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Theaterkritik

Die verpasste

Chance



Katzelmacher durch die Bürgerbühne am Staatsschauspiel Dresden - Foto (C) Matthias Horn

Bewertung:    



Eigentlich, liebes Staatsschauspiel, war das eine großartige Idee, Fassbinders Fast-Erstlingsfilm, der mit so wenig Geld auskommen musste, dass sich nicht mal eine Beleuchtung für Nachtszenen bezahlen ließ, und der vielleicht auch wegen des Zwangs zur Bescheidung in seiner lakonischen Trostlosigkeit so überragend ausfiel, 45 Jahre später als Mischwerk aus Film und Theater auf die Bühne zu bringen.

Und eigentlich war auch der Ansatz, sich strengstens an die filmische Vorlage zu halten, sehr nachvollziehbar. Zwar hätte es des (Versuchs eines) Münchner Dialekts für die Darsteller nicht gebraucht - aber sonst? Die besten Voraussetzungen für eine grandiose Inszenierung des Katzelmacher waren zweifellos gegeben.

Dass der Abend (der bereits im Dezember 2014 Premiere hatte) dennoch nicht in die Annalen des Theaters eingehen wird, hat für mich den simplen Grund einer falschen Entscheidung ganz am Anfang des Produktionsprozesses, nämlich die zehn Rollen mit Laien zwischen 17 und 27 zu besetzen, mit jungen Leuten, die mangels einschlägiger Erfahrungsbiographie diese Rollen nicht annähernd füllen können und denen es naturgemäß auch am schauspielerischen Handwerkszeug mangelt dies zu kompensieren. So geeignet das Bürgerbühnen-Konzept für viele Stoffe ist (erst vor zwei Tagen war hier eine großartige Mischpoke zu sehen) - hier war es fehl am Platze.

Den Darstellerinnen ist dabei kein Vorwurf zu machen: Auch wenn es Abstufungen zu machen gilt, die Stiefel, in die sie gestellt wurden, konnte keiner von ihnen ausfüllen.

Wie bedauerlich das ist, spürt man, wenn man die vielen guten Ideen der Inszenierung, vor allem das ständige Wechselspiel zwischen Film-, Spiel- und Film-Spiel-Szenen (ein 3-D-Film der anderen Art) oder die wirklich spannende Choreographie (Emmanuel Obeya) zwischen den Szenen sich nachher noch einmal vor Augen führt.

Was hätte das mit dem Ensemble des Hauses für ein gewaltiger Abend werden können, vielleicht sogar gegen den Strich besetzt, eventuell mit „Best-Agern“ in einigen Rollen, wirklich übertragen in eine Dresdner Hartzer-Realität und nicht nur angedeutet... Eine Pilgerstätte für Fassbinder-Freunde male ich mir aus, eine sichere Bank fürs Theatertreffen (und sei es auch nur das virtuelle), ein Paukenschlag, der bundesweit zu hören wäre!

Nichts dergleichen. Eine Überforderung der Akteure, eine verschenkte Gelegenheit, ein Stück, das wohl bald vom Spielplan verschwunden sein wird (auch heute Abend war das KH3 nur zur knappen Hälfte gefüllt)...

Jammerschade.



Katzelmacher durch die Bürgerbühne am Staatsschauspiel Dresden - Foto (C) Matthias Horn

Sandro Zimmermann - 3. März 2015
ID 8471
KATZELMACHER (Kleines Haus 3, 02.03.2015)
Regie, Video und Raum: Robert Lehniger
Kostüm: Irene Ip
Choreografie: Emmanuel Obeya
Licht: Andreas Rösler
Dramaturgie: Janine Ortiz
Besetzung:
Erich ... René Kost
Marie ... Milena Müller
Paul ... Alexey Poznyakovskiy
Helga ... Hannah Breitenstein
Peter ... Guido Droth
Elisabeth ... Sandra Ramm
Franz ... Marvin Neidhardt
Rosy ... Maria Helen Körner
Gunda ... Teresa Lippold
Jorgos ... Mario Pannach
Gastauftritt Video:
Klaus ... Philipp Lux
Mädchen im Restaurant ... Yohanna Schwertfeger
Premiere war am 12. Dezember 2014
Weiterer Termin: 8. 3. 2015
Eine Aufführung von Die Bürgerbühne


Weitere Infos siehe auch: http://www.staatsschauspiel-dresden.de/buergerbuehne/


Post an Sandro Zimmermann

teichelmauke.me



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