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Feuilleton


11. November 2007, Wiederaufnahme an der Oper Bremen

TRISTAN UND ISOLDE von Richard Wagner



Szene aus der Reinhild-Hoffmann-Inszenierung TRISTAN UND ISOLDE am Theater Bremen - Foto (C) Jörg Landsberg



17 Stunden nachtgeweiht

In Reinhild Hoffmanns todesdinnerhafter Sicht von Richard Wagners TRISTAN UND ISOLDE spielt sich Alles vor 'ner Schallmauer, wie es sie zwischen Autobahnen/Wohngebieten lärmdämmender Weise gibt, in 'nem gefühlten Zeitraum von zwei Dutzend Stunden ab, zusammen also 24 Einzelstunden.

In den Exzessivphasen gelebten körperlichen Liebens kann es freilich schon mitunter dann passieren, dass von diesem Doppeldutzend Zeit gerad mal 7 Stündchen fürs Alltägliche, ja und der Restwert (17 lang und länger hingezogne Stunden!!) für das Nachtbesondre mit den "tollsten" aller Liebesdinge - RAUF REIN RUNTER, wie ein Stromerzeuger werbend flötet - in Erinnerungen haften bleiben.
"Es war toll!"

Und so erzählte es mir neulich Einer der es, als er 20 war, im eigenen und in dem Leib des Anderen erfahren hatte: 17 Stunden lang!

Er wiederholte diesen einen Satz noch paar Mal: "Es war toll!!"

Ja und ich hätte, wie ich's hörte, hierauf kotzen können ... weil er es mir ungebeten so am Telefon dahingeschwärmt hatte, dieses perverse hartherzige Stück!

(So gehen Lieben peu à peu entzwei.)

*



Nicht dass ich missverstanden bin!

Natürlich gibt's das Alles so dann nicht zu sehen auf der kargen Bühne von Sabine Böing, nein. Man muss sich dieses Alles denken. Und wer Wagners TRISTAN sozusagen richtig hört, kommt wohl an sexualträchtigen Innenbildern (s. o.) nicht umhin. Wir haben es ja schließlich mit dem visionibelsten aller Tag-Nacht-Stücke zu tun. Und gut zu wissen, dass nicht ganz alleinig das Gehirn den unteren Geschlechtsorganen so ein obiger Befehler ist. Auch Liebestränke sollten bei dem Allen hilfreich sein.

* *


Den schönsten aller Liebestode den ich jemals sah:
Isolde (Anna-Katharina Behnke) steht in einem strahlend weißen Nachtgewand so aufrecht schön wie man nur irgendwie bei so 'nem grablässigen Anlass stehen kann, und lässt es auf sich regnen; und es regnet, und es regnet, und es regnet, Tränen über Tränen über Tränen ... und die Behnke steht und singt so überirdisch wunderschön. / Newdreamteam Bayreuth's! Nimm die Behnke ins Visier!!


Andre Sokolowski - red / 12. November 2007
ID 00000003527
www.andre-sokolowski.de



Wiederaufnahme TRISTAN UND ISOLDE (Oper Bremen)

Musikalische Leitung: Markus Poschner
Inszenierung: Reinhild Hoffmann
Ausstattung: Sabine Böing
Besetzung: Richard Decker (Tristan), Karsten Küsters (König Marke), Anna-Katharina Behnke (Isolde), Loren Lang (Kurwenal), Jan-Friedrich Eggers (Melot), Fredrika Brillembourg (Brangäne), Thomas Scheler (Ein Hirt), Wolfgang von Borries (Ein Steuermann) und Christian-Andreas Engelhardt (Ein junger Seemann)

Premiere war am 27. Mai 2007 am Theater Bremen

Wiederaufnahme am 11. November 2007

Nächste Vorstellungen: 18.11. / 02. + 26.12.07

Weitere Infos siehe auch: http://www.theater-bremen.de





 
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