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Soziokultur

31. Januar 2014 - Jugendtheatergruppe der Schaubühne Berlin

NACH UNS DAS NICHTS

Ein Projekt der Polyrealisten


Das sind die Polyrealisten von der Schaubühne Berlin - Foto (C) Heiko Schäfer



Dystopie, und Marvin spielte ab und zu auf der Gitarre

Seit über einem Jahr macht eine zweite Jugendtheatergruppe, die sich die Polyrealisten nennt und von Aline Bosselmann (der Volontärin für Theaterpädagogik an der Schaubühne Berlin) geleitet wird, projekteweise auf sich aufmerksam:

"Junge Menschen zwischen 15 und 22 Jahren experimentieren mit unterschiedlichen Darstellungsformen, schreiben Texte und diskutieren. Im Ausprobieren von Theater- und Bewegungstechniken suchen sie neue Zugänge zu aktuellen Themen und formulieren eigene Standpunkte." (Quelle: schaubuehne.de)

Man kann sich dort bewerben:

"Wenn ihr bei den Polyrealisten dabei sein wollt, müsst ihr euch noch gedulden. Ab Januar 2014 gibt es wieder die Chance, mitzumachen. Wenn ihr interessiert seid, sendet einfach eine E- Mail mit dem Betreff 'Jugendtheatergruppe' an theaterpaedagogikassistenz@schaubuehne.de und ihr werdet informiert, wenn wieder Mitspieler gesucht werden und die ersten Termine für Treffen feststehen!"

"Die Polyrealisten bekämpfen die Müdigkeit und wagen einen Blick in die Zukunft." habe ich außerdem - kurz vor der heutigen Premierenvorstellung (Nach uns das Nichts) - auf Facebook aufgelesen.

* * *

Was ist Dystopie?

So aus dem Bauch raus weiß der Schreiber dieser Zeilen das natürlich nicht. Auch nicht die anderen anwesenden Premierengäste - von den Polyrealisten darauf angesprochen - konnten eine Antwort aus dem Handgelenk hervorzaubern; ein paar ganz oberschlaue packten's aber schließlich doch. Respekt! [Jetzt einfach mal bei Wikipedia nachschlagen, was Dystopie ist.]

So fing also dieser kurzweilige Abend an.

Das soziokulturell sich gebende Programm erschöpfte sich dann nach und nach in kollektiver Abarbeitung von mehr allgemein interessierenden gesellschaftlichen Themen. Grundtenor war dabei, wie der Mensch und insbesondere der (heute) junge Mensch die Welt oder das große Weltgeschehen überstehen/überleben könnte, ohne "vorher" irgendwie dann schon ins Gras beißen zu müssen oder so; Überbevölkerungen, Hungersnöte, Energieknappheiten, Cyberwahnvorstellungen ergaben sich in dem Zusammenhang als aufgesagte oder ungesagte Schlag- und Stichworte, zu denen den zehn jungen Leuten Dieses oder Jenes eingefallen war und sie sich so - halt wie es Jugendliche in dem Alter tun - hierüber locker auszutauschen pflegten; Marvin spielte dabei ab und zu auf der Gitarre...

Zwei markante Sätze blieben mir vor allem in Erinnerung - so sinngemäß:

'Wir sind zu groß für diese Stadt, zu klein für diese Welt.'

'Wir sind nur Zeugs.'


Mit andern Worten ausgedrückt: So gut wie keine Ahnung. Sind am Ende sowieso nur mit.

Wenn das mal nicht - außer ironisch aufgefasst zu werden - knapp an einem kollektiven Armutszeugnis 'langgeschlittert war?

Mein Rat: Versucht euch, falls ihr wieder ein Projekt vorhabt, mal an 'nem echten Stück mit Ort und Zeit der Handlung und mit handelnden Personen; so "wie früher" halt - da gibt es tolle Stoffe, wo dann (auch) die ganze Welt drin steckt, nur eben viel konkreter abgehandelt, weil anhand von ganz konkreten Beispielen.




Das sind nochmal (hier erkennbar in sehr deutlichem Bewegungschwung) die Polyrealisten von der Schaubühne Berlin - Foto (C) Heiko Schäfer


Bewertung:    

Andre Sokolowski - 1. Februar 2014
ID 7568
NACH UNS DAS NICHTS (Studio, 31.01.2014)
Leitung: Aline Bosselmann
Künstlerische Mitarbeit: Charlotte Fenner und Rebecca Rahn
Bühne: Sandra Schlüter
Kostüme: Valerie Gasse
Dramaturgie: Giulia Baldelli
Musikalische Einstudierung: Jannes Profitlich
Mit den Polyrealisten: Dinah Büchner, Lawrence Conrad, Nadja Fallahi, Anna Homann, Paul Huettner, Tim Joppien, Marvin Metag, Isabelle Pikörn, Anna Popova und Antonia Schumacher
Premiere war am 31. Januar 2014
Weitere Termine: 1., 18., 19. 2. 2014


Weitere Infos siehe auch: http://www.schaubuehne.de


http://www.andre-sokolowski.de



 
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