Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

Unsere Anthologie:
nachDRUCK # 6

KULTURA-EXTRA durchsuchen...



Rezension

23. März 2014 - Schauspiel Hannover

KASPAR HÄUSER MEER

von Felicia Zeller



Persönliche Schicksale unter

Aktenbergen

Bereits zu Beginn ist klar, dass dieser Abend nicht gut ausgehen kann. Berge von Akten liegen überall auf der Bühne in der Cumberlandschen Galerie im Schauspiel Hannover herum. Dem kann man wohl nur mit Bergen von Zigaretten und Kaffee Herr werden, weshalb die ersten Gespräche der drei Protagonisten in Felicia Zellers Kaspar, Häuser, Meer in der Kaffeeküche stattfinden, die auf einem kleinen Gabelstapler vor die Bühne geschoben wird.

Anika, Barbara und Silvia sind Sozialarbeiterinnen im Jugendamt und versuchen, den täglichen Arbeitswahnsinn zu bewältigen, an dem persönliche Schicksale hängen.

Die Schauspielerinnen Lisa Natalie Arnold (Anika), Susana Fernandes Genebra (Barbara) und Elisabeth Hoppe (Silvia) liefern sich in der Regie von Heike M. Goetze gekonnt Wortgefechte, aber auch andere Kleinkriege. Niemand traut dem anderen, die gemeinsame Verbrüderung gegen die feindliche Außenwelt ist nur von kurzer Dauer, erbarmungslos wird auf den Fehlern der anderen herumgeritten – immer unter dem Deckmantel des Verstehens, wie beispielhaft an Barbara zu sehen, die Silvias Alkoholproblem ans Licht zerrt. Beeindruckend ist dabei, wie die drei Darstellerinnen jeweils einen bestimmten Typ Sozialarbeiter verkörpern, manchmal hart am Klischee, aber stets sehr ernsthaft.

Dirk Thieles Bühne stellt für dieses Spiel ein ganz eigenes Biotop zur Verfügung und bietet ungeahnte Möglichkeiten: Neben den Arbeitsplätzen steht sogar ein Schlafplatz zur Verfügung, ein Blumenbeet wird liebevoll bepflanzt und anschließend doch verwüstet. Der Boden besteht aus Paletten, die unterschiedlich geschichtet werden können. Die Aktenschränke werden später von innen beleuchtet und wirken wie eine Hochhäuser-Stadtansicht im Miniaturformat.

Zellers Stück ist gut recherchiert, sehr komisch, aber auch sehr böse. Goetze und ihrem Team gelingt es, die richtige Mischung aus Komik und Betroffenheit zu finden. Die drei Darstellerinnen legen ein enormes Tempo vor, das manchen im Publikum offenbar überforderte (anders lässt sich nicht erklären, weshalb im Laufe des Abends im Publikum immer mehr Privatunterhaltungen aufkamen). Thema und Text verlangen eine ungeheure Aufmerksamkeit, Goetze und ihre Darsteller haben sie verdient.




Plakat zu Kaspar Häuser Meer am Schauspiel Hannover | Bildquelle (C) https://www.facebook.com/schauspielhannover



Bewertung:    

Karoline Bendig - 25. März 2014
ID 7706
KASPAR HÄUSER MEER (Cumberlandsche Galerie, 23.03.2014)
Regie und Kostüm: Heike M. Goetze
Bühne: Dirk Thiele
Dramaturgie: Ludwig Haugk
Körperarbeit: Claudia Engels
mit: Lisa Natalie Arnold (Anika), Susana Fernandes Genebra (Barbara) und Elisabeth Hoppe (Silvia)
Uraufführung am Theater Freiburg war am 20. Januar 2008
Premiere in Hannover: 16. Januar 2014
Weitere Termine: 17. + 19. 4. 2014


Weitere Infos siehe auch: http://www.schauspiel-hannover.de


Post an Karoline Bendig



  Anzeigen:











THEATER Inhalt:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN

Kurzmeldungen

ARCHIV
Bühne

CASTORFOPERN

FREIE SZENE

INTERVIEWS

PREMIERENKRITIKEN

ROSINENPICKEN
Glossen von Andre Sokolowski

URAUFFÜHRUNGEN


Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal



Home     Impressum     Autorenverzeichnis     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2017 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)

Webdesign und -programmierung by Susanne Parth, bplanprojekt | www.bplanprojekt.de