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DAS WERK /

IM BUS (UA) /

EIN STURZ (UA)

von Elfriede Jelinek


Elfriede Jelinek schrieb für das Schauspiel Köln einen Text zum Einsturz (= EIN STURZ) des Kölner Stadtarchivs. Dieser und ein weiterer (= IM BUS) wurden zusammen mit dem Hauptwerk (= DAS WERK) des ursprünglich auf fast vier Stunden avisierten Theaterspektakels von Karin Beier paar Mal schon im voll besetzten Haus geboten... | Bildquelle: Wikipedia


Von einem Theater-Ereignis in/aus Köln wäre zu schwärmen:

Elfriede Jelinek's DAS WERK / IM BUS (UA) / EIN STURZ (UA) wurden von Karin Beier feucht-fröhlich und lustvoll-laut in einer kurzweiligen, kuriosen Inszenierung dargebracht - ein riesengroßer und zwei "etwas" kleinre Text(e) der Nobelpreisträgerin für Literatur, der Sprach-und Lautezauberin, der hochpolitisch als wie höchst privat sich äußernden Zentralbeherrscherin der Inhalte und Formen regelrecht und überhaupt... Ja und mit ihr, also mit Jelinek, geht's sowieso nur über/an die Pole; entweder man akzeptiert Das, was sie uns zu sagen hat, oder man schaltet stur und abweisend auf "Leck mich" oder so; ein Zwischending, also so ein La-La, ist in der Rezeption und Rezeptionsgeschichte ihrer Werke/ihrer Einstellung (zu Menschen, Tieren und Gesellschaft) ohnehin nicht denkbar!! Also ließen wir uns ein auf Das, was sie uns heut' & heuer neuerdings zu sagen hätte, und wir stellten (wieder einmal) fest: Die Frau hat ja in allen Dingen - aber auch in allen Allem - furchtbar Recht!!!



Lina Beckmann, Michael Weber, Manfred Zapatka und Thomas Loibl in DAS WERK / IM BUS (UA) / EIN STURZ (UA) von Elfriede Jelinek am Schauspiel Köln - Foto (C) Klaus Lefebvre



Im WERK gehts ums Pumpspeicher-und-Jahrhundertkraftwerk von Kaprun (1938-1955), im BUS gehts um den heckrausragenden weil in ein U-Bahn-Loch gekippten Linienbus von München-Trudering (1995), im STURZ gehts um das eingestürzte Kölner Stadtarchiv (2009). In allen drei Texten geht es aber - und vor allem Anderen - um menschliche Verbrechen, menschliche Verfehlungen und menschliches (Gesamt-)Versagen; Stichwort Mensch/Natur, das auch...

Erde und Wasser, die den Menschen um- und fortspülenden Elemente seines (Erden-)Daseins, spielen eine Hauptrolle, und so bekommen dann auch Erde/Wasser sozusagen menschliche Gestalten: Kathrin Wehlisch & Krzysztof Raczkowski sind die zwei VerkörperInnen; und sie leisten sich und uns, und unter heikler Ausreizung des potenziellen Unfallgrads, die schier "unmenschlichst" herkommenden Kunststücke an körperlicher Akrobatik...

Wasser, Wasser, Wasser... Ganz zuletzt versinkt die Bühne gänzlich in ein Meer; von überall kommt es mit einem Mal geschossen, keiner der Agierenden bleibt trocken.

In dem epochalen Hauptstück vor der Pause (das DAS WERK heißt und nicht ganz so ohne Grund dem abgelebten Berserker des deutschen Schauspiels und der großen Oper [Einar Schleef] gewidmet ist) findet sogar ein rechtes Chor-Spektakel statt... so in der Art, wie es beim Schleef dann immer wieder war; hier müssen unbdingt die Jungs des Zauberflöten e. V. (Choreinstudierung: Carsten Wüster) namentlich benannt sein...

Und auch Rosemary Hardy, eine unter anderem von Marthaler-Projekten her bekannte und beliebte Alt-Aktrice, wurde zu Beiers Mega-Produktion herbeigeflogen, und sie fügte sich (als Putze) hochgenial und über alle Maßen geistreich ins Ensemble ein - - es gab da einen Mega-Brüller, beispielsweise, als ihre Kollegin Lina Beckmann, von den allgemeinen Wort-und-Erd-und-Wasser-Einbrüchen der Jelinek "genervt", diese (also die Hardy) kurz zur Brust nahm und ihr wörtlich drohte: "Hörst du endlich auf damit, du Sing-Sau!!!" Gottlob tat sie's nicht!!

Andre Sokolowski - 11. November 2010
ID 4924
DAS WERK / IM BUS (UA) / EIN STURZ (UA) von Jelinek (Schauspiel Köln, 07.11.2010)
Regie: Karin Beier
Bühne und Kostüme: Johannes Schütz
Bühnenbildmitarbeit: Nele Ellegiers
Musik: Jörg Gollasch
Choreografie: Valenti Rocamora i Tora
Dirigent und Choreinstudierung: Carsten Wüster
Mit: Susanne Barth, Lina Beckmann, Rosemary Hardy, Thomas Loibl, Caroline Peters, Laura Sundermann, Michael Weber, Kathrin Wehlisch, Julia Wieninger und Manfred Zapatka sowie den MusikerInnen Silvia Bauer, Christoph Corazolla, Yuko Suzuki als auch dem Tänzer Krzysztof Raczkowski sowie dem Chor Zauberflöten e. V. (Köln), Studenten der Musikhochschule Köln, Tänzerinnen/Tänzern und den Musikern Silvia Bauer, Christoph Corazolla, Yuko Suzuki u.a.m.


Weitere Infos siehe auch: http://www.schauspielkoeln.de


http://www.andre-sokolowski.de



 
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