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2. / 3. Februar 2008, Deutsche Oper / Volksbühne Berlin

DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG / TOSCA



Nürnbergs Silhouette aus dem Bullauge betrachtet - DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG in der ziemlich zeitlos scheinenden Götz-Friedrich-Inszenierung und dem klugen Bühnenbild Peter Sykoras an der Deutschen Oper Berlin - - Foto (C) Kranichphoto
TOSCA / MEISTERSINGER.

Was verbindet die?

Für unseren Bericht: Dass beide Opern oder Stücke oder Stücke oder Opern (je nachdem) sowohl dann an der Oper (Staatsoper und Deutsche Oper) wie auch an der Volksbühne zu sehen sind; wie das?

Der gute Castorf hat sich diese Spielzeit ganz und gar die Oper schwerpunkthafter Weise auf die Bretter hergeholt. Einmalig sicherlich in der Geschichte eines deutschsprachigen Sprechtheaters! Ende diesen Monats wird es eine "Faust"-Version - mit der Musik von Schumann (Szenen aus Faust II... wenn ich das richtig in Erinnerung behalten habe) - geben, Castorf wird da selbst Regie führen. Zuvor, also bis dahin, gab und gibt es ein paar Einakter, von Weill, Zemlinski usw. und... die TOSCA!!


Victorien Sardou (1831-1908) schrieb das Stück um TOSCA


Hatte letzten Freitag schon Premiere; ich war in der Zweitvorstellung und:

Sensationell (im Spiel und in den Spielideen) - mehr als fragwürdig jedoch in der Verhunzelung, Entschlackug und Beschlussfassung des tollen Stückes von Sardou. Lars Rudolph spielt Cavaradossi; ist die Attraktion der ganzen Aufführung; er kriegt zwar kaum (vom vielen Singen, sicherlich) ein Wort noch aus sich raus, also er ist "belegt", wie man so volkstümlich dann sagt, aber er spielt wie'n Gott. Die Schlüsselszene dieses Abends: Arie aus dem 3. Akt... also die haucht er nur so aus sich raus; auf einem Video sieht man ihn dann unaufhörlich so von oben her aufs schwarze Wasserbett hinunterplumpsen; was für eine hochgeniale szenische Idee!!!!! Zum Heulen schön. Nicht minder sehens-/hörenswert auch Kathrin Angerer, die eine schier vor Eifersucht erblödet sein'de Lulu-Kindfrau gibt bzw. geben muss. Kläglichster Einfall Baumgartner's am Schluss: Nachdem sich Tosca eigentlich dann fallsuchtmäßig selbstabschafft, lässt sie der Regisseur in einem weißen Kleidchen noch mal auftreten, auf dass sie dann, ganz überflüssig-sinnlos, so ein kleines Liedchen singt; idiotischer gehts wahrlich nicht!
Dennoch - schier neue Wege werden auf den Sprechtheaterbühnen vorgegangen! Und Frank Castorf ist hier - singulär - ein echter Pionier.

* * *

DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG waren tags zuvor in einer rundrum absolut gelungnen Aufführung (als Wiederaufnahme) zu sehen:

Michaela Kaune hört man jetzt schon die Isolde raus - ihr Evchen war von einem Zauberreiz, der wohl mit nichts zu überbieten ist.

Der Aufgucker und Aufhorcher des Abends allerdings war Markus Brück als Beckmesser. Ja, selten so sehr gut gespielt gekriegt wie hier!

Und Robert Holl (Hans Sachs): gefeiert wie ein Stürmer während eines guten Fußballspiels.
Die alte Inszenierung hat was Zeitloses, sie wirkt so jung und frisch wie ehedem. Kann ruhig noch 20 Jahre, mindestens, so stehen bleiben; es gibt Schlimmeres.


Andre Sokolowski - red / 4. Februar 2008
ID 3684
www.andre-sokolowski.de



2. Februar 2008, Wiederaufnahme (Deutsche Oper Berlin):
DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG von Wagner


Musikalische Leitung: Peter Schneider
Regie: Götz Friedrich
Bühne: Peter Sykora
Kostüme: Kirsten Dephoff, Peter Sykora
Mit: Robert Holl (Sachs), Arutjan Kotchinian (Pogner), Lenus Carlson (Kothner), Markus Brück (Beckmesser), Stig Andersen (Stolzing), Clemens Bieber (David), Michaela Kaune (Eva), Ulrike Helzel (Magdalena) u v. a.
Chor, Extrachor und Orchester der Deutschen Oper Berlin
(Choreinstudierung: William Spaulding)

Premiere an der Deutschen Oper Berlin war am 1. Mai 1993.

Nächste Vorstellungen: 10. und 16. 2. 2008

Weitere Infos unter http://www.deutscheoperberlin.de

+ + +




3. Februar 2008, Neu! (Volksbühne Berlin):
TOSCA nach Sardou / Musik von Tarwater & Puccini


Musikalische Leitung: Max Renne
Regie: Sebastian Baumgarten
Bühne: Robert Lippok, Alexander Wolf
Kostüme: Ellen Hofmann
Musik: Tarwater
Video: Chris Kondek
Mit: Kathrin Angerer (Floria Tosca), Lars Rudolph (Mario Cavaradosi), Thorsten Merten (Scarpia) u. a.
Es spielt das Deutsche Filmorcheste Babelsberg

Premiere an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz war am 1. Februar 2008

Nächste Vorstellungen: 8., 15. 2. / 5. 3. / 1 4. 08

Weitere Infos siehe auch: http://www.volksbuehne-berlin.de





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