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Hin und her



Szenen einer Ehe am Schauspiel Stuttgart | Foto (C) Bettina Stöß

Bewertung:    



Im Sprechtheater tun die Dialoge das Hauptwichtigste bedeuten. Wo es richtig was zu sagen gibt, da hörst du halt auch richtig zu. Ja und es mag, was das betrifft, mitunter Sätze geben, die mit derart unentkraftbarer Wahrhaftigkeit beladen sind, dass es dir selbst die Sprache glatt verschlägt - wenn es um allgemeinste Ehefragen, beispielsweise, geht und du dich plötzlich selber fragst: Mein Gott, hat dieser ganze Eingesperrtheitskrampf am Ende überhaupt noch einen freiheitlichen Überlebenssinn?

Der große Schwede Ingmar Bergman hatte dieses Thema [s.o.] oft auf seinem Plan. Der Titel eines Films von ihm bekam im Nachhinein sprichwörtliche Bedeutung: Szenen einer Ehe (1973) lautete der, eingedeutscht. Hierin gibt es zwei Ehepaare, die sich gegenseitig über Diesbezügliches (halt Ehefragen) definieren. Ein paar Jahre später (1981) reduzierte er für eine von ihm selbst besorgte Münchener Theaterfassung seine Personnage auf "nur noch" ein Paar, was am Ende selbstverständlich völlig ausreichte, um sich mit der Materie bühnentauglich zu befassen.

"Die Familie", hieß es damals im Familiengesetzbuch der DDR, "ist die kleinste Zelle der Gesellschaft. Sie beruht auf der für das Leben geschlossenen Ehe und auf den besonders engen Bindungen, die sich aus den Gefühlsbeziehungen zwischen Mann und Frau und den Beziehungen gegenseitiger Liebe, Achtung und gegenseitigen Vertrauens zwischen allen Familienmitgliedern ergeben."

Hiermit [s.o.] mussten alle Ostler lange schwanger gehen - was das BRD-Pendant in dem Bezug aussagte oder aussagt, dürfte eigentlich dann weniger interessant, ja und noch weniger "zielführend" sein. Die Ehe bleibt und ist das Leben in 'ner freiwillig gwählten Haftanstalt!

*

Jan Bosse hat das Stück jetzt für das Schauspiel Stuttgart (Bühne: Moritz Müller!) aufbereitet - dort läuft es seit ein paar Jahren, und es ist ein Kracher!! Gestern Abend war es im DT Berlin erlebbar:

Astrid Meyerfeldt (als Ehegattin) und Joachim Król (als Ehegatte) liefern sich und uns ein Redefeuerwerk an Argumenten/Gegenargumenten für und gegen ihre Kleinstzelleninstitution. Der Gatte leistet sich eine Affäre mit 'ner viel, viel jüngeren Geliebten. Das Geständnis überrascht die Gattin, und sie meint den Gatten aufhalten und abhalten zu können. Nach dem Kurzverlauf seiner Affäre hat der Gatte selbige hochsatt. Inzwischen hat die Gatten ihrerseits, aus Trotz, sich ebenfalls einen Geliebten zugelegt. Der Gatte will zur Gattin umgehend zurück. Die Gattin unterbreitet ihrem Gatten Scheidungsunterlagen. Gatte/Gattin streiten sich.... Und viel, viel später: Gatte/Gattin sind jetzt auf der Großbildleinwand, ein paar Jahre und Jahrzehnte später, als ein altgeword'nes Ehepaar (erneut) zu sehen; reden arg vernünftig miteinander. Alles blieb und bleibt wie's war.

Frenetische Begeisterung!!!!!



Szenen einer Ehe am Schauspiel Stuttgart | Foto (C) Bettina Stöß

Andre Sokolowski - 7. Februar 2016
ID 9119
SZENEN EINER EHE (Deutsches Theater Berlin, 06.02.2016)
Regie: Jan Bosse
Bühne: Moritz Müller
Kostüme: Kathrin Plath
Musik: Arno Kraehahn
Video: Rebecca Riedel und Mieke Ulfig
Dramaturgie: Gabriella Bußacker
Mit: Joachim Król und Astrid Meyerfeldt
Premiere am Schauspiel Stuttgart war am 26. Oktober 2013
Gastspiel des Schauspiel Stuttgart im DT Berlin


Weitere Infos siehe auch: http://www.schauspiel-stuttgart.de


http://www.andre-sokolowski.de

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