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Raumchoreografie

Geometrie



Gestaltung: Jan Grygoriew, jangry.com | Foto © Majce/Man

Bewertung:    



Wer Lust auf anderthalb Stunden zu sehender, zu hörender und also zu erlebender Geometrie hat, kann das noch bis 11. März in den Sophiensaelen Berlin tun - das Ganze nennt sich Festung/Europa, wurde kreiert und umgesetzt von Moritz Majce & Sandra Man und hatte gestern Abend seine freundlich aufgenommene Premiere.

Auf dem Beipackzettel werden sämtliche zu der Performance oder Kunstaktion - die Macher legen allergrößten Wert darauf, dass es als "Raumchoreografie" verstanden würde - ausgewählten Elemente nach und nach gelistet; ja, das liest sich schon interessant.

In Zahlen: 28 Wandteile aus Holz, 36 Canvas Chairs aus Holz und Leinwand (die sog. ZuschauerInnenstühle), 12 Wall Paintings mit Grundrissen von Festungsbauten, "die der französische Architekt Vauban im 17. Jahrhundert plante und errichtete"... Sogar 3 Rollen schwarzes Klebeband à 50 Meter (zur Markierung des Fußbodens) finden Erwähnung.

Es gibt außerdem noch Töne, Filme wahrzunehmen, und einen als Ellipsen verteilten "Zyklus aus 28 Texten, Drucke auf Leinwand" kann, wer will, während dieser erlebten Zeit nachlesen...

*

"Mit überdimensionalen Wandelementen tritt der 28-köpfige Raum-Chor [Namen s.u.] einem auf 36 ZuschauerInnen limitierten Publikum als lebendige Festung gegenüber, rückt näher, weicht zurück, öffnet und schließt sich. Der Chor lässt geometrische Bild-Räume entstehen, deren formale Strenge die Blicke der Umschlossenen immer wieder neu ausrichtet. Es entsteht ein dynamisches Spiel um die von Körpern erzeugte Räumlichkeit, vom begrenzenden Raum der Festung bis zur unbegrenzten Bewegung der Welt-Raum-Körper.

[...]

An der Grenze von bildender und darstellender Kunst errichten Sandra Man und Moritz Majce eine Schauanlage, die die BetrachterInnen ins Zentrum einer Umlaufbahn versetzt. Ein 28-köpfiger Chor wird zum bewegten Bühnenbild, das sich von allen Seiten auf immer wieder neue Weise um das Publikum formiert. Was lenkt den Blick, bleibt ihm verborgen und bestimmt unser Bild – vom Theater, von Europa?"
(Quelle: sophiensaele.de)

*

Festung/Europa ist für 24 (oder 36?) Zuschauer gedacht.

Die sitzen - nach flanierender Inaugenscheinnahme des vorerst menschenleeren Umfelds - schließlich in der Raumesmitte, wo sich ein Karree mit jenen 36 Canvas Chairs [s.o.] befindet; jeder Stuhl ist so gestellt, dass kein direktes Gegenüber möglich ist...

Ja und dann sitzt man halt so da und wartet, was passsiert; und trotz dass halt dann kein direktes Gegenüber möglich ist, sieht man sich trotzdem rechts und links nach seinem Nachbarn um.

Der sog. Raum-Chor - junge Menschen aus aller Herren Länder - beschäftigt sich dann unaufhörlich mit dem Hin-und Herrücken und -tragen und -bewegen der besagten 28 Wandteile; das sieht sehr weihevoll und wichtig aus. Mit großartigen Kunstpausen wird alles Das dann hie und da in seinen kunstvollen Geschäftigkeiten "unterbrochen".

Ganz zum Schluss wird Umräumen und/oder Umzug imitiert, also die vielen Wandteile werden auf die verschiedentliche Art und Weise fortverrückt.

Ja und das war's dann schon.



Festung/Europa - Foto © Majce/Man


"Wenn heute von einer 'Festung Europa' die Rede ist, dreht sich alles um die Sicherung von Identität und Eigentum. Wer andere ausschließt, schließt dabei sich selbst ein. Bereits der antike Gründungsmythos Europas beginnt mit einem Einschluss: Die von Jupiter entführte Prinzessin Europa wird eingesperrt, der gepanzerte Automat Talos dreht in göttlichem Auftrag seine Wachrunden um ihr Gefängnis. Dieser Anfangsmythos hat wiederum einen kosmischen Doppelgänger: Als Galilei mit seinem Fernrohr den Himmel beobachtet, entdeckt er vier Monde in der Umlaufbahn des Jupiter, einer davon ist eine Europa. Diese Himmelskörper drehen sich um etwas anderes als die Erde und setzen damit eine Revolution in Gang: Sie sind der Anfang vom Ende des geozentrischen Weltbilds und eröffnen die Perspektive eines unendlichen Universums." (Quelle: sophiensaele.de)

Ach so war das gemeint?
Andre Sokolowski - 7. März 2015
ID 8481
FESTUNG/EUROPA (Sophiensaele, 06.03.2015)
Idee und Umsetzung: Moritz Majce und Sandra Man
Sound: Philipp Danzeisen
Licht: Fabian Eichner
Installationsbau: Robert Grap, Bea Gernert und Christian Wahle
Produktionsleitung: Wanja Saatkamp
Mit: Claudia Albrecht, Charlotte Saphire Alten, Christine Börsch-Supan, Sharon Cohen, Lisa Diringer, Alexander Fend, Josephine Findeisen, Karoline Fritz, Lena Gebhardt, Serena Gregorio, Nelly Hakkarainen, Renen Itzhaki, Christiane Kampwirth, Olivia-Patrizia Kunze, Enrico L´Abbate, Stella Maxeiner, Molly McDowell, Nina Olczak, Irene Pascual, Johanna Pollet, Jolika Poulopoulou, Ilana Reynolds, Philippe Rives, Nadja Saleh, Laura Söllner, Jasminka Stenz, Lisa Stertz, Adriana Thiel, Andreas Uehlein, Ole Xylander, Alexandra Zoe und Marie S. Zwinzscher
Premiere war am 6. März 2015
Weitere Termine: 7. - 11. 3. 2015
Eine Produktion von Sandra Man und Moritz Majce, gefördert vom Bundeskanzleramt Österreich, Kunstsektion. Medienpartner: Jungle World


Weitere Infos siehe auch: http://www.moritzmajcesandraman.com


Post an Andre Sokolowski

http://www.andre-sokolowski.de

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