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23. Oktober 2010, Maxim Gorki Theater

PEER GYNT



Jens Harzer ist PEER GYNT am Maxim Gorki Theater Berlin - Foto (C) Bettina Stöß


Rosinenpicken (118)


Jens Harzer sieht nicht bloß gut aus, er spricht auch gut (und SCHÖN). Er hat so einen Sound, da kannst du nicht genug von haben, und du kämpfst mit dir, dass du nicht plötzlich und vor so viel gutem (SCHÖNEM) Klang "kapitulierst" und also heulst...

Die hochemotionale Mutter-Szene - Peer kehrt heim, und Aase, die bis dahin auf ihn wartete, verstirbt - ist so ein ganz besondrer Knackpunkt in Jan Bosses Inszenierung des PEER GYNT. Und Karin Neuhäuser siehst du so ururplötzlich hilf- und haltlos auf 'ner Pappe liegen, und Jens Harzer, kurz nachdem er ihr die Augen zudrückte, schleift sie (gefühlte Stunden lang) über die irgendwie sich rasend schnell drehende Drehbühne und sagt noch, sinngemäß, 'aber du kannst doch jetzt nicht einfach gehen, du, du kannst doch jetzt nicht einfach deinen Peer zurücklassen', also so furchtbar mutterseel'nallein... ja und da musst du einfach heulen, und du findest diese intensivste aller Mutter-Szenen des Theaters überwältigend und wunderwunderschön!!

Diese so schlichte "Volks"-Geschichte über Einen, der da irgendwie doch (über-)einsam war und mit den Menschen nicht so richtig konnte, und weswegen auch die Trolle über ihn Besitz ergriffen oder so oder so ähnlich - diese "Volks"-Geschichte also ist doch ziemlich heutig und kennt wirklich keine Jahreszahl:

Verirren kommt von zu viel Einsamkeit.

Peer Gynt, das alte Findelkind, geht zwischenzeitlich in die Irre, handelt gar mit Sklaven; und dann kehrt er einsamer als je zuvor ZU SICH ZURÜCK; und er begreift das einzig wahre Glück im Leben: dass da Eine oder Einer auf dich wartet(e) - und Solveig (die Marina Galic spielte) war so Eine oder Einer, und so'n Peer begriff es endlich, in der Tat!!

Toller Theaterabend!!!



Trollszene aus PEER GYNT am Berliner Maxim Gorki Theater - Foto (C) Bettina Stöß


a. so. - 24.10.2010
ID 00000004897
PEER GYNT von Henrik Ibsen (Maxim Gorki Theater, 23.10.2010)
Deutsche Fassung von Jan Bosse und Andrea Koschwitz unter Verwendung der Übersetzung von Christian Morgenstern
Regie: Jan Bosse
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Kathrin Plath
Besetzung:
Peer Gynt ... Jens Harzer
Aase / Der Krumme / Der Knopfgiesser ... Karin Neuhäuser Solveig ... Marina Galic
Haegstad-Bauer / 1.Hoftroll / Trumpeterstrale / Begriffenfeldt / Steuermann ... Hans Löw
Bauernmädel / Die Grüngekleidete / La Dolce / Anitra / Passagier ... Anne Müller
Ingrid / Trolljungfer / Madame Ballon / Hussein / Schiffsjunge ... Cathérine Seifert
Schmied / Trollkönig / von Eberkopf / Huhu / Kapitän ... Robert Kuchenbuch
Matz Moen / 2. Hoftroll / Master Cotton / Koch ... Sebastian Zimmler
Ko-Produktion mit dem Thalia Theater Hamburg
Berliner Premiere war am 26. September 2009
Weitere Vorstellung: 08.12.2010


Weitere Infos siehe auch: http://www.gorki.de


http://www.andre-sokolowski.de



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