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Premeierenkritik


Frank Castorf kamen Moskaus

Waldbrände für seine

Tschechowsichten ziemlich

überraschend, aber sehr gelegen


Das ist wieder so ein riesenbunter und v.a. riesenlanger Abend. Riesenviel Theater um des Tschechows Schlagerstück von den DREI SCHWESTERN inkl. der Erzählung von den BAUERN - auf 4 Stunden Dauer angezeigt; der erste Teil (zum Schnittpunkt Pause) geht von 19.30 bis 22 Uhr...

Der kaiserliche Anlass dieser Megaproduktion (4 Co-Partner!!!!) soll, wie ich lese, der 150. Geburtstag Tschechows sein; in Moskau hatte sie bereits so was wie eine Weltpremiere...

[Mein Verweilen war nur bis zur Pause möglich; ich bin derzeit nicht so flüssig, mich an meinen Arsch der Welt, da wo ich wohne, mit dem Taxi hinfahren zu lassen - wäre gern, auch bis nach 1, geblieben, aber - - ]

Bert Neumann hat uns wieder eine fulminante Bühne hingezaubert. Rechts eine Terrasse (für die SCHWESTERN), links ein Hüttchen (für die BAUERN), zwischendrin und weit nach hinten fort- und angemalt der schöne-schöne Wald; dann hängt noch 'ne porösgittrige Leinwand in das Szenenbild, worauf gelegentliche Nahaufnahmen (Kamera: Matthias Klütz) und/oder diverse Simultantexte ablaufen - wenn dann die Akteure deutsch sprechen, erscheint der Übersetzungstext kyrillisch; wenn sie russisch radebrechen, liest sich's deutsch; aber immer nur, wenn es sich halt um Tschechows DREI SCHWESTERN handelt - nicht bei den Subtexten...

Frank Castorf hat also DREI SCHWESTERN sowie BAUERN miteinander kombiniert. Das funktioniert sehr gut; und selbst wer es nicht weiß, was nun gerade für ein Text aus welchem Werk geparlandiert wird, kriegt so was wie einen Roten Faden bei der ganzen "Neu-Geschichte" mit...

Dann brennt auch noch der Wald im Hintergrund - die Leinwand blendet kurz paar Ausschnitte von einer Nowosti-Ausgabe ein; da wurde dann per Film und Kommentar auf Moskaus Waldbrände von diesem Sommer eingegangen. Passte (nicht nur Castorf) irgendwie...

Grandiose Schauspielleistungen, wie eh und je an diesem Haus; Verausgabungen noch und noch: Sollte die exzessive Heiserkeit von Bernhard Schütz etwa einer stimmtechnischen Verheiztheit zweckgeschuldet sein? Aber auch alle anderen, oder die meisten aller anderen, wollen (und müssen) brüllen oder schreien, was das Zeug her hält; Silvia Rieger stimmt ein herrlich schönes Liedlein an, an ihrer schönen Opernstimme kann ich mich nicht satt hören...

Lars Rudolph - der uns aus zig Marthaler-Vergnügungen der letzten Jahre allvertraut ist - kommt mit seiner Trompete, auf die er richtig (richtig!!) spielen kann.

Sir Henry, der, wie stets, den Chef aller Musiken aller Inszenierungen der Volksbühne hervormarkiert, ist dieses Mal sogar, ganz live, auch noch als Schauspieler zu hören und zu sehen; er spielt einen Gymnasiallehrer und redet - bis zur Pause wenigstens - nur Englisch, was auf Dauer schon ein bisschen nervt...

Und vieles Anderes und Schönes mehr.

Tschechows (tote Theater-)Texte sollen leben; dreimal hoch! hoch!! hoch!!!


Andre Sokolowski - 17. September 2010
ID 00000004831
NACH MOSKAU! NACH MOSKAU! (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, 16.09.2010)
nach Tschechows "Drei Schwestern" und der Erzählung "Die Bauern"
Regie: Frank Castorf
Ausstattung: Bert Neumann
Licht: Lothar Baumgarte
Musik: Sir Henry
Dramaturgie: Sebastian Kaiser
Mit: Kathrin Angerer, Bärbel Bolle, Margarita Breitkreiz, Michael Klobe, Maria Kwiatkowsky, Milan Peschel, Trystan Pütter, Silvia Rieger, Lars Rudolph, Mex Schlüpfer, Sir Henry, Bernhard Schütz, Jeanette Spassova und Harald Warmbrunn
Eine Koproduktion der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz mit dem Internationalen Tschechow Theater Festival, den Wiener Festwochen und dem Goethe-Institut Moskau
Weitere Termine: 18., 24. 9. / 8., 9. 10. 2010


Weitere Infos siehe auch: http://www.volksbuehne-berlin.de


http://www.andre-sokolowski.de



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