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23. Juni 2010, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

JOHNNY CHICAGO



Kurt Krömer ist JOHNNY CHICAGO an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz - Foto (C) Thomas Aurin


Rosinenpicken (105)


"Jakob Hein ist promovierter Mediziner, Schriftsteller und Vorleser. Er ist Mitglied der legendären Reformbühne Heim und Welt. Keine Preise, keine Stipendien, keine Wettbewerbe. Irgendwann trifft er in Berlin auf einen Mann mit schlecht sitzendem Anzug, aber vortrefflichem Optiker: Kurt Krömer. Die beiden sammeln gemeinsame Bühnenerfahrung. Hein schreibt ein Stück, in dem Krömer vorkommt, in dem Krömer spielt. Krömer spielt Krömer aber auch einen, der nicht Krömer ist. Hein spielt auch mit. Einen Interviewer. Krömer kommt als Johnny Chicago in die Talkshowhölle "Ihre Stars von gestern", wird von Hein alias Kai Kacke interviewt, ist aber nicht Krömer, am Ende dann doch. Am Ende ist allerdings gar nicht am Ende, denn Johnny Chicago ist unsterblich. So wie Krömer und die Kunst. Johnny Chicago erfährt jedoch am eigenen Leib, dass man heutzutage mehr als Unsterblichkeit braucht, um ein Star zu sein. Um das alles und den philosophischen Rest auf die Bühne zu bringen, überreden die beiden den Spielzeugland-Oscar-Preisträger-Regisseur Jochen A. Freydank. Freydank kann die Frage, wo er seinen Oscar stehen hat, schon nicht mehr hören und mag keine Talkshows. Er willigt ein. Fehlt nur noch die Frau. Hein schreibt der sensationellen Inka Löwendorf eine Rolle auf den Leib. Das Weib packt zu und schon hören wir den Studio-Countdown in der Volksbühne: 3-2-1-und wir senden!" (siehe unter http://www.volksbuehne-berlin.de)

Manchmal bleibt Einem keine andere Wahl, als auf das Original zurückzugreifen (s. o.)

Das ist also der Erklärungstext zu JOHNNY CHICAGO - nachzulesen auf der Homepage der Berliner Volksbühne.

Die diesbezügliche Veranstaltung dauert zwei Stunden und hat eine Pause. Der Theatersaal ist mäßig voll; der Männerrest schaut sich zur gleichen Zeit das Fußballspiel Deutschland gegen Ghana an, auch Frauen sind daher zur gleichen Zeit entweder vor der Glotze oder auf den Fanmeilen - man hätte gern gewusst gehabt, wie denn der Spielstand zwischenzeitlich steht; aber das Eins zu Null für Deutschland wird dann sowieso erst nach dieser Veranstaltung (JOHNNY CHICAGO) irgendwann gewesen sein...

Hein kann nicht schreiben und nicht spielen.

Krömer bringt Einen, wie stets (wer's mag), zum Lachen.

Ja, und Löwendorf, "der" Einzige im Bund, "der" wahrheitlich theatern kann, fegt Alle(s) von den Brettern: als Jesus, als Udo der Unvollkommene, als Hitler...

Und es gibt auch Live-Musik (Tim Schallenberg, Jörg Mischke, Tim Lorenz und Jens Jensen).

Sonst wird geistig dünngeschissen; Stück ist Kotze!!


Andre Sokolowski - 23. Juni 2010
ID 00000004690
JOHNNY CHICAGO von Jakob Hein (Volksbühne Berlin, 23.06.2010)
Regie: Jochen A. Freydank
Musik: Ingo Frenzel
Bühnenbildner/ -in: Tom Hornig
Kostüme: Kathrin Krumbein
Mit: Jakob Hein, Kurt Krömer, Inka Löwendorf, Hanno Rank (Kamera), Steffen Schencker (Kamera), Tim Schallenberg (Musiker), Jörg Mischke (Musiker), Tim Lorenz (Musiker) und Jens Jensen (Musiker

Weitere Infos siehe auch: http://www.volksbuehne-berlin.de


Post an den Autor: soko@kultura-extra.de



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