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Rosinenpicken (242)


8. Juni 2013, Schaubühne am Lehniner Platz

BAAL

von Bertolt Brecht


Die schöne Bettlaken-Szene aus Brechts Baal im Studio der Schaubühne - Foto (C) Dorothea Tuch




Baal ist ein Geniestreich! Brecht hatte ihn, 20jährig, aufs Papier gebracht, aber das reichte ihm ab dieser Zeit (1918) längst nicht, denn es folgten weitere (und bessere/schlechtere) Fassungen; auch flocht der Jungdichter viele von seinen Liedern und Gedichten in den Baal mit rein, besonders hier also (im Baal) ist der geniale Junglyriker so erkennbar wie vielleicht in keinem andern Stück - Baal, als Figur, hat freilich Vieles auch mit Brecht zu tun!! Und so wie Baal wollte vielleicht auch Brecht letztendlich sein; natürlich nicht so enden: "...ersticht Baal Ekart im Streit und stirbt schließlich bei Holzfällern, zu denen er sich geflüchtet hatte." [Quelle: Wikipedia]


* * *

Nicholas Mockridge hat das Brecht'sche Frühwerk - siehe Lieder und Gedichte - als ein kracherisches Rockkonzert im Stile eines etwas über 1stündigen Szenekellerauftritts inszeniert. Es wird also sehr, sehr, sehr viel gesungen als wie deklamiert; die schauspielernden Musiker sind Uwe Dreysel, Felix Lüke und Max Thommes - Hauptakteur (als Baal): Christoph Gawenda, der mit sündhaft-schöner Ausstrahlung das dennoch Viehisch-Ungestüme seiner Rolle aufs Beeindruckendste demonstriert; zudem spielen und singen Felix Römer (Mäzen Mech) sowie Felicitas Madl (alle Frauenrollen)...

Die hervorstechendste szenische Idee des Regisseurs:

Er lässt - im ersten Drittel der zusammengestrichenen Stück-Stationen-Serie - ein gewaltig-großes weißes Bettlaken über die ganze Zuschauertribüne luftig ziehen. Vorne, also vor der ersten Reihe, lagern Liebe machend der Gawenda und die Madl; ja und unterhalb des über uns (die Zuschauer) geworfnen Riesenlakens wird man justament zum Teilhaber des so Gesehenen, denn dieser zugedeckte "Raum" erscheint auch plötzlich derart nah und eng, dass sich die Liebesszene der zwei Hauptakteure sozusagen körperlich ergreifen als wie nachvollziehen ließe. Darauf muss ein Inszenierer erst mal kommen!

Sonst ist nicht sehr viel passiert, was irritieren könnte - weder negativ noch positiv. Aber indem es halt diese so schöne Bettlaken-Geschichte gab, hatte - nach unserer unmaßgeblichen Wohlgefallensäußerung - diese Diplomarbeit der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" zugunsten ihres Absolventen ordentlich obsiegt.




Baal an der Schaubühne Berlin - Foto (C) Dorothea Tuch




Bewertung:


a. so. - 9. Juni 2013
ID 6830
BAAL (Studio der Schaubühne, 08.06.2013)
Regie: Nicholas Mockridge
Bühne und Kostüme: Ingibjörg Jara Sigurðardóttir
Musikalische Konzeption: Malte Beckenbach und Nicholas Mockridge
Video: Luca Enea Lüdi
Dramaturgie: Nils Haarmann
Licht: Eduardo Abdala
Mit: Uwe Dreysel, Christoph Gawenda, Felix Lüke, Felicitas Madl, Felix Römer und Max Thommes
Musikalische Umsetzung: Uwe Dreysel (Klavier, Gesang), Max Thommes (Drums, Synthesizer, Kaoss Pad, Gesang) und Felix Lüke (Gitarre, Gesang)
Premiere war am 18. Mai 2013
Weiterer Termin: 9. 6. 2013
Koproduktion mit der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin


Weitere Infos siehe auch: http://www.schaubuehne.de


http://www.andre-sokolowski.de



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