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Performance

Dance for Sale der Grupo Oito im Ballhaus Naunynstraße



Dance for Sale am Ballhaus Naunynstraße - Foto © Lars Mylius



Die Begeisterung der Körper

Sie sind jung und ungezwungen. Ihre Zukunft ist ein schöner Traum. In diesem Traum gibt es keine Bandscheibenvorfälle. In diesem Traum halten die Knie für immer. Kein künstliches Hüftgelenk wagt es, auf sich aufmerksam zu machen in diesem Traum. Nur müssten sie auch leben können wie die Traumtänzer, so easy von Luft und Liebe. Von meiner Lage erpresst, sitze ich im Ballhaus Naunynstraße auf dem Bühnenboden, regennass bis unter die Haut, und beneide die seelenruhig um mich herum im Schneidersitz und seinen Abarten verharrenden Leute. Das Publikum scheint von Grund auf gedehnt. Es könnte sofort einsteigen und mitmachen, das Stück des Abends wurde für die Straße choreografiert. Ich finde, dass sieht man. Die Bewegungen signalisieren Kompetenz in Leuchtfarben. Sie balancieren auf resoluten Schienen. Ich will jetzt nicht street credibility schreiben, wahrscheinlich sagt man das gar nicht mehr. Gymnastische Elemente paaren sich mit Durchmärschen im Laufstegstil. Manches leitet sich von Capoeira ab. Vielleicht auch mehr als manches. Alles kann eine camouflierte Kampftechnik sein. Jederzeit könnte das Ballhaus mit Capoeira in einen Hexenkessel unter einem Sambahimmel (und Tapeten aus Sonderangebotsprospekten) verwandelt werden.

Man musste die Schuhe ausziehen, ich habe Glück mit meinen Socken. Es gibt Spielgeld, damit kauft man sich in einer „Roda“ ein. Eine Roda ergibt sich als Kreis gemeinsamer Interessen, in denen die Energien jedes Einzelnen verstärkt werden. Das Angebot reicht von klassischem Ballett bis zum Danza contemporánea. Wer zahlt, darf in der ersten Reihe sitzen. Getanzt wird in einem klassischen Raucherzelt. Die Szenen illustrieren eine Not. Ich zitiere Ricardo de Paula: "Nach vielen Anläufen mit unterschiedlichen Projekten wurde 2009 mein Soloprojekt 'Register' gefördert. Unglücklicherweise waren dann die kulturellen Abteilungen der Bezirke Pankow und Prenzlauer Berg pleite und die Finanzierung meines Projekts wurde gestrichen. Ich war gezwungen, es auf andere Art und Weise zu realisieren, denn schließlich gilt: The Show must go on... In diesem Prozess tauchten viele Fragen auf und darunter eine sehr hartnäckige: 'Was kostet ein Tanz?'

Dance for Sale geht dieser Frage nach und fokussiert auf das 'Geschäft mit der Kunst', indem es Tanz als Produkt thematisiert. Seit 2006 erforscht Grupo Oito in ihren Tanzprojekten die Beziehungen zwischen Individuum und Gesellschaft. Inspiriert durch das alltägliche Leben, bilden 'Identitäten' dabei einen Referenzpunkt.“



Bewertung:    
Jamal Tuschick - 17. Januar 2014 (2)
ID 7524
DANCE FOR SALE (Ballhaus Naunynstraße, 16.01.2014)
Konzept und Choreografie: Ricardo de Paula
Licht: Irene Selka
Mit: Caroline Alves, Laura Alonso, Natalie Riedelsheimer, Miro Wallner, Ricardo de Paula, Zé de Paiva, Carlos da Silva, Jana Heilmann und Vanessa von Heydebreck
Uraufführung war am 11. März 2010
Weitere Termine: 17. - 19. 1. 2014
Eine Produktion von Kultursprünge im Ballhaus Naunynstraße gemeinnützige GmbH


Weitere Infos siehe auch: http://www.ballhausnaunynstrasse.de


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