lebt eine Ewigkeit schon in Berlin. Wir kennen uns fast zufällig - ja und ich hatte ihn (als Künstler) dann das allerste Mal mit einem Liedprogramm im Jüdischen Gemeindehaus bestaunen und bewundern können; es war mit Latet betitelt, und er sang da mit Ariella Hirshfeld wunderschöne Liebeslieder, viele stammten auch aus seiner Feder - das ist auch schon wieder Ewigkeiten her...

Am Morgen las ich eine Rundmail, die er mir und seinen Freunden sandte, worin er auf einen Film aufmerksam machte, der dann morgen Abend, 23 Uhr, auf ARTE ausgestrahlt sein wird: Reise nach Anatolien heißt er, und Regie führte Bernard Mangiante.



Reise nach Anatolien. In den Ruinen der Altstadt von Van | (C) Les Films du Balibari


"Der Völkermord an den Armeniern war einer der ersten systematischen Genozide des 20. Jahrhunderts. Er geschah während des Ersten Weltkrieges unter Verantwortung der jungtürkischen, vom Komitee für Einheit und Fortschritt gebildeten Regierung des Osmanischen Reichs. Bei Massakern und Todesmärschen, die im Wesentlichen in den Jahren 1915 und 1916 stattfanden, kamen je nach Schätzung zwischen 300.000 und mehr als 1,5 Millionen Menschen zu Tode. Die Schätzungen zur Zahl der Armenier, die während der Verfolgungen in den beiden vorangegangenen Jahrzehnten getötet wurden, variieren zwischen 80.000 und 300.000.

Die Ereignisse, die von den Armeniern selbst mit dem Begriff
Aghet (Katastrophe) bezeichnet werden, sind durch umfangreiches dokumentarisches Material aus unterschiedlichsten Quellen belegt. Weltweit erkennen die weitaus meisten Historiker diesen Völkermord daher als Tatsache an. Die Armenier sehen in ihm ein ungesühntes Unrecht und fordern seit Jahrzehnten ein angemessenes Gedenken auch in der Türkei. Dagegen bestreiten die offizielle türkische Geschichtsschreibung und die Regierung der aus dem Osmanischen Reich hervorgegangenen Republik Türkei, dass es sich um einen Völkermord gehandelt hat. Der Streit um die Anerkennung des Genozids als historische Tatsache belastet bis heute die Beziehungen zwischen der Türkei einerseits und Armenien sowie zahlreichen westlichen Staaten andererseits.

[...]

Am 2. Juni 2016 beschloss der Deutsche Bundestag mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung auf Antrag der Fraktionen von CDU/CSU, SPD und Grünen die Resolution Erinnerung und Gedenken an den Völkermord an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten in den Jahren 1915 und 1916."

(Quelle: Wikipdia)




Reise nach Anatolien. Blick auf die verlassene ehemalige armenische Hauptstadt Ani, die im türkisch-armenischen Grenzgebiet auf einem Plateau zwischen einer tiefen Schlucht und dem Fluss Achurjan liegt. | | (C) Les Films du Balibari


"Hundert Jahre nach dem Völkermord an den Armeniern bieten armenische Reiseveranstalter Reisen für Gäste an, die sich in der Türkei auf die Spuren ihrer Vorfahren begeben wollen. Der Weg führt durch zwei der östlichen Provinzen der Türkei, in denen früher eine große armenische Gemeinschaft lebte, die 1915 ausgelöscht wurde.

Anna, Hakob, Raymond, Jeanne, Stepan, Anush und Melissa sowie ihr Begleiter Ando kennen sich noch nicht, als sie alle in der armenischen Hauptstadt Eriwan in denselben Bus steigen. Sie alle haben ihre Wurzeln in Armenien, doch gleichzeitig sind sie Franzosen, Deutsche und Türken, stammen aus verschiedenen Generationen und haben verschiedene Familiengeschichten und Empfindlichkeiten. Während der Reise kommen sie sich näher, und Begegnungen mit Türken und Kurden fördern längst vergessene Geschichten über ihre Herkunft und über den bis heute von der Türkei geleugneten Völkermord an den Armeniern wieder zutage.

Es geht um Erinnerung und Vergessen, aber auch um wirtschaftliche und geopolitische Realitäten, Träume und Zukunftspläne.

Obwohl sie alle Armenier sind, sprechen die Reisenden keine gemeinsame Sprache. Das ist eine der Folgen des Völkermords und der Zerstreuung des armenischen Volks. Im Verlauf der Unterhaltungen und Begegnungen vermischen und überlagern sich West- und Ostarmenisch, Türkisch, Kurdisch, aber auch Französisch, Englisch, Deutsch und Russisch. Ein babylonisches Gesumme erfüllt den Bus, der die kleine Gruppe zum Ararat, dem heiligen Berg der Armenier, bringt. Doch im Gegensatz zur Arche Noah bleibt dieses 'Schiff' nirgends hängen und die Reise geht weiter, im Kopf der Reisenden und der Zuschauer."


(Quelle: arte.tv)



Reise nach Anatolien. Stepan Gantralyan und Andranik Ispiryan lassen sich bei einem Frisör in Kars die Haare schneiden. | (C) Les Films du Balibari


*

Ich wollte mir den Film vorab im Netz ansehen - doch er wird wohl erst ab morgen in die ARTE-Mediathek gestellt.

Also: Zum Fernsehen - zu diesem großen Thema - bleibt genug Gelegenheit...


Andre Sokolowski - 26. September 2016 (2)
ID 9582
Weitere Infos siehe auch: http://www.arte.tv/guide/de/057489-000-A/reise-nach-anatolien#arte-header


http://www.andre-sokolowski.de

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