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Rezension


26. Mai 2010, Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch / DT

HAMLET



So guckt uns das Gesichtchen an, wenn wir auf www.hfs-berlin.de hinüberlinken, denn das ist das Logo (oder besser noch: ein Teil vom Logo) der Hochschule für Schauspielkunst ERNST BUSCH Berlin.



Rosinenpicken (102)

Mit HAMLET machst du nie etwas verkehrt. Mit Shakespeare sowieso nicht. Shakespeare ist und bleibt der Einzige, der "richtig" Stücke schreiben konnte...

Diese Binsenweisheit dürfte auch den schönen aufmüpfigen Schauspielkids von ihren Schauspielstudien her vertraut sein. Ihre alten Zuchtmeister - und wenn sie züchtig "ehrlich" zu sich selber sind - dürften am Ende gar nicht anders als mit mir dergleichen Meinung (s. o.) sein.

Shakespeare ist fürs Sprechtheater das, was Bach für die Musik ist. Ja und HAMLET ist...

*


Zuchtmeister Kriegenburg (Regie) hat Shakespeares HAMLET jetzt mit Thomas (Hamlet), Julian (Claudius)), Tom (Laertes), Maria (Ophelia)), Peter (Horatio), Aenne (Rosencrantz), Marco (Guildenstern), Arndt (Schauspieler), Henning & Sergej (die Totengräber) und noch andern "Mädels, Buben" von der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch - und an der "elterlichen" Seite von Schweighöfer (Polonius), Seelig (Gertrud) sowie Müller-Elmau (Geist des Hamletvaters) - an den Kammerspielen des DT herausgebracht.

Herausgekommen ist, trotz der 3 Stunden Spieldauer, einer der kurzweiligsten HAMLET-Abende, die meiner Rezeptionsbereitschaft jemals vorbehalten waren... Und ich brauche da nur diese schönen braun-grün vor sich hin schimmernden Augen Thomas Halles anzuschauen, um letztendlich zu begreifen, was für'n armes, arg gebeuteltes und seelisch ausgenutztes (Opfer-)Schwein Prinz Hamlet ist; womöglich lässt sich HAMLETs Plot sogar auf dieses Konzentrat zusammenpressen: Hamletbaby leidet an der ihn nicht/nicht mehr leidenkönnenden (verräterischen) Mutter - ja und diese blutet unablässig aus der Nase, weil sie weiß, was sie für eine Mutterschlampe ist. [War das ein echter Blutsturz, den ich da zu sehen kriegte? und ich machte mir schon Sorgen um Natali Seelig.]

Niemals vorher hatte ich dann auch so eine faszinierende Ophelia wie von der Maria Wardzinska gesehen und gehört. Am Schluss des Stückes machen die zwei Totengräber an dem leichenstarren Leib Ophelias herum; sie sah da fast wie die nicht aufgezogene Olympia-Puppe (HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN) aus.

Und alle, alle, alle: schön und aufmüpfig!!!

Und auch die Ausstattung von Julia Kurzweg darf nicht unerwähnt sein. Alles spielt sich, und nach meiner Sehart, in diversen Schweinekoben (Bretterkisten) ab. Aus ihnen schnellen dann die Darstellenden, je nach Auftrittslage, hoch. Die Bretterkisten werden dann auch, je nach Szenenlage, anderweitig umgestellt/umfunktioniert; etc. pp.



a. so. - 27. Mai 2010
ID 00000004644
HAMLET von Shakespeare (Kammerspiele DT, 26.05.2010)
Regie: Andreas Kriegenburg
Bühne: Julia Kurzweg
Kostüme: Anika Marquart
Mit: Thomas Halle* (Hamlet, der Prinz von Dänemark), Julian Keck* (Claudius, der König), Markwart Müller-Elmau (Geist, Hamlets Vater), Natali Seelig (Gertrud, die Königin), Michael Schweighöfer (Polonius), Tom Radisch* (Laertes), Maria Wardzinska* (Orphelia), Peter Miklusz* (Horatio), Aenne Schwarz* (Rosencrantz), Marco Portmann* (Guildenstern), Arndt Wille* (Schauspieler), Henning Bosse* (Totengräber), Sergej Lubic* (Totengräber)
(*Studierende der Hochschule für Schauspielkunst 'Ernst Busch' Berlin)

Premiere war am 29. Oktober 2009
Nächste Vorstellung: 20. Juni 2010

Weitere Infos siehe auch: http://www.hfs-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



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