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nachDRUCK # 6

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Rosinenpicken (185)


24. Juni 2012, Premiere an der Staatsoper Unter den Linden

DON GIOVANNI



Anna Netrebko (li.) und Daniel Barenboim nach ihrem Benefizkonzert mit der Staatskapelle Berlin zugunsten der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden am 29. 2. 2012 - Foto (C) Thomas Bartilla


Das sei und muss noch rasch in die Erinnerung zurückvertieft sein, dass der Superaufwand dieses von den Salzburger Festspielen eigens nach Berlin herübertransplantierten 2008er Don Giovanni einzig und allein wegen der Opernweltstarin Anna Netrebko betrieben worden war; also die Chose - extra in die Sommerferien gelegt, damit dann auch die Opern-Freiluft-Feierer (per "Staatsoper für Alle" [vorgesehener Termin: 30. Juni]) diese Hauptstarin neben den sie flankierenden 6 oder 7 Nebenstaren hätten live auf einer Großbildleinwand sehen wollen können - sollte sich dann, nicht nur geldlich, lohnen... [Bis dann Alles anders kam und/oder kommen sollte, denn Netrebko zog es prophylaktisch vor, während der anbrechenden Sommerzeit sich um den von ihr arg vernachlässigten Sohn - statt ihre Auftrittspflichten in Berlin vertraglich zu erfüllen - fürderhin zu kümmern und/oder kümmern zu wollen; alles hochsentimental in einem quasioffnen Brief von ihr an Flimm und Barenboim sowie an das Berliner Publikum verfasst = ein beispielloser Fall von künstlerischer Ignoranz und privatimem Egoismus.]

* * *


Gottlob hatte dieses Alles jetzt Maria Bengtsson hochprofessioneller Weise ausgebügelt. Sie sprang also für Netrebko ein. Ja und durch sie, und alle andern Stars (!), wurde es dann (trotz Absage Netrebko's) ein gesanglich wunderbarer Abend - hier unsere Randeindrücke:

Bengtsson kam, sah, siegte!!! Spätestens nach ihrer großen Arie (2. Akt) war klar - mit DER muss ab sofort gerechnet werden... Sie kann's laut, und sie kann's leise. Und sie hat so eine Art "umarmende" Kultur in ihrer Stimme; wunderbar.

Mit Dorothea Röschmann (als Elvira) und Anna Prohaska (als Zerlina) konnte man dann sowieso auf Nummer sicher gehen. Beide sangen nicht nur erstklassig - sie schauspielerten auch grandios...

Christopher Maltman (Don Giovanni) - geht so.

Erwin Schrott (als Leporello) war der Liebling des Abends! Bass und Outfit: sehr, sehr maskulin. Auch nahm er sich, als Macho, selber auf die Schippe.

Giuseppe Filianoti (als Ottavio) klang etwas zu italienisch und vor allem aber viel zu laut.

Stefan Kocan (Masetto) musste sich paar Buhs einheimsen - was wir überhaupt nicht nachvollziehen konnten, da uns seine Ausstrahlung und sein Gesang gefielen.

Der Komtur war Alexander Tsymbalyuk.

Daniel Barenboim wuchtete einen kräftig-leidenschaftlichen Giovanni aus dem hochgefahrenen Orchestergraben; die Staatskapelle Berlin spielte die Oper (unter seiner Leitung) nunmehr schon in ihrer dritten Variante. Viel hatte sich seither nicht verändert...

Guth & Schmidt (Regie & Ausstattung) waren die zwei Protagonisten aus dem Produktionsteam. Deren Inszenierung hatte ihre Stärken in den szenischen Details (mit Wartehalle, Autopanne, Schaukel); die Personenführung muss im Nachhinein als exzellent bezeichnet werden.

Davon unabhängig wirkte allerdings die Grundidee, quasi der Rahmen, mit dem Einheitsbühnenbild als Wald im Dämmerzustand ganz und gar bescheuert.

Auch dass dann das klitzekleine "Nach-Finale" weggestrichen wurde - schmerzte irgendwie.

[Der allerbeste Don Giovanni an der Deutschen Staatsoper Berlin war der von Berghaus = paar Jahrzehnte her.]




Anna Prohaska, Dorothea Röschmann, Maria Bengtsson in dem Salzburger Giovanni, der jetzt in die Staatsoper im Schiller Theater die Berlin-Premiere hatte - Foto (C) Monika Rittershaus


Andre Sokolowski - 25. Juni 2012
ID 00000006053
DON GIOVANNI (Staatsoper im Schiller Theater, 24.06.2012)
Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Inszenierung: Claus Guth
Bühnenbild | Kostüme: Christian Schmidt
Licht: Olaf Winter
Choreographie: Ramses Sigl
Chor: Eberhard Friedrich
Besetzung:
Don Giovanni ... Christopher Maltman
Donna Anna ... Maria Bengtsson
Don Ottavio ... Giuseppe Filianoti
Komtur ... Alexander Tsymbalyuk
Donna Elvira ... Dorothea Röschmann
Leporello ... Erwin Schrott
Masetto ... Stefan Kocan
Zerlina ... Anna Prohaska
Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin
Berliner Premiere war am 24. Juni 2012
Weitere Termine: 27., 30. 6. / 3., 6. 7. 2012
Übernahme von den Salzburger Festspielen


Weitere Infos siehe auch: http://www.staatsoper-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



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