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Feuilleton


11. März 2012, Premiere an der Komischen Oper Berlin

DAS BRONZENE PFERD

Opéra comique in drei Akten von Daniel François Esprit Auber


DAS BRONZENE PFERD an der Komischen Oper Berlin - Foto (C) Thomas M. Jauk


Hübscher Kopulationsschluss am Ende des Bronzenen Pferds

"Irgendwo in China liegt ein kleines, verschlafenes Dorf. Dort geschieht Rätselhaftes: Hin und wieder erscheint – niemand weiß, woher – ein bronzenes Pferd. Da steht es dann unbeweglich, aber sowie sich ein Mann mutig in den Sattel schwingt, erhebt es sich mit rasender Geschwindigkeit in die Wolken. Von den meisten dieser kühnen Reiter hört und sieht man nie wieder etwas. Wenn aber einer zurückkommt und von seinen Erlebnissen erzählen will, wird die Aufklärung des Geheimnisses auf ebenso geheimnisvolle Weise verhindert: Er wird zu Stein. Das Risiko ist also groß, deshalb soll auch hier nicht mehr verraten werden. Nur so viel: Eugène Scribe, der höchst produktive Libretto-Fabrikant des 19. Jahrhunderts, baute um dieses sonderbare Geschehen eine Geschichte voll Situationskomik und überraschender Wendungen, die Auber, den Großmeister der Opéra comique, zu seiner abwechslungsreichsten und witzigsten Komposition inspirierte." / Und besser als durch diesen hausinternen Plot lässt sich Aubers Das bronzene Pferd auch nicht erklären...

Wir haben es also mit einer Nonsens-Oper zu tun und brauchen uns daher auch nicht den Kopf hierüber zu zerbrechen.

Regisseur Frank Hilbrich, der noch nie hier in Berlin was inszenierte, hat sich jetzt mit diesem Werk des Daniel François Esprit Auber ein erstklassiges Zeugnis seiner leichten Hand ausstellen lassen können, und es würde nicht verwundern, wenn die nächsten Spielzeiten der neue Intendant bei ihm gelegentlich vorbeigeklingelt käme - also Hilbrich's "Handschrift" würde schon dann ins Gesamtkonzept von Barrie Kosky passen, wie wir finden.

Mit drei Stunden Dauer ist die Aufführung zwar bisschen lang und langatmig geraten - doch das Alles wäre nachträglicher Weise hinzukorrigieren, ließe man das dämliche Gequatsche zwischen all den mitreißenden und verlockenden Musiknummern (genachdichtet von Bartz & Hintze) einfach weg; paar Andeutungen (mündlich oder schriftlich), und man wäre anhaltend im Nonsens-Plot, der ja am Ende sowieso nicht weiter wichtig ist, verhaftet, also mittendrin...

Maurizio Barbacini ist der Dirigent des Abends! Und von ihm gehen auch sämtliche Impulse aus - natürlich lässt sich das Orchester der Komischen Oper gern und willig mitreißen und anstecken; und also wird vorzüglich, schmissig, flott und schön im Ganzen musiziert!! Selbstredend steht der Chor (Choreinstudierung: André Kellinghaus) der insgesamten guten Stimmung leistungsmäßig überhaupt nicht nach! Von den Gesangssolistinnen sowie -solisten überzeugen dann zuvörderst Julia Giebel und Erika Roos, die beide mit halsbrecherischen Höheneinlagen brillieren; auch bei Tom Erik Lie sowie Sung-Kerun Park gibt es nur Gutes zu berichten...

Es gibt jede Menge Grund zum Lachen während dieser Oper. Zwei Pandabären und sechs Affen mischen sich dann immer wieder in die Nonsens-Handlung ein. Zum Schluss sind Alle derart (tierisch) aufgeheizt, dass so ein Allgemeinfeeling zum Kopulieren aufkommt und verselbständigend dieses nette Spiel beschließt.

Verdienter Jubel.




Szene auf der Venus aus dem BRONZENEN PFERD an der Komischen Oper Berlin - Foto (C) Thomas M. Jauk


Andre Sokolowski - 12. März 2012
ID 00000005808
DAS BRONZENE PFERD (Komische Oper Berlin, 11.03.2012)
Musikalische Leitung: Maurizio Barbacini
Inszenierung: Frank Hilbrich
Bühnenbild: Volker Thiele
Kostüme: Gabriele Rupprecht
Dramaturgie: Werner Hintze
Chöre: André Kellinghaus
Licht: Franck Evin
Besetzung:
Yang, kaiserlicher Prinz von China ... Sung-Keun Park
Stella, eine Mogulprinzessin ... Julia Giebel
Tsing-Sing, Mandarin ... Tom Erik Lie
Tschin-Kao, Bauer ... Juri Batukov
Yan-Ko ... Stephan Boving
Pe-Ki ... Annelie Sophie Müller
Tao-Jin, Tsing-Sings vierte Frau ... Erika Roos
Lo-Mangli, Ehrendame der Prinzessin ... Violetta Madjarowa
Chor und Orchester der Komischen Oper Berlin
Premiere war am 11. März 2012
Weitere Termine: 20., 26. 3. / 7., 27. 4., 6., 15., 28. 5. / 3. 7. 2012


Weitere Infos siehe auch: http://www.komische-oper-berlin.de


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