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Das Josefstadt-Quartett



Helmut Lohner und Elisabeth Trissenaar in Quartett von Heiner Müller als BE-Gastspiel des Theaters in der Josefstadt Wien - Foto (C) Monika Rittershaus

Bewertung:    



Das beste Stück von Heiner Müller (1925-1995) ist und bleibt Quartett, denn es ist "zeitlos" und stimmt also immer (auch in hundert Jahren noch):

"Müller schränkt die Personen der Handlung auf die beiden Antagonisten Marquise Merteuil und ihren ehemaligen Geliebten Vicomte Valmont ein. Die Marquise und der Vicomte reduzieren die Liebe auf Sex und reine Körperlichkeit, vielmehr das Reden darüber. In ständigem Rollenwechsel (Merteuil spielt Valmont, Valmont spielt Merteuil) fechten die zwei Figuren des Stücks einen Machtkampf aus, in dem Sexualität und Sprache zur Waffe geworden sind. Gekonnte Rhetorik und Perversion werden zum Ersatz für menschliche Beziehungen und auf die Spitze getrieben, bis hin zu brutaler Selbstzerstörung. Dabei zeigt sich jedoch auch immer die Leere und eine Art Endzeitmüdigkeit, die das durch Verstrickungen, Gewohnheit und unerfüllte Sehnsucht aneinander geknüpfte Paar verspürt. Gleichzeitig zeigen sie einen ausgeprägten Galgenhumor, der dem Drama komödiantische Elemente hinzufügt." - klärt uns Wikipedia auf, ja und de facto stimmts.

Zuletzt erlebten wir Quartett in einer uns doch überzeugt habenden Vorstellung der mittlerweile kaputtgesparten Berliner theaterkapelle - das liegt vier Jahre zurück.

Der personelle als wie Bühnen-Aufwand für das Stück ist "unerheblich" - - freilich sollte man gut spielen und das Stück gut kennen und/oder verstehen; bei dem Künstlerpaar Trissenaar & Neuenfels, das in den letzten Jahren schwerpunktmäßig in der Oper zu beobachten gewesen war (zuletzt in Mozarts Pforten der Liebe), warn da kaum Bedenken angebracht, allein vom Alter her schon nicht - - so tat Elisabeth die Frauenrolle übernehmen [an die Hoppe, damals am BE, kam sie natürlich überhaupt nicht ran], und Hans tat inszenieren [an den Müller, damals am BE, wollte er sich bestimmt nicht messen lassen]. Noch hinzu gerieten Helmut Lohner in der Männerrolle [an den Wuttke, damals am BE, konnte er sich vielleicht, falls er ihn jemals in der Rolle sah, erinnern] und der Neuenfels-Ausstatter Reinhard von der Thannen; allesamt für jene Inszenierung des Theaters in der Josefstadt Wien, das mit dem Quartett jetzt am BE gastierte, engagiert.

Die Trissenaar und der Lohner mischten dann auch, wies im Stück steht, zwischendurch die Rollen; beim Geschlechtertausch obsiegte Lohner etwas mehr als Trissenaar, seine mittlerweile doch recht zitterige Stimme hatte einen einprägsam-starken Effekt - sie wiederum (die Trissenaar) kann, wie man mal wieder deutlich hören/sehen konnte, nicht gut sprechen und auch nicht gut spielen, doch womöglich weiß sie's selbst und tut mitnichten dran verzweifeln...

Populär besetztes Hochbetagten-Highlight.

Mehr gibts nicht zu sagen.



Elisabeth Trissenaar und Helmut Lohner in Quartett von Heiner Müller als BE-Gastspiel des Theaters in der Josefstadt Wien - Foto (C) Monika Rittershaus


Andre Sokolowski - 19. September 2014
ID 8106
QUARTETT (Berliner Ensemble, 18.09.2014)
Regie: Hans Neuenfels
Bühnenbild und Kostüme: Reinhard von der Thannen
Mit Elisabeth Trissenaar und Helmut Lohner
Premiere im Theater in der Josefstadt Wien war am 6. Februar 2014
Berliner Premiere: 18. 9. 2014
Weitere Termine: 20. + 21. 9. 2014


Weitere Infos siehe auch: http://www.berliner-ensemble.de


Post an Andre Sokolowski

http://www.andre-sokolowski.de

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