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Lulu



LULU am BE - Foto (C) Lesley Leslie-Spinks

Nichts gegen deutsches Liedgut oder Songs in English - - aber was zu viel ist, ist zu viel:

Mit 16 Nummern (Songs in English [nichts mit deutschem Liedgut!]) ließ sich der texanische Regie-und-Multi-Star Bob Wilson seine LULU - nach dem Stück DIE BÜCHSE DER PANDORA von Frank Wedekind - von Songwriter Lou Reed, mit dem er schon ein paar Sachen zusammen machte, anreichern, um nicht zu sagen: zuschütten.

Und also auch nichts gegen den Lou Reed, den das Programmbuch uns sympathisch mit der komplizierten Vita seiner selbst beschreibt; er hatte seine Arbeit sicherlich ganz gut gemeint und auch noch sicherlicher ganz, ganz gut gemacht - allein dass dieses überengagierte Zutun dieses wunderbaren Musikanten (und auch "seine" Ausführenden Stefan Rager, Ulrich Maiß, Dominic Bouffard, Friedrich Paravicini, Andreas Walter und Joe Bauer seien hier genannt) dem ursprünglich ja ziemlich starken Stücktext eine Art Event-Garaus zufügte; dafür kann Lou Reed nun wirklich nix!

Also es wird sehr viel auf Englisch dann gesungen und geradebrecht; zudem plätschert dann hin und wieder noch ein Rest des Wedekindischen Originals auf Deutsch zu uns herüber und/oder auf uns herab.



LULU am BE - Foto (C) Lesley Leslie-Spinks


Angela Winkler ist als LULU "etwas spät", aber dann umso glaubwürdiger in der hochsinnlichen Ausstrahlung dieser Legende unter den Aktricen - und sie hat ein derart süßes Flattern in der hohen resp. hoch gehalt'nen Stimme, dass es Einem nur so friert beim Hör'n - besetzt. Von all den Männern, die sie dann (als LULU) nach und nach verheizt, ragen besonders Alexander Lang (dereinstmals auch so ein Regie-Star wie Koll. Wilson), Markus Gertken und Georgios Tsivanoglou heraus; zu Letzterem in dieser Reihe passen dann auch diese Reed-Songs irgendwie ganz gut, vielleicht weil er den herzhaftesten Zugriff hierfür, nämlich mit Humor, besaß. Den LULU-Vater spielte Jürgen Holtz, den Sexualtriebtäter Jack the Ripper mimte todesengelgleich Sabin Tambrea. Gräfin Geschwitz: Anke Engelsmann. Und auch Ruth Glöss war wieder mit dabei; sie spielte einen auf und ab gehenden Bühnenarbeiter, der immer sang "Warum betrügst du mich, warum betrüg ich mich" o. s. ä.

Wilson-Bühne und Reynaud-Klamotten sehen so wie immer, also so wie jedesmal bei Wilson-Produktionen, aus; nichts Neues. Null Entwicklungen.

Eventlastig das Alles, wie bereits erwähnt. Mehr nicht.
Andre Sokolowski - 12. April 2011
ID 5155
LULU (Berliner Ensemble, 12.04.2011)
Inszenierung, Bühne, Lichtkonzept: Robert Wilson
Musik und Songs: Lou Reed
Kostüme: Jacques Reynaud
Mitarbeit Regie: Ann-Christin Rommen
Textfassung, Dramaturgie: Jutta Ferbers
Mitarbeit Bühne: Serge von Arx
Mitarbeit Kostüme: Yashi Tabassomi
Musikalische Leitung: Stefan Rager
Mit: Anke Engelsmann (Martha Gräfin von Geschwitz), Ruth Glöss (Ruth), Angela Winkler (Lulu); Ulrich Brandhoff (Eduard Schwarz), Alexander Ebeert (Mr. Hopkins), Markus Gertken (Alwa Schöning), Jürgen Holtz (Schigolch), Boris Jacoby (Kungu Poti), Alexander Lang (Dr. Franz Schöning), Marko Schmidt (Ferdinand), Sabin Tambrea (Jack), Jörg Thieme (Dr. Hilti), Georgios Tsivanoglou (Obermedizinalrat Dr. Goll; Rodrigo Quast, Artist)
Premiere war am 12. April 2011
Weitere Termine: 13., 14. 4. / 1., 2., 31. 5. / 1., 2. 6. 2011


Weitere Infos siehe auch: http://www.berliner-ensemble.de


http://www.andre-sokolowski.de



 
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