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30. März / 1. April 2010, Schaubühne Berlin / DT

PROMETHEUS, GEFESSELT / DIE NIBELUNGEN



Das soll Aishylos (525 v.u.Z. - 456 v.u.Z.) sein.

Rosinenpicken (92 / 93)

Zwei Weltregisseuren von Rang war es jetzt jüngst gelungen, mit antiken/alten Stücken ungemein zu langweilen:

Jossi Wieler tat es mit dem unsäglichen PROMETHEUS-Schinken Aischylos' - Michael Thalheimer mit Hebbels NIBELUNGEN.

Beide Texte taugen - oh excuse me - für die Aufarbeitung gegenwärtigen befindlichen Geschehens auf der unerklärbar scheußlich-schönen Welt so gut wie nicht; lasst sie die Jugendlichen in der Schule lesen, lasst sie sich mit ihnen auseinandersetzen, lasst sie laut und leise drüber klugscheißen oder auch meinetwegen nicht... nur: Lasst uns mit dem alt-antiken Textwust bloß zufrieden!!

Bei PROMETHEUS, GEFESSELT wird zum Beispiel überviel gequatscht (und was für anstrengendes und am Ende doch dann unbehaltbar "komliziertes" Zeug; man hält es nicht für möglich, dass sogar antike Dichter derartige Sprechblasen verfabrizieren konnten) - und DIE NIBELUNGEN imponieren allenthalben durch gewaltige und auch gewalttätige Sprachkonstrukte, wie es sie nicht mal beim guten alten Goethe so zu lesen und zu hören gibt...

Ansonsten: Materialien für das bürgerliche Musealentum.

Hier wird jetzt auch nicht nacherzählt, auch nicht geplottet; hier wird nur noch auf den einen oder andern Schauspieler kurz abgehoben - was ja wohl das Eigentliche und das Wichtigste am In-das-Schauspiel-Gehen ist; also:

Ernst Stötzner (Prometheus) hat den beanspruchendsten Part der beiden Abende versucht zu uns zu transportieren. Er steht eine Stunde und noch weitaus länger aufrecht da, hat seine Arme rechts und links an Fesseln, und er redet und er redet und er redet... Jedes Wort versteht man! Und die Stimme dringt und dröhnt von unten her nach oben und verteilt sich wärmend in den übermäßig großen Rund des halb zu seh'nden Baus. / Niels Bormann spielt und spricht gleich dreifach, also nacheinander: den Hephaistos und die Io und den Hermes; Niels wirkt immer sexy und ist daher sehr sehr sehr gut anzuschauen...


Das soll Friedrich Hebbel (1813-1863) sein.

Maren Eggert & Natali Seelig (Kriemhild & Brunhild) können sehr gut mit-/gegenläufg schauspielern; und Ironie, Humor verbindet beide augen-/ohrenscheinlich. Hier wird klar und deutlich, dass der Thalheimer (wahrscheinlich) viel viel besser noch mit Frauen kann als mit dem Rest der Schöpfung. Ingo Hülsmann & Sven Lehmann - absolute Vorzeigeprotagonisten am DT - werden durch ihren Regisseur "gezwungen", lauthals aus sich rauszuschreien, und das immerwährend und in einer Art und Weise, dass es schon mitunter auf die Eier geht...

Die Ausstattungen beider Inszenierungen: markant und einfallsreich!! / Bei Aishylos ist es die Wasserfläche - und beim Hebbel der sich auf- und absenkende Zwischenboden... Kilian / Altmann waren hierfür zuständig.

Null Bock, die O-Texte noch einmal vorzunehmen; keine Lust zum Lesen.

Gääääääääääääääääääääääääääääääähn...


PROMETHEUS, GEFESSELT (Schaubühne Berlin, 30.03.2010)
Regie: Jossi Wieler
Ausstattung: Jens Kilian
Besetzung: Ernst Stötzner (Prometheus), Thomas Bading (Okeanos), Grit Paulussen / Luise Wolfram (Okeaniden) und Niels Bormann (Hephaistos, Io, Hermes)
http://www.schaubuehne.de

DIE NIBELUNGEN (Deutsches Theater Berlin, 01.04.2010)
Regie: Michael Thalheimer
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Katrin Lea Tag
Besetzung: Maren Eggert (Kriemhild), Ingo Hülsmann (Gunther), Sven Lehmann (Hagen), Felix Goeser (Volker), Moritz Grove (Giselher), Gabriele Heinz (Ute), Michael Gerber (Kaplan / Dietrich von Bern), Peter Moltzen (Siegfried), Natali Seelig (Brunhild), Jürgen Huth (Frigga) Markwart Müller-Elmau (Etzel) und Michael Schweighöfer (Rüdeger)
http://www.deutschestheater.de


Andre Sokolowski - red. / 2. April 2010 http://www.andre-sokolowski.de
ID 00000004589

Weitere Infos siehe auch:





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