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Feuilleton


29. Oktober 2010, Bode-Museum Berlin

TITUS

Eine Oper von W. A. Mozart / Textbearbeitungen und Libretto von Michael Illner


Eigentlich geht es in LA CLEMENZA DI TITO von Wolfgang Amadeus Mozart auch um den Sextus, der ein Freund (und Liebhaber) vom Kaiser Titus war... Und Robert Crowe, hier auf dem Bild, gab ihm in dem Projekt TITUS IM BODE kongenialischer denn je Figur und Stimme - Foto (C) Oliver Wia


Crossover


Vom Countertenor Robert Crowe wäre dann also eigentlich sehr überschwänglich zu berichten. In Ascandido (in Kalifornien) geboren, ist er, wenn man den Recherchen via Web vertrauen mag, gut im Geschäft; er war sogar schon in der Lindenoper zu erleben - wie dann die Projektleute vom TITUS IM BODE sich ausgerechnet Crowe, der "lediglich" den Sextus (= eigentliche Hauptgestalt in Mozarts letzter Oper La clemenze di Tito) singt, so leicht erangeln konnten, bleibt wohl ihr Geschäftsgeheimnis...


Es gibt auch einen zweiten (sowie einen dritten, vierten) Sextus beim Projekt TITUS IM BODE: Martin Buczkó tanzt ihn! - Foto (C) Oliver Wia


Jedenfalls gehts im Projekt TITUS IM BODE ziemlich flott und flapsig zu. Hundert Minuten Spieldauer; d. h. die Mozartoper wird "bloß" auszugsweise dargebracht, ja und es finden jede Menge Zu-Akionen statt - die allernervigste und allerüberflüssigste ist dann der hochpeinliche Text"vorschlag" von Film- und Drehbuchautor Michael Illner; denn seine "aktualisierten" Zwischenplappereien, die anstatt der fürs Projekt (richtiger Weise) exmitierten Rezitative herhalten sollten, erwiesen und erweisen sich dann nicht viel mehr als lauter Bullshit...

Überhaupt werden drei der sechs Hauptfiguren je ein Schauspieler oder eine Schauspielerin sowie ein Tänzer und/oder Kind-Darsteller hinzugefügt. Das hatte es die letzten Jahre und Jahrzehnte im Regietheater oft genug gegeben, und die ganze Sache hatte sich - so dachte man - inzwischen längst wieder gelegt...

Beim TITUS IM BODE kam erschwerend jetzt hinzu, dass alles Das mit fürchterlichen Stör- und Nebenlauten einher ging und so die dargebrachten Arien und Ensemble einer regelrechten fremdtruppigen Torpedierung der Gehörorgane ausgesetzt gewesen waren; schlimm!

Christoph Hagel - der seit Jahren (mit Erfolg!!!) derartige Events veranstaltet - hat die Gesamtidee gehabt; ja und dann hat er Alles jetzt auch noch in Personalunion gestemmt, also er führt Regie und dirigiert zugleich - beides sehr ambitioniert, aber dann doch zu unbedarft und völlig unzulänglich: Eine Handschrift für Regie (s. o.) ist nicht wahrzunehmen; und sein Dirigat ist phänomenologisch uneinordbar, nichts desto Trotz spielen die Berliner Symphoniker brav und artig ihren reichlich abgekürzten Part...

Kai-Ingo Rudolph gab dem Titus seine gymnasiale Stimme; wirkte sehr sympathisch, und obgleich er mit der Rolle freilich völlig überfordert war (waren schon andere und viel "Berühmtere" vor ihm), erkannte und erkennt man seine tenoralen Ausbaufähigkeiten.

Peggy Steiner sang Vitellia, Cristiane Roncaglio sang Servilla, Monica Garcia-Albea sang Annius, Bernhard Hansky sang Publius. Alle(s) prima und paletti!!!!

Tänzer Martin Buczkó, wie bereits erwähnt, erschlich den Sextus; und er war so schön wie eine wilde samtpfotene Katze...

Fazit: Mozart ist, trotz aller Mäkelei, nicht klein zu kriegen; "schuldig" an den insgesamten "Störungen" war letztlich bloß der Überhall...


Gruppenfoto für TITUS IM BODE - Foto (C) Oliver Wia



Andre Sokolowski - 30. Oktober 2010
ID 00000004904
TITUS IM BODE (Premiere am 29.10.2010)
Musikalische Leitung und Inszenierung: Christoph Hagel
Choreographie: Martin Buczkó
Projektionen: Tina Zimmermann
Kostüme: David Engler
Maske: Manuel Müller
Besetzung:
Titus ... Kai-Ingo Rudolph / Matthias Unger (Schauspieler) / Felix Reimers (kl. Titus)
Sextus... Robert Crowe / Constantin Lücke (Schauspieler) / Martin Buczkó (Tänzer) / Enno Kleinehandig (kl. Sextus)
Vitellia ... Peggy Steiner / Karolina Thorwarth (Schauspielerin)
Servilia ... Cristiane Roncaglio
Annius ... Monica Garcia-Albea
Publius ... Bernhard Hansky
Berliner Symphoniker
Premiere war am 29. Oktober 2010
Weitere Vorstellungen: 30.10.-06.12.2010, je 20:30 Uhr
[Kartenvorverkaufstellen an den Kassen der Staatlichen Museen zu Berlin, im Internet über den „Ticketonline-Button“ links oben oder der Tickethotline: 01805 3953]

Weitere Infos siehe auch: http://www.titus-im-bode.de


http://www.andre-sokolowski.de



 

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