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Rosinenpicken (365)

Laut und

staubig



Omnium von und mit (C) Adam Read | Bildquelle: acud.de

Bewertung:    



Wir raten Müttern dringend davon ab, in Omnium mit ihren Babies [so geschehen in der zweiten Weihnachtstag-Vorstellung, die wir live erlebten] oder Kleinkindern [dto.] zu gehen - erstens weil es ziemlich laut zugeht, und zweitens weil zudem viel Bodenstaub emporgewirbelt wird.

Adam Read resp. die Adam Read Performance Group hatten sich den Roman Der dritte Polizist des Iren Flann O'Brien (1911-1966) als Vorlage für ihr 1stündiges Spektakel im ACUDkunsthaus Berlin gewählt:


"Der Ich-Erzähler hat als 16-jähriger Waise in einer Internatsschule ein Bein verloren. Er trägt nun ein Holzbein und kehrt in sein Elternhaus zurück. Dabei trifft er auf John Divney, der in der Folge die Bewirtschaftung von Hof und Pub des Ich-Erzählers übernimmt, während er selbst sich den Schriften de Selbys widmet. Mit 30 Jahren hat er ein Werksverzeichnis über de Selby geschrieben, kann es jedoch aus Geldmangel nicht veröffentlichen. Divney weiß, dass der alte Dorfbewohner Mathers Geld bei sich trägt, worauf er (Divney) einen Raubmord an Mathers plant. Eines Nachts treffen der Ich-Erzähler und Divney Mathers auf der Straße, wo Divney ihn mit einer selbstgebauten Fahrradpumpe zu Boden schlägt. Der Ich-Erzähler erschlägt Mathers mit einem Spaten; Divney ist jedoch mit Mathers’ Geldkassette verschwunden und kehrt erst später ohne sie zurück. Der Ich-Erzähler bleibt nun kontinuierlich an Divneys Seite, auch im Bett..." (Quelle: Wikipedia)


Apropos Geldkassette:


"Fox hat die Kassette, die nunmehr eine allmächtig machende Substanz namens Omnium enthält, zum Haus des Ich-Erzählers bringen lassen. Als jener dort schließlich eintrifft, ist Divney 16 Jahre älter, während der Ich-Erzähler nur um einige Tage gealtert ist. Divney berichtet, dass er damals statt der Kassette eine Bombe unter Mathers’ Dielenbretter gelegt habe, die den Ich-Erzähler umgebracht habe, und erleidet eine Herzattacke, die ihn offenbar tötet; der Ich-Erzähler verlässt daraufhin das Haus und kommt zur Polizeistation. Unterwegs trifft er Divney, der ihn begleitet. In der Polizeistation trifft er erneut auf Pluck, der mit denselben Worten wie im vierten Kapitel beschrieben wird und – am Schluss des Buches – auch dieselbe Eingangsfrage stellt: 'Handelt es sich um ein Fahrrad?'" (Quelle: dto.)


Ohne dieses Sach-Grund-Wissen [s.o.] wäre/ist die Dechiffrierung des von uns Gesehenen schwer möglich. Allerdings - ja und in Anbetracht der Tatsache, dass höchstwahrscheinlich nicht nur wir jenes angebliche Paradebeispiel postmoderner Literatur de facto vorher, und auch nachher (sicherlich!), nicht kannten oder jemals kennen(lernen) würden - musste sich das Alles trotzdem irgendwie erschließen können; und so sahen wir das nun wie folgt, ja und in aller Kürze sei es hiermit nacherzählt:

Ein völlig durchgeknallter Typ hat sich in (s)einem Bunker, wo nur Schrott herumliegt und herabhängt, untererdmäßig verschanzt. Er wuchtet lauter Zeugs, das sichtbar immer größer wird, mit sich hervor und scheint, ein Stückchen später dann, das Eine und das Andere an ihm herumzuexperimentieren. Er hat sich selbst mit einem Mal gedoppelt. Er lässt's kräftig detonieren. Er spielt Orgel. Er fährt Fahrrad... Schließlich, und abrupt natürlich, ist die Sache ausgestanden und vorbei.

* * *

Eine Orgie an Überreizungen.

Eine verausgabende Vollinanspruchnahme des Gemüts.

Ein erlebsnwerter Adam Read.



Das ist der "echte" (also unmaskierte) Adam Read | Bildquelle: adamread.eu

Andre Sokolowski - 27. Dezember 2015
ID 9057
Omnium (ACUDkunsthaus, 26.12.2015)
frei nach Flann O’Brien Der dritte Polizist

Performance/Regie: Adam Read
Premiere war am 25. Dezember 2015
Weitere Termine: 27. 12. 2015 / 2. + 3. 1. 2016


Weitere Infos siehe auch: http://www.acud.de


http://www.andre-sokolowski.de

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