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Feuilleton

Sophiensaele, Berlin, 26. Februar 2006

Samuel Beckett

RESIDUA
BING (UA) - TRITTE - LOSIGKEIT (UA)

Projekt mit drei Beckett-Texten
Regie: Oliver Sturm

Samuel Beckett (Bildquelle: Wikipedia)



Raumfüllende Tode

Unverwechselbar: Die Texte dieses Mannes - und wer wusste eigentlich, dass wir z. Z. ein Beckett-Jahr begehen - handeln ausnahmslos vom Tod. Nicht dass in ihnen ausnahmslos getötet und gemordet wird so wie bei Shakespeare beispielsweise; nein, auch nicht bloß so gestorben. Viel viel "schlimmer" noch, der Tod ... das Totwerden, das Totsein sind in allen diesen Texten permanent vorhanden. Dieses, sagen wir, Gevatterhafte hat die Texte dieses Mannes voll im Griff. Es geht in ihnen meist um alte oder alt gewordene oder, als Umkehrschluss, unjunge oder niemalsjunggewesene Gestalten, und sie ziehen sich symbolhaft durch die Handlungen, Geschichten; und der Leser oder Zuschauer - so geht es mir - ist hinterkopfertüchtigend und immerdar mit diesen immer gleichen seinen eigenen Gesichtskrater zur Pose feilgebotnen Altersbildnissen Samuel Becketts konfrontiert; ich glaube fast, es gibt am Ende gar kein Jugendbild des Dichters, und zumindestens wäre ein solches nicht oder sehr selten publiziert worden. Es könnte sich beim diesjährigen Jubiläum also auch um den eintausendsten Geburts- bzw. Todestag des Iren handeln. Und soweit dann wohl der offizielle Anlass der Sophiensaele - einer der morbidesten und doch zugleich sympathischsten Berliner Spielbühnen - , drei Becketttexte durch die Gastauftritte so erlauchtest ausgesuchter Spitzenmimen wie Graham F. Valentine, Judith Engel, Swetlana Schönfeld oder Traugott Buhre nacheinander vorzustellen; RESIDUA nennt sich die Versammlung.



TRITTE blockt, als einziger originaler Stücktext, in der Mitte dieses das Gefühl und den Verstand ziemlich herniederschmetternden Erlebnisraums. Was Judith Engel da, durch ledigliches Hin- und Hergehen auf einem Holzbrettsteg, als 40jährige und ihre 90jährige Mutter (Swetlana Schönfelds einprägsame Stimme aus dem Off!) umhegende und (tot?-)pflegende Dauertochter bruchstückhaft aus sich hervorzitierend leistet, kann und muss als eine wahre Sternstunde der hohen Schauspielkunst bezeichnet werden.



BING und LOSIGKEIT - zwei Prosaarbeiten von Beckett aus der letzten Schaffensphase - werden zwar als Uraufführungen verkauft, doch hätte man sich auch die kühne Anfrage beim Erbverwalter sparen können; nein, die Texte bieten für die theatralische Verarbeitung null Futter. Es sind reine Lesetexte, und als Lesetexte funktionieren sie gewiss in ihrer mehr verstörenden wie unerklärlichen Verlautbarung. Privater Trost: Die Stimmen der die beiden Texte so genialisch aufgesprochen habenden Graham F. Valentine, Traugott Buhre schallen und verhallen immer noch in meinen Ohren.


Andre Sokolowski - red. / 26. Februar 2006
ID 2274
www.andre-sokolowski.de




Samuel Beckett
RESIDUA
BING (UA) - TRITTE - LOSIGKEIT (UA)


Regie: Oliver Sturm
Raum: Till Exit
Visuals: Till Exit + Videogruppe
Licht: Holger Klede
Kostüme: Doey Lüthi
Ton: Alexander Ott
Maske: Stefan Kehl
Dramaturgische Beratung: Jan-Philipp Possmann

Mit: Graham F. Valentine, Judith Engel, Swetlana Schönfeld, Traugott Buhre

Eine Produktion von Oliver Sturm und Sophiensaele in Koproduktion mit Zavta Theater Tel Aviv und Teatr Laznia Nowa Krakau, mit freundlicher Unterstützung durch das Goethe Institut Krakau, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

Weitere Infos siehe auch: http:/www.sophiensaele.de






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