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Premierenkritik

LUCKY TRIMMER

10 JAHRE SPECIAL "THE WALL"


Kurioser Abend, denn:

Ein ehrenamtlicher Verein - LUCKY TRIMMER e.V. - steht im Mittelpunkt und feiert sich (10. Geburtstag) und die Tänzerinnen und Tänzer, die er nun so lange schon "umsorgt" wie eine fürsorgliche kinderreiche Mutter ihre vielen, vielen Kinder...


"Die LUCKY TRIMMER Tanz Performance Serie ist eine Plattform sowohl für junge als auch etablierte Choreographen und Performance-Künstler. Zweimal im Jahr präsentieren wir ein Programm mit 8 ausgewählten Stücke von höchstens 10 Minuten Länge. Uns geht es darum, breit gefächerte Einblicke in die aktuelle Tanzszene zu bieten. Die Künstler ermutigen wir, zu experimentieren, in Frage zu stellen, Risiken einzugehen und vor allem: zu tanzen.
Die legere, kabarettartige Atmosphäre erleichtert dem Publikum den Zugang zum zeitgenössischen Tanz und den Künstlern den Kontakt zu den Adressaten ihrer Werke."

(Quelle: facebook.com/luckytrimmer/info)

* * *

Folgende Stücke gabs zu sehen - wir bewerten alle kurz und knapp mit den von uns markierten K-Punkten [s. Bewertungsmaßstäbe]:


Rachel Erdos hat Castle choreografiert, und Yoah Grinberg tanzt in ihm - 12 bunte Leuchtstoffröhren stecken seinen viereckigen Radius ab, er wirkt etwas gefangen und verschlossen, und weil er halt ganz allein in diesen Absteckungen steckt, kriecht er sich auch dann zunehmend in sich und seine "Innenwelt" zurück...

Bewertung:    


Sofia Pintzou ist Choreografin und Solistin ihres Stücks Über die Absicht, dem angeblich Walter Ulbrichts legendäres Lügenzitat von 1961 zugrunde liegt: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“. - Aber eigentlich geht es um sie als Frau und Beute-"Tier"; zwei Männer (Alexander Fend, Ming Poon) versuchen sie sich zu erobern und hiernach zu bändigen, es scheint ihnen gelungen, denn sie wird von Mal zu Mal schwächer und schwächer...

Bewertung:    


Tania Garrido Monreal kreierte und performte das wohl aufregendste und auch ungewöhnlichste aller gezeigten Stücke dieses Abends; es heißt Etzev[labor]. Sie hätte in dem Solo "die auf uns einwirkenden Einschränkungen - von außen und aus uns selbst herauskommend -, die uns wie in einem Spinnennetz gefangen halten", untersucht... Tolle Körper- und Gliederbilder. Es sieht auch so aus, als wäre es das Solo einer Marionette. Großartig!!

Bewertung:    


"Thick and Tight" Aka Daniel Hay-Gordon & Eleanor Perry hätten "in ihrem politischen und sozialkritischen Stück Moneybags' Arse Wipe unterschiedliche Gesellschaftsgruppen, insbesondere die machthabenden, hinsichtlich ihres Hierarchiedenkens, Empathiemangels und ihres Umgang mit Macht" betrachtet, wie es heißt. Knallbunt, schrill, schräg...

Bewertung:    



Auch Life von Isabel Aguerrebere Gomez Urquiza & Eduardo Esquivel ist superstark; "ein Schrei nach Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und ein Aufbegehren gegen die Mauer der Diskriminierung." Die beiden Mexikaner mimen Fortbewegungsarten, wie man sie noch nie so sah. Gefährliche Momente auch, dachten wir Zuschauer. Aber die Zwei beherrschen alle Tricks an ihren Körpern. Unvergleichlich.

Bewertung:    


"Von einem ästhetischen Ansatz ausgehend, ist FIRST ARCH von der Zyprioton Elena Antoniou eine menschliche und zugleich architektonische Metapher für das Überkommen von Konventionen und Strukturen." - So stehts im Web geschrieben; kompliziert. Eine sich reckende und schenkelspreizende und immer wieder angestrengt atmende Frau...

Bewertung:    


Am Anfang und am Ende ist das Stück Downtango sehr, sehr lustig: Lucía Marote (Choreografie) und Poliana Lima persiflieren Tango/Tangowelt, indem sie (anstatt stolz-aufrecht zu tanzen) Alles auf dem Boden hin und her und aneinander robbend "nachspielen" - - doch zwischendrin verliert sich ihre Absicht; schließlich kriegten wir es dann, also als Ganzes, nicht zusammen. Schade eigentlich.

Bewertung:    


Flankiert wird der Abend durch die (auch im Hof schon vorgestellte) Installation MAUER<>wir lieben dichvon Ini Dill - die elektroschuhe: Neun Performer stehen in einer Reihe mit den Rücken zu uns und kleben sich nach und nach neue Buchstaben an ihre jeweiligen Klettbalken an linker/rechter Schulter, linker/rechter Arschtasche; so lesen wir dann Worte, die von links nach rechts Sätze und Teilsätze zum Thema (= 25 Jahre Mauerfall) ergeben. Nitzsche & Hummel beschallen das noch zusätzlich.

Bewertung:    




Bildquelle: facebook.com/luckytrimmer/
Andre Sokolowski - 1. November 2014
ID 8214
LUCKY TRIMMER (Sophiensaele Berlin, 31.10.2014)
Premiere war am 31. Oktober 2014
Weitere Termine: 1. 11. 2014, 17 + 20 Uhr


Weitere Infos siehe auch: http://www.sophiensaele.com


Post an Andre Sokolowski

http://www.andre-sokolowski.de




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= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


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